| Wohnimmobilienmarkt in der MEO-Region |
Stabile Mieten und Eigenheimpreise, teils sinkende Kosten für Eigentumswohnungen (Essen, 23.8.2005) Der Immobilienmarkt in der MEO-Region ist derzeit äußerst verbraucherfreundlich: Wohnungsmieten (Netto-Kaltmieten) und Eigenheimpreise sind überwiegend stabil, lediglich in den bevorzugten Lagen stiegen sie zum Teil leicht. Dies geht aus dem aktuellen Preisspiegel des Immobilienverband Deutschland (IVD), West, hervor. Die Verbraucher sind beim Immobilienkauf unverändert zurückhaltend. Dieser Trend hält seit etwa drei Jahren an. Sei es, dass sie angesichts der Wirtschaftslage Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Sei es, dass sie bei den Diskussionen um Steuer-, Renten- und Gesundheitsreformen befürchten, ein geringeres Netto-Einkommen für ihre Baufinanzierung zu haben. In Essen sind die Preise für gebrauchte Eigenheime und Wohnungen in den vergangenen zwölf Monaten überwiegend stabil geblieben. Nur in den guten Lagen sind die Kosten gestiegen. Für ein gebrauchtes, frei stehendes Einfamilienhaus in sehr guter Lage wie in Bredeney oder am Stadtwald muss man derzeit 650.000 Euro einkalkulieren, vor einem Jahr waren es lediglich 635.000 Euro. Für ein Haus in guter Lage wie in Kettwig muss man circa 440.000 Euro einplanen – vier Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Gleiches gilt für gebrachte Reihenmittelhäuser in guten Lagen: Hier kletterten die Preise um zwei Prozent: Von 250.000 auf 255.000 Euro. Konstant blieben hingegen die Preise in einfachen und mittelguten Lagen: Hier kostet ein Reihenhaus etwa 175.000 beziehungsweise 220.000 Euro. Noch uneinheitlicher sind die Preisentwicklungen bei Eigentumswohnungen: Während sich Wohnungen in sehr guten Lagen gegenüber dem Vorjahr verteuerten, gingen sie in einfachen und mittelguten Lagen zurück – je nach Ausstattung und Lage zwischen drei und elf Prozent. An guten Standorten sanken sie beispielsweise von 1.800 auf 1.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, in sehr guten Lagen hingegen stiegen sie um sieben Prozent, von 2.250 auf 2.400 Euro. Im Neubau-Erstbezug muss man mit einem vier Prozent höheren Preis rechnen: anstatt 2.800 muss man 2.900 Euro einrechnen. Überwiegend stabil blieben die Wohnungsmieten. Lediglich in bevorzugten Lagen stiegen die Mieten leicht (um zwei Prozent) an: Für eine gebrauchte Wohnung in guter Lage muss man demgemäß zurzeit etwa 6,60 Euro (Netto-Kaltmiete) pro Quadratmeter Wohnfläche einrechnen, im Neubau-Erstbezug 7,90 Euro. In einfachen und mittelguten Lagen wie beispielsweise im Essener Norden muss man 4,50 bis fünf Euro einplanen. Die Essener Büromieten sind anhaltend stabil. In modernen, gut ausgestatteten Gebäuden liegt die Miete bei etwa zwölf Euro (Netto-Kaltmiete) pro Quadratmeter Nutzfläche, bei einfach ausgestatteten Flächen etwa bei der Hälfte. In der Ruhrmetropole stehen derzeit etwa fünf Prozent der Büroflächen leer. Dies ist eine im Bundesdurchschnitt vergleichsweise moderate Quote. Zum Vergleich: in Köln liegt der Leerstand bei acht Prozent, in Berlin bei zwölf, in Düsseldorf bei 14 und in Frankfurt am Main bei 18 Prozent. Abzuwarten bleibt, wie sich sich das geplante Shopping-Center am Limbecker Platz auf die Ladenmieten auswirkt, das über 70.000 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen soll. Im Frühjahr kommenden Jahres soll mit dem Bau des 300-Millionen-Euro-Projekts begonnen werden, zwei Jahre später könnte der erste Bauabschnitt fertig gestellt sein, der Rest soll 2009 eröffnet werden, so die Planung. Auf den drei Ebenen sollen insgesamt 200 Geschäfte untergebracht werden, 24.000 Quadratmeter sollen an Karstadt sowie Karstadt-Sport entfallen. Wenn der Zuwachs an weiterer Verkaufsfläche nicht einher geht mit einem größeren Konsumverhalten der Verbraucher, könnten mittelfristig die Ladenmieten in der Essener Innenstadt sinken. Diese liegen derzeit bei 120 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche in den Toplagen, in 1b-Lagen bei 25 Euro. Oberhausen: Leichter Preisanstieg bei Einfamilienhäusern In Oberhausen sind die Preise für gebrauchte, frei stehende Eigenheime leicht gestiegen: Je nach Ausstattung und Lage zwischen zwei und drei Prozent. In den begehrten Lagen wie in den Stadtteilen Schmachtendorf, Königshaardt, Altstaden oder Styrum muss man etwa 380.000 Euro einrechnen – 10.000 Euro mehr als vor einem Jahr. In mittelguten Lagen muss man mit 220.000 Euro rechnen. Stabil blieben hingegen die Preise für gebrauchte Reihenmittelhäuser: In mittelguter Lage kosten sie etwa 210.000, in guter 240.000 Euro. Freuen können sich die Mieter: Die Netto-Kaltmieten sind seit Jahren anhaltend stabil. In guten Lagen liegen sie für Wohnungen aus zweiter Hand bei 6,75 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (Netto-Kaltmiete), im Neubau-Erstbezug bei 7,50. Ähnlich entspannt ist auch die Mietwohnungssituation in Mülheim an der Ruhr: In guten Lagen muss man etwa sechs Euro einrechnen, für Wohnungen in Neubauten etwa einen Euro mehr. Die Preise für Eigenheime entwickelten sich hingegen uneinheitlich: In guten Lagen stiegen sie leicht an, von 335.000 Euro auf 350.000 Euro. In sehr guten Lagen blieben sie hingegen mit etwa 460.000 Euro stabil. Zu diesen Standorten zählen in Mülheim beispielsweise die Stadtteile Speldorf, Saarn, Menden und Holthausen. Auf breiter Front stiegen hingegen die Kaufpreise für gebrauchte Reihenmittelhäuser: Je nach Ausstattung und Lage muss man derzeit zwei bis vier Prozent mehr aufwenden als vor einem Jahr. In guter Lage kostet ein Mittelhaus etwa 245.000 Euro und damit 10.000 Euro mehr als vor zwölf Monaten. Die Wohnungsmieten in Gebrauchtimmobilien blieben stabil; einzig im Neubau-Erstbezug in mittelguter Lage muss man mit 6,50 Euro (Netto-Kaltmiete) acht Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr. In Altbauten in guter Lage muss man mit sechs Euro rechnen, in mittelguter mit fünf. Abdruck honorarfrei Ansprechpartner: Bernhard Hoffmann, Pressereferent Immobilienverband Deutschland (IVD), West Telefon: (0221) 95 14 97-14, E-Mail: hoffmann@ivd-west.net ![]() |