Immobilienverband IVD

Besteuerung von Dividenden: Voraussetzungen für die Option zum Teileinkünfteverfahren

Von Hans-Joachim Beck, Richter a.D. – Leiter Abteilung Steuern IVD

Befindet sich die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft im Privatvermögen, so ist die auf die Dividenden entfallende Einkommensteuer mit Einbehaltung der Steuer durch die Kapitalgesellschaft abgegolten. Diese sogenannte Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Gemäß § 32 d Abs. 2 Nr. 3 EStG kann der Empfänger der Dividende jedoch beantragen, dass das sogenannte Teileinkünfteverfahren Anwendung findet. Dabei werden nur 60 Prozent der Erträge versteuert. Hierfür gilt jedoch der konkrete persönliche (tarifliche) Steuersatz. Ein Vorteil kann sich dadurch aufgrund der Höhe des persönlichen Steuersatzes ergeben, insbesondere aber, weil in diesem Fall Aufwendungen wie z. B. Finanzierungskosten für den Anteil als Werbungskosten abgezogen werden können.

Voraussetzung hierfür ist, dass der Empfänger der Dividenden zu mindestens 25 Prozent an der Gesellschaft beteiligt ist oder dass er zu mindestens 1 Prozent beteiligt ist und eine berufliche Tätigkeit für die Gesellschaft ausübt. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 25 August 2015 (Az. VIII R 3/14) entschieden hat, ist hierfür nicht erforderlich, dass der Anteilseigner aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsführung ausüben kann.

Die Finanzverwaltung ist demgegenüber bisher davon ausgegangen, dass eine berufliche Tätigkeit von untergeordneter Bedeutung hierfür nicht ausreicht (BMF-Schreiben vom 9. Oktober 2012, BStBl. I S. 953).

Antragstellung

Der Antrag auf Besteuerung der Kapitaleinkünfte nach dem Teileinkünfteverfahren und der tariflichen Einkommensteuer gemäß § 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG ist jedoch spätestens zusammen mit der Einkommensteuererklärung für den jeweiligen Veranlagungszeitraum zu stellen. Ein Antrag auf Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG kann auch nicht als konkludenter Antrag auf Besteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren ausgelegt werden (BFH-Urteil vom 28. Juli 2015, Az. VIII R 50/14).

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