Der IVD Region Mitte, Immobilienverband Deutschland verzeichnet erneut Stagnation bei Kaufpreisen, Mietpreise sind aber im Aufwind
Anlässlich seiner Pressekonferenz am Mittwoch, dem 20. April 2005 veröffentlichte der IVD Region Mitte, Immobilienverband Deutschland die neuesten Marktdaten für Wohnimmobilien, die die bisherige Preisentwicklung im Jahr 2005 wiedergeben. Befragt wurden die Mitglieder des Verbandes zu den Umsätzen im vergangenen Jahr. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Verkaufspreise zumindest in den Großstädten des Rhein-Main-Gebietes recht stabil geblieben. So müssen für freistehende Eigenheime guten Wohnwertes in Frankfurt am Main zur Zeit ca. 550.000 Euro bezahlt werden, im Vordertaunus rund 680.000 Euro. Preisstabil sind auch Reihenhäuser geblieben. Für ein Reihenhaus mit gutem Wohnwert müssen im Schnitt in Frankfurt wie auch im Vordertaunus etwa 340.000 Euro berappt werden. Die Preise für Eigentumswohnungen haben geringfügig nachgegeben. Während noch ein Jahr zuvor z.B. das Niveau für eine Eigentumswohnung mit gutem Wohnwert (Neubau-Erstbezug) in Frankfurt bei durchschnittlich 2.600 Euro pro m² lag, sind es aktuell im Schnitt 2.500 Euro pro m². Im Vordertaunus paßten sich die Preise für derartige Wohnungen von 2.250 Euro auf 2.150 Euro pro m² Wohnfläche an. Die Verkaufspreise im Frankfurter Umland für entsprechende Eigentumswohnungen haben ebenfalls leicht auf durchschnittlich 1.900 Euro pro m² nachgegeben.
Ursache für die Stagnation sieht der IVD Region Mitte vor allem in einer großen Zurückhaltung der Banken bei Finanzierung von Wohnimmobilien sowie einer Verunsicherung der Erwerber hinsichtlich ihrer persönlichen Zukunftsaussichten und der ständigen Diskussion rund um die Eigenheimzulage. Die Nachfrage ist dementsprechend momentan eher zurückhaltend. Dennoch liegt hier ein großes Potenzial für Kaufinteressenten. Das Zinsniveau befindet sich nach wie vor auf einem historischen Tief und die Kaufpreise sind sehr attraktiv. Die besondere Chance sieht der Verband für Mieter, die hohe Mieten entrichten, sich ohne große zusätzliche Monatsbelastungen den Weg ins Eigenheim zu erschließen.
Etwas anders, nämlich kritisch, stellt sich die Entwicklung auf dem Mietmarkt dar. Während die Mietpreise sich insbesondere in Frankfurt, Umland und dem Vordertaunus zwar als stabil im Vergleich zum Vorjahr dargestellt haben, lässt sich anhand der teils starken Nachfrage prognostizieren, dass es in absehbarer Zeit zu nicht unerheblichen Preissteigerungen im Wohnungsmietbereich kommen könnte. Es zeigt sich, dass die Preise insbesondere bei Bestandsimmobilien auf hohem Niveau stagnieren bzw. in manchen Regionen sogar weiter steigen.
Die Märkte befinden sich in einem „Allzeit-Hoch".Eine Entspannung sieht der Verband nicht. So müssen im Vordertaunus durchschnittlich 11,00 Euro pro m² für gehobene Mietflächen (Neubau-Erstbezug) entrichtet werden, in Frankfurt 10,00 Euro pro m² und im Umland immerhin 9,00 Euro pro m². Sollte sich die Nachfrage-Entwicklung in der derzeitigen Form fortsetzen, so sieht der IVD Mitte sogar eine wiederaufkommende Wohnungsnot im Rhein-Main-Ballungsgebiet entstehen. Dies vor dem Hintergrund, da die Bauantragsraten innerhalb der letzten 10 Jahre dramatisch zurückgegangen sind und somit die Nachproduktion ausgeblieben ist. Darüber hinaus ist nahezu keine Bereitschaft von Investoren mehr vorhanden, in Wohnimmobilien zu investieren. Freiwerdende Mietwohnungen von Privatinvestoren werden eher verkauft als weitervermietet. Somit fehlt eine Flächenerweiterung durch Neubau bei gleichzeitig rückläufigem Flächenangebot aus dem Bestand.
Gefordert werden daher von der Politik verlässliche Rahmendaten, die eine Investition in der Zukunft überschaubar gestalten, eine Vereinfachung des mittlerweile nahezu undurchschaubar gewordenen Mietrechtes sowie eine größere Bereitschaft bei Banken, sinnvolle Investitionen zu unterstützen.
Insbesondere ist der Gesetzgeber im Hinblick auf das sehr aktuelle Thema „Mietnomaden" gefordert, Lösungen für die vielzähligen Vermieterprobleme zu schaffen. Immer mehr Mieter zahlen einfach gar keine Miete mehr für ihre Wohnung. Sie wissen: Bis zur Räumungsklage dauert es Monate - und so lange bleiben sie auch dort wohnen. Für Vermieter kann das den Ruin bedeuten. Denn oft wird die Wohnung von der Miete abbezahlt, die finanzierende Bank will jedoch weiterhin mit Zahlungen bedient werden. Hinzu kommen Kosten für Gericht und Anwalt, die sich durchaus auf einen fünfstelligen Betrag summieren können. Nicht selten wird bei Räumung die Wohnung auch noch sanierungsbedürftig oder gar verwüstet zurückgelassen, was für den Vermieter existenzbedrohend sein kann. Die Mieter hingegen kommen oftmals ungeschoren davon und nisten sich -erneut ohne Miete zu zahlen - im nächsten Haus ein, bis es auch dort wieder zur Räumungsklage kommt.
Dies ist für die Vermieter ein untragbarer Zustand. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen. Bis dahin kann den Vermietern nur geraten werden, sich ein möglichst umfassendes Bild des Mietinteressenten durch Selbstauskünfte bzw. Anfragen bei Auskunfteien vor Mietvertragsabschluß zu verschaffen. Auch sollte der Vermieter keinesfalls auf eine Mietkaution verzichten.
Verwendung honorarfrei unter Hinweis auf die Quelle: „IVD Region Mitte, Immobilienverband Deutschland".Bei Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung: Herr Stephan Schlocker, 1. Stellvertreter IVD Region Mitte e.V., Tel.: 06172/25021. 
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