Verbesserung der Geschäftslage auf niedrigem Niveau
Die deutschen Dienstleistungsunternehmen erwarten für 2005 so gute Geschäfte wie seit vier Jahren nicht mehr. Dies ist das Ergebnis des DIHK-Dienstleistungsreports Frühjahr 2005, für den 10.000 Serviceunternehmen ihre aktuelle Geschäftlage und ihre Erwartungen bewerteten. Auch die Immobilienwirtschaft zeigte sich in dieser Umfrage verhalten optimistisch. 20 Prozent der Unternehmen der Immobilienbranche schätzen die aktuelle Geschäftslage positiv ein, im Gegensatz zu 21 Prozent, die ihre Lage als schlecht einschätzen. Hier die Ergebnisse im Einzelnen:
In allen Regionen Deutschlands sehen die Immobilienunternehmen ihre Geschäftslage als spürbar verbessert an. Dennoch sind regionale Unterschiede zu beobachten: Mit einer Erholung der saldierten Geschäftslage um 14 Prozentpunkte auf plus drei Prozentpunkte zur Vorumfrage im Herbst 2004 ist der Süden Deutschlands nicht nur der größte Profiteur, sondern notiert auch seit erstmals vier Jahren im positiven Bereich. Der Norden kann mit sechs Prozentpunkten auf nunmehr fünf Prozentpunkte die positive Tendenz in der Geschäftslage ausbauen. Hier wirkt sich der Eigenheimbau in den Speckgürteln der Großstädte positiv auf den Markt aus. Gegen die Erwartungen der Vorumfrage hat sich der Lagesaldo im Osten Deutschlands verbessert. Die meisten Unternehmen gehen zwar von einer unbefriedigenden Geschäftslage aus, der Saldo korrigierte sich jedoch von minus zwölf Prozentpunkten auf minus fünf Prozentpunkte. Insgesamt entschärfte der Rückbau von Wohnungen im Osten Deutschlands die Situation. Der Osten und der Westen Deutschlands (ebenfalls minus fünf Prozentpunkte) teilen sich erstmals die rote Laterne.
Erwartungen weiter von Skepsis geprägt Lediglich 18 Prozent der Unternehmen erwarten bessere Geschäfte für das Jahr 2005, die Mehrheit mit 21 Prozent geht von einer schlechteren Geschäftsentwicklung aus. Der Erwartungssaldo notiert aktuell bei minus drei Prozent, was exakt dem Wert von vor einem Jahr entspricht. Gegenüber der Herbstumfrage 2004 haben sich die Erwartungen um fünf Prozentpunkte verbessert. Grund für den leicht überwiegenden Pessimismus sind die Zweifel der Branche, dass der Leerstand mittelfristig abnimmt. Ebenfalls dämpfend wirkt sich die Erwartung der Entwicklung der demografischen Lage in Deutschland aus. Im Ganzen werden die positiven binnenkonjunkturellen Signale zwar wahrgenommen, über ihre Nachhaltigkeit bestehen jedoch Zweifel.
Investitionen verharren auf niedrigem Niveau Die Investitionsneigung der Immobilienbranche stagniert auf dem dürftigem Niveau der Frühjahrsumfrage 2004 bei minus 18 Saldoprozentpunkten. 16 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionsvolumina steigern, 34 Prozent beabsichtigen, die Investitionen zurück- i zufahren. Gegenüber der Vorumfrage konnte sich der Investitionssaldo zwar um zwei Prozentpunkte steigern, dennoch gehen keine Investitionsimpulse von der Branche aus. Damit bildet die Immobilienwirtschaft hinsichtlich der Investitionsabsichten das Schlusslicht bei den Dienstleistern.
Nachlassende Skepsis bei der Beschäftigung Der Beschäftigungssaldo weist eine kontinuierliche Verbesserung seit dem Tiefpunkt (minus 23 Prozentpunkte) im Frühjahr 2003 auf. Gegenüber der Vorumfrage steigerte sich der Saldo um fünf Prozentpunkte, von einer Erholung kann aber keine Rede sein. Gleichwohl geben dreiviertel der Unternehmen an, ihren Mitarbeiterstamm im Jahr 2005 unverändert zu lassen. Nur sieben Prozent haben vor, Personal einzustellen. Demgegenüber werden 18 Prozent ihre Mitarbeiteranzahl reduzieren.
(Quelle: AIZ 06/2005) 
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