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Immobilienmarkt Saarland

Immobilienpreise: In Großstädten stabil, in ländlichen Regionen teils gesunken

(Saarbrücken, 8.9.2005) Die saarländischen Immobilienpreise entwickelten sich in den zurückliegenden zwölf Monaten unterschiedlich: Während in den Städten die Immobilienpreise überwiegend stabil blieben, gaben sie in ländlichen Regionen teilweise nach.

Die Wohnungsmieten (Netto-Kaltmieten) blieben überwiegend konstant, teilweise sind sie leicht gestiegen. Dies geht aus dem Preisspiegel Wohn- und Gewerbeimmobilienmarkt Saarland/Rheinland-Pfalz 2005 hervor, den der Immobilienverband Deutschland (IVD), Region West, herausgab.

Die Verbraucher sind beim Immobilienkauf weiterhin zurückhaltend. Dieser Trend hält seit etwa drei Jahren an. Der Grund: Viele haben angesichts der Wirtschaftslage Angst vor Arbeitslosigkeit. Hinzu kommt, dass sie bei den Diskussionen um Renten- und Gesundheitsreformen befürchten, ein geringeres Einkommen für ihre Baufinanzierung zu haben. Seit Einführung des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) konnten die Immobilienvermittler keine nennenswerten Verschiebungen am Immobilienmarkt beobachten: Bis dato kam es weder zu Notverkäufen, noch zu übermäßig vielen Umzügen in kleinere Mietwohnungen. Die IVD-Makler hoffen, dass sich nach der vorgezogenen Bundestagswahl das Konsumklima bessert und die Verbraucher wieder eher bereit sind, in Wohneigentum zu investieren. Die Hypothekenzinsen liegen bei unter vier Prozent (effektiv) und damit auf einem historisch niedrigen Niveau: Vor diesem Hintergrund ist die Immobilienfinazierung zurzeit ausgesprochen günstig.

In der Landeshauptstadt blieben die Preise für frei stehende, gebrauchte Einfamilienhäuser überwiegend stabil. Lediglich in einfachen Lagen sanken sie leicht. In guter Lage Saarbrückens wie Rotenbühl, Triller oder Staden muss man für ein frei stehendes Eigenheim etwa 260.000 Euro einrechnen, für ein Reihen- oder Doppelhaus etwa 230.000 Euro. Vergleichbare Eigenheime kosten in Homburg etwa 250.000 Euro, in Sankt Ingbert 220.000, in Saarlouis 225.000 und in Neunkirchen 200.000 Euro. Leicht gesunken (um etwa fünf Prozent) sind die Preise in ländlichen Regionen. In Ottweiler muss man für ein Einfamilienhaus derzeit 190.000 Euro einrechnen, in Wadern 140.000 und in Lebach 165.000 Euro. Die Makler glauben, dass dieser Trend weiter anhält: Die Leute wollen näher an den Städten wohnen. Denn die Preise für das Pendeln fallen mehr ins Gewicht, seit die Benzinpreise steigen und die Ökosteuer den Sprit zusätzlich verteuert.

Ähnlich ist der Markt bei Eigentumswohnungen. Auch hier beobachten die Makler einen Trend zurück in die Stadt. Dabei werden die Wohnungen immer mehr von Älteren nachgefragt, nicht zuletzt wegen den besseren Einkaufsmöglichkeiten und der besseren ärztlichen Versorgung. Viele Paare, deren Kinder Zuhause ausgezogen sind, verkaufen das nun überdimensionierte Einfamilienhaus im Grünen und suchen in der Stadt nach zentral gelegenen Wohnungen. In mittelguten Lagen Saarbrückens und Homburgs muss man etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche einrechnen, in Völklingen und Dudweiler etwa 850, in Saarlouis 1.600, in Illingen 900 Euro.

Überwiegend konstant sind die Wohnungsmieten. Wobei in ländlichen Regionen zum Teil Wohnungen leer stehen, weil das Angebot größer ist als die Nachfrage. In Städten sind die Mieten zum Teil leicht gestiegen, vor allem im Neubau-Erstbezug (um zwei Prozent). Der Grund: in den vergangenen zehn Jahren wurden kaum neue Wohnungen gebaut. Besonders groß ist dabei die Nachfrage nach Wohnungen mit vier und mehr Zimmern. In mittelguten Lagen Saarbrückens muss man etwa 4,25 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlen (Netto-Kaltmiete), in Dudweiler, Sankt Wendel, Ottweiler und Sulzbach vier Euro, in Merzig etwa 4,75 Euro.

Die Mieten für Büroflächen sind in Saarbrücken anhaltend stabil. Für gebrauchte Flächen muss man – je nach Ausstattung und Lage – vier bis sieben Euro pro Quadratmeter Nutzfläche (Netto-Kaltmiete) einkalkulieren. Bei Neubauten liegt die Miete bei zehn bis elf Euro. Begehrt sind Büroflächen in der Innenstadt, den Saarterrassen aber auch in den Gewerbegebieten Brebach-Fechingen sowie dem IT-Park. In der Landeshauptstadt stehen derzeit etwa 13 Prozent der Büroflächen leer. Wobei für die Hälfte dieser Büros vermutlich keine Mieter gefunden werden, da sie nicht mehr zeitgemäß sind: Haben die Räume keine EDV-Kabelkanäle, keinen Sonnenschutz und keine professionelle Beleuchtung, ist es schwer Nachmieter zu finden. Viele Vermieter wären bereit, diese Büros zu sanieren, aber mit der Aussicht auf vergleichsweise moderate Mieten, würde sich für sie diese Investition kaum lohnen.

Die Mieten für Ladenlokale blieben in den Toplagen wie der Bahnhofstraße stabil: Hier muss man 50 bis 85 Euro (Netto-Kaltmiete) – je nach Ladengröße - pro Quadratmeter Verkaufsfläche einrechnen.

In den Nebenlagen dagegen gaben die Ladenmieten weiter nach: In den zurückliegenden zehn Jahren gingen sie um bis zu 60 Prozent zurück: Derzeit muss man in den Nebenlagen Saarbrückens wie der Dudweiler, Sulzbacher oder Kaiserstraße zwischen 7,50 und 18 Euro einkalkulieren.

In Zweibrücken gaben die Preise für Einfamilien- und Reihenmittelhäuser leicht nach – je nach Ausstattung und Lage zwischen zwei und zwölf Prozent. In sehr guten Lagen wie auf dem Himmelsberg muss man für ein Einfamilienhaus etwa 350.000 Euro einrechnen, in guten Lagen etwa 215.000 Euro. Ein Reihenmittelhaus in vergleichbarer Lage schlägt mit etwa 160.000 Euro zu Buche. Leicht sanken auch die Preise für Eigentumswohnungen. In der Rosenstadt muss man für Gebrauchtwohnungen in guter Lage etwa 1.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche einrechnen (minus zwei Prozent), in Neubauten 1.300 Euro. Leicht stiegen hingegen die Wohnungsmieten: In mittelguter Lage muss man im Neubau-Erstbezug derzeit 5,30 Euro (Netto-Kaltmiete) einrechen und damit sechs Prozent mehr als vor einem Jahr. In gut ausgestatteten Altbauten stiegen die Mieten von vier auf 4,30 Euro.

Abdruck honorarfrei

Ansprechpartner:
Wolfgang Raue
IVD-Vorstandsmitglied für das Saarland
Telefon (06897) 544 40, E-Mail: raue-immobilien@t-online.de

Bernhard Hoffmann
Pressesprecher IVD-West
Telefon (0221) 95 14 97-14, E-Mail: hoffmann@ivd-west.net