| Gewerbeimmobilienmarkt NRW |
Sinkende Mieten bei Büros und Ladenlokalen (Düsseldorf, 26.7.2005) In vielen nordrhein-westfälischen Städten sanken in den vergangenen zwölf Monaten die Mieten für Büros und Ladenlokale. In den Großstädten mit über 300.000 Einwohnern gaben die Büromieten im Schnitt um fünf Prozent nach. Bei den Ladenmieten ist das Bild etwas uneinheitlicher: In den Ballungszentren waren sie eher stabil, in Städten mit bis zu 300.000 Einwohnern sanken sie in den Spitzenlagen um fünf Prozent. Dies geht aus dem Preisspiegel NRW-Gewerbeimmobilienmarkt 2005 hervor, den der Immobilienverband Deutschland (IVD), Region West, herausgab. Der IVD ist der Zusammenschluss von Ring Deutscher Makler (RDM) und Verband Deutscher Makler (VDM). Die steigende Zahl der Firmeninsolvenzen sowie die schlechte wirtschaftliche Lage sorgen dafür, dass die Nachfrage nach Büroflächen in den vergangenen drei Jahren zurückging. Hinzu kommt, dass viele Firmen beim Wechsel eher kleinere Räume anmieten. Der IVD hofft darauf, dass bei einem Regierungswechsel in Berlin, die Wirtschaft stimuliert wird und die Verbraucher wieder mehr konsumieren. Nur wenn diese Vorzeichen stimmen, könnte auch der breite Rückgang der Mietpreise für Büro- und Ladenflächen aufgehalten werden. Am stärksten gaben die Büromieten in der Landeshauptstadt nach: in guten Lagen (wie in der Innenstadt und am Medienhafen) um 19 Prozent: von 21 auf 17 Euro (Netto-Kaltmiete). In einfachen Lagen sanken sie um 13, in mittelguten um 18 Prozent. Auch in Wuppertal sanken die Mieten stark: in einfachen Lagen um 20 Prozent, in mittelguten um 15 Prozent: von 6,50 auf 5,50 Euro. In Bonn war der Rückgang hingegen moderat: in mittelguten Lagen von 12 Euro auf 11,50. Signifikante Rückgänge gab es ferner in Siegen, wo die Mieten in einfachen Lagen von sechs auf 4,50 Euro sanken (25 Prozent). Ähnlich auch die Lage in Arnsberg. In Detmold, Gütersloh, Hilden und Viersen gaben die Mieten – je nach Ort und Lage – zwischen neun und 25 Prozent nach. Überwiegend konstant sind die Büromieten hingegen beispielsweise in Essen, Dortmund, Bielefeld, Mülheim, Solingen, Paderborn und Oberhausen. Leichte Steigerungen gab es in guten Lagen Ratingens – von 10,50 auf zwölf Euro, sowie in Velbert, wo die Mieten an guten Bürostandorten von acht Euro auf 8,50 stiegen (sechs Prozent). Auch in den Mittelstädten gaben die Büromieten fast überall nach. Den größten Rückgang gab es in einfachen Lagen Bad Honnefs (20 Prozent) sowie in guten Lagen Schwelms (19 Prozent). Gemäß der schwachen Nachfrage nach Büros, sind auch die Leerstandsraten hoch: In Düsseldorf stehen derzeit 14 Prozent der Büros leer. In diesem Jahr werden weitere 150.000 Quadratmeter Fläche hinzukommen, die in der Boomphase geplant wurden und jetzt fertig gestellt werden. Diese werden das Überangebot weiter vergrößern. In Köln und Bonn liegt die Leerstandsrate bei sieben Prozent. In anderen Großstädten ist die Quote etwas moderater: Essen und Dortmund haben etwa fünf Prozent Büroleerstand, Münster und Duisburg drei. Ladenmieten: In Toplagen der Metropolen stabil, in Mittelstädten überwiegend am Sinken In den Großstädten Nordrhein-Westfalens blieben die Ladenmieten in den vergangenen zwölf Monaten in den Spitzenlagen überwiegend stabil. In den Nebenlagen sowie in den 1a-Lagen der Mittelstädte dagegen gaben sie vielfach nach. In Düsseldorf muss man in den Toplagen wie Schadowstraße und Königsallee unverändert etwa 180 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche bezahlen, in Köln in vergleichbarer Lage etwa 195 Euro. Konstant blieben die Mieten auch in Bonn (85 Euro) und Bielefeld (60 Euro). Leichte Steigerungen gab es in Bochum und Duisburg: um sieben beziehungsweise neun Prozent kletterten die Mieten an. In Wuppertal dagegen sanken sie um sieben Prozent – auf 70 Euro. In den Städten mit bis zu 300.000 Einwohnern blieben in den Toplagen die Ladenmieten überwiegend konstant. Zwischen acht und 20 Prozent gingen die Mieten lediglich in Gelsenkirchen, Hagen, Hamm und Oberhausen zurück. Leicht kletterten sie lediglich in Paderborn: von 65 auf 70 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Trotz rückläufiger Umsätze ist der Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel unverändert im Gange: Der Trend geht zu zentralen Lagen (zuungunsten der Nebenlagen), zu mehr Filialisten und zu mehr innerstädtischen Einkaufszentren. Pro Kopf stehen den Bundesbürgern im Schnitt über 1,3 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Im EU-Vergleich ist dies eine Spitzenstellung, die lediglich von den Niederlanden und Luxemburg übertroffen wird. Obwohl der durchschnittliche Flächenumsatz pro Quadratmeter in den zurückliegenden zehn Jahren von rund 4.000 Euro auf 3.300 Euro sank, werden weiterhin großflächige Einkaufszentren geplant. In NRW sollen in Düsseldorf in den „Arcaden“ 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen, im Duisburger „Forum“ 50.000 und in der Limbecker Straße in Essen 70.000 Quadratmeter. Das Oberhausener „Centro“ soll um 30.000 Quadratmeter erweitert werden, in Münster entstehen in den „Arcaden“ bis 2006 insgesamt 28.000 Quadratmeter. Nebenlagen: Weiterhin sinkende Ladenmieten In den Geschäfts-Nebenlagen gaben die Ladenmieten in vielen Großstädten weiter nach – eine Entwicklung, die nunmehr schon seit über fünf Jahren anhält. In Essen gaben sie im vergangenen Jahr um sechs Prozent nach, in Bochum um acht, in Bottrop und Hagen um 20, in Krefeld und Leverkusen um 13 beziehungsweise 14 Prozent. Ähnlich ist das Bild auch in den Mittelstädten: teilweise blieben die Mieten stabil, häufig aber gingen sie in den Nebenlagen weiter zurück. So sanken sie in Hilden um 20 Prozent, in Iserlohn, Gummersbach und Bad Salzuflen um 14 Prozent. Der Preisspiegel Gewerbeimmobilienmarkt NRW 2005 kann für 30 Euro (inkl. MwSt., zzgl. Versand) beim IVD-West bestellt werden, Tel: (0221) 95 14 97-0, Mail: info@ivd-west.net Abdruck honorarfrei Ansprechpartner: Bernhard Hoffmann, Pressesprecher Immobilienverband Deutschland (IVD), Region West Telefon (0221) 95 14 97-14, E-Mail: hoffmann@ivd-west.net ![]() |