Immobilienverband IVD

Projekt Stadtentwicklung: Zwischen Verantwortung und Vision

Von Lothar Schubert, geschäftsführende Gesellschafter der DC Developments GmbH & Co. KG

Nutzersynergien, Flächeneffizienz, ökologische und soziale Nachhaltigkeit: Die Städte der Zukunft stehen vor großen Herausforderungen und die Kunst für Projektentwickler, Architekten und Stadtplaner wird darin bestehen, die Bedürfnisse auf allen Ebenen zu vereinen.

Und das mit dem Ziel, den dynamischen Prozess der ewigen Weiterentwicklung der Städte aufzugreifen und Visionen für morgen zu definieren. Was können wir also von den Städten der Zukunft erwarten? Um die Städte von morgen zu planen, müssen wir die Städte von gestern verstehen. Rem Kolhaas hat die Entwicklung der Städte folgendermaßen zusammengefasst:

 „Die kompakte, mittelalterliche Stadt gleicht einem gekochten Ei, die Industriestadt des 19. Jahrhunderts einem Spiegelei und die Stadt der Moderne, des 20. Jahrhunderts, einem Rührei.“

Ist das Sinnbild des Rühreis nach wie vor als Metapher für das 21. Jahrhundert anwendbar? Ja und nein, denn das optimale Rezept wird noch kreiert.

In Deutschland wächst der Wettbewerb zwischen den Metropolen. Die Flächen für Projektentwicklungen werden knapp und die Ansprüche und Bedürfnisse der Bewohner größer. Helfen soll eine neue  Baurechtskategorie: Das urbane Gebiet. In Quartieren, in denen bisher keine weitere Nachverdichtung anhand von Wohnraum erlaubt wäre, soll durch die Ausweisung der neuen Gebietskategorie die Genehmigung von Wohnbauten erleichtert werden. In der Baunutzungsverordnung wird von urbanen Gebieten gesprochen, die "dem Wohnen sowie der Unterbringung von Gewerbebetrieben und sozialen, kulturellen und anderen Einrichtungen [dienen], die die Wohnnutzung nicht wesentlich stören." Durch die Neuausweisung von Brachflächen und alten Gewerbegebieten in urbane Gebiete erweitert sich das Flächenentwicklungspotential, dies könnte zu einer lebendigen Quartiersentwicklung beitragen.

Trotz neuer Baurechtskategorie bleibt das Herausfiltern von verfügbaren Grundstücken in Zukunft die Hauptaufgabe für Projektentwickler. Der erhöhte Bedarf an Wohnraum macht es unerlässlich, Konzepte zu entwickeln, die im besten Fall der wachsenden Nachfrage aller Segmente gerecht werden. Die Balance ist das Stichwort. Zwischen den Nutzungsarten, zwischen Tradition und Moderne, zwischen urbaner Lebendigkeit und privater Ruheoase. Funktionstrennung war gestern. Wohnen, Arbeiten und Einkaufen rücken dicht zusammen – Rührei ja, aber mit vielen Komponenten und der geheimen Zutat, die Innovation und Identität miteinander verbindet.

Der Artikel ist zuerst im AIZ-Immobilienmagazin erschienen, Ausgabe 3/2017, Seite 42

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