| IVD: Immobilien Jahrbuch 2010 ist erschienen | ||
Experten prognostizieren schwierigen Weg zurück zur Normalität
Das Immobilien Jahrbuch 2010 ist mit 43 Beiträgen renommierter Autoren zu allen aktuellen und branchenrelevanten Themen erschienen. Das Werk führt die Akteure der deutschen Immobilienwirtschaft in den jüngsten Stand der Diskussionen ein. Zugleich bietet es Informationen aus erster Hand zu den wesentlichen Themenfeldern Immobilien-Konjunktur, Politik, Trends und Märkte. Die Bandbreite der Buchbeiträge reicht von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise über die immobilienpolitischen Herausforderungen bis hin zur Analyse der einzelnen Marktsegmente und Assetklassen. Diskutiert werden ferner die teils schwierige Situation von Immobilienunternehmen an den Aktienmärkten, neue Transparenz- und Bewertungsanforderungen sowie der jüngste Stand der steuerlichen und rechtlichen Änderungen. Ein Überblick über die Entwicklungen an den Märkten der offenen und geschlossenen Immobilienfonds sowie die Markteinschätzungen der führenden deutschen Immobilienjournalisten runden die Themenpalette ab. So skizziert Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) die Herausforderungen für die Wohnungs- und Städtebaupolitik der schwarz-gelben Regierung: „Wir stehen vor der Aufgabe, für über 80 Millionen Menschen die Rahmenbedingungen für bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum, attraktive Städte und lebenswerte Städte sowie gut entwickelte ländliche Gebiete zu schaffen und zu erhalten.“ Zu den Eckpunkten der Politik zählen laut Ramsauer demnach: „Die Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude, die Stärkung des Wohneigentums, die soziale Sicherung des Wohnens, die Anpassung der Wohnbedingungen an die Bedürfnisse älterer Menschen und die flexible Gestaltung einer nachhaltigen Stadtentwicklung, die auch die Belange ländlicher Gebiete verstärkt berücksichtigt.“ Nach Auffassung von Dr. Tobias Just, Leiter Branchen- und Immobilienmarktanalyse bei der Deutschen Bank, wird der Weg zurück zur Normalität nach der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise für die Immobilienwirtschaft kein „gemütlicher Spaziergang“. Für die Bürovermietungsmärkte sind in diesem Jahr keine positiven Impulse zu erwarten. „Die Büroleerstände werden 2010 weiter steigen, und die Mieten bleiben unter Druck.“ Und auch für 2011 sollte man die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Unterdessen erweist sich laut Just der „langweilige“ deutsche Wohnungsmarkt nun als ein wichtiger Stabilisierungsanker. 2010 und 2011 werden die Wohnungsmärkte Impulse von eigenkapitalstarken privaten und einigen institutionellen Anlegern erhalten. Die Sorge vor Inflation führt zudem manche risikoaverse Investoren zurück zur Immobilie. „Dies dürfte 2010 und 2011 auch das Interesse an Wohnungsportfolios weiter anregen – insbesondere, weil in den kommenden Jahren aufgrund des hohen budgetären Drucks vieler Kommunen neue Portfolios auf den Markt kommen könnten“, erläutert Just. Ähnlich ist die Markteinschätzung des Aberdeen Chefresearchers Dr. Thomas Beyerle. „Obwohl mit dem Eintreten der Finanzmarktkrise die großvolumigen Portfolioverkäufe quasi über Nacht weggebrochen sind, hat sich auf der Ebene der Teil- und Kleinportfolien ein neuer Markt gebildet. Zumal die Nachfrage nach Wohnungen und Portfolios gerade durch die Finanzkrise zugenommen hat“, so Beyerle. Hinzu kommen etliche Fondsgesellschaften, die Wohnimmobilienfonds anbieten. Beim Blick auf die Investitionen – Neubau wie Sanierung – zeigt sich eine starke Fokussierung auf die Metropolregionen. „Die heutigen Investitionen in die Backsteine in Ballungszentren lassen an weiteren Mietpreis- bzw. Kaufpreissteigerungen nicht zweifeln“, erklärt Beyerle. Ein schwieriges Jahr für die Branche der geschlossenen Immobilienfonds sieht Oliver Porr, Vorstandsvorsitzender des VGF Verband Geschlossene Fonds, voraus. Einerseits deckt das Produkt das Anlagebedürfnis einer großen Zahl von Anlegern ab. Andererseits sind schlechte Nachrichten aus dem Bereich opportunistischer Investitionen vergangener Jahre zu erwarten. Zudem wird die in Brüssel und Berlin laufende Debatte um die Regulierung geschlossener Fonds den Markt aller Voraussicht nach noch einmal grundlegend verändern. „Ob sich die heute gute Grundstimmung unter den Anbietern geschlossener Immobilienfonds halten wird, ist deshalb schwer zu sagen“ so Porr. Am Immobilienaktienmarkt werden sich nach Vorhersage von Michael Beck und Patrick Nass, Analysten bzw. Fondsmanager bei Ellwanger & Geiger, vor dem Hintergrund „eines spannenden und voraussichtlich volatilen Jahres 2010“ wieder Investmentchancen ergeben. Dabei wird sich die Transparenz in Rechnungslegung, Bestandshaltung und Portfolio-Bewertung als Wettbewerbsfaktor etablieren. Aufgrund des moderateren Rendite-Risiko-Verhältnisses, höheren Dividendenaussichten und eines stabilen Rechtsrahmens sind REITs reinen Projektentwicklern und (zu) hoch fremdfinanzierten Immobilienaktienunternehmen vorzuziehen. Zu erwartende Kurskorrekturen könnten dabei genutzt werden, um langfristig orientierte Positionen aufzubauen. Robert Ummen / Sven Johns (Hrsg.), Immobilien Jahrbuch 2010 – Analysen, Trends, Perspektiven. IMMO I.deen GmbH, ISBN 978-3-00-030486-6, 288 Seiten, 29,80 Euro. Das Immobilien Jahrbuch 2010 kann im Buchhandel oder im IVD-Webshop unter www.ivd-webshop.net Berlin, 15. April 2010 |