Immobilienverband IVD

Transformationslust ohne Digitalisierungsfrust

Von Dagmar Faltis, CEO und Geschäftsführerin bei der SmartExposé GmbH in Berlin.

Wichtiger werden Soziale Medien und Messenger-Dienste. Gerne wird die Online-Recherche auch durch eine Offline-Beratung ergänzt. Den Interessenten gewinnt demnach der, der beides geschickt miteinander kombiniert. Das Kundenverhalten beweist, dass die digitale Transformation keineswegs Selbstzweck oder gar notwendiges Übel ist. Um sich beim digitalen Wandel jedoch nicht zu verzetteln, lohnt es, Prioritäten setzen.

 

Erst der Kunde, dann die Technik

 

Was gehört nun ganz oben auf die To-Do-Liste? Investitionen in Technik? In Hardware, Software oder etwas Digitales? Vielleicht eine Drohne anschaffen? Nicht doch. Zunächst gehört der Kunde in den Mittelpunkt der Überlegungen. Die Fokussierung auf ihn ist deshalb wichtig, weil sie einen Blickwechsel auf das eigene Geschäft ermöglicht. Meist ergeben sich dadurch wertvolle Fragen im Hinblick auf smarte Services und Angebote. Die daraus resultierenden Antworten sind wiederum relevant für die anschließend zu entwickelnde Digitalstrategie. Konzentriert man sich hingegen gleich zu Beginn auf die technische Umsetzung oder verbeißt sich in IT-Fragen, riskiert man, das eigentliche Ziel – die Kundenzufriedenheit – aus den Augen zu verlieren. Insofern ist die Betrachtung aus Kundensicht TOP 1 auf der Liste.

 

IT fit machen für die digitale Welt

 

Danach kommt die IT ins Spiel, die in vielen Unternehmen in die Jahre gekommen ist. Häufig gleicht sie einem Flickenteppich, an den immer wieder ein Stück genäht wird, wenn es erforderlich ist. Sicherlich funktioniert das. Doch ist die IT so zukunftsfähig? Wesentlich effektiver ist ein ganzheitliches Customer-Relationship-Management-System, in dem Geschäftsvorgänge nahtlos ineinander greifen und in das sich neue Kommunikationstools mühelos integrieren lassen. Dadurch werden Abläufe nicht nur schneller und transparenter. Der gesamte Workflow macht mehr Spaß. Zudem sollte man auf offene Schnittstellen achten, damit die IT flexibel und anpassbar bleibt.

 

Von anderen Branchen lernen

 

Je nachdem, wie aufwendig die Realisierung ist, empfiehlt es sich, einen IT-Dienstleister ins Boot zu holen, der nach Möglichkeit mit den Prozessen in Immobilienunternehmen vertraut sein sollte. In anderen Branchen haben sich IT-Spezialisten bereits durchgesetzt. Beispielhaft hierfür ist die DATEV, die seit über 50 Jahren mit ihren IT-Systempartnern digitale Services für Steuerberater anbietet. Keine Kanzlei würde angesichts der komplexen Materie auf die durchdachten IT-Services verzichten wollen. Warum sollten es sich Immobilienmakler nicht ähnlich komfortabel machen?

 

Was ist Hype und was ist von Dauer?

 

Angesichts der Vielzahl von digitalen Anwendungen ist es außerdem ratsam, zwischen kurzlebigen Trends und nachhaltigen Entwicklungen unterscheiden zu können. Was zugegebenermaßen keine leichte Aufgaben ist. Doch Neues daraufhin abzuklopfen, ob und in wie weit es nutzbringend für das eigene Business und für die Branche insgesamt ist, hilft die Orientierung zu behalten. Ist Virtual Reality tatsächlich das nächste große Ding in der Immobilienwirtschaft? Was hat es mit Big Data auf sich? Denn das, was für Makler A sinnvoll ist, muss nicht automatisch für Makler B passen. Wesentlich ist, bei der Digitalisierung permanent am Ball zu bleiben.

 

Das Zepter in der Hand behalten

 

Überlegenswert ist auch, eine Art Jour fixe zu initiieren, an dem man sich regelmäßig mit Kollegen, Partnern und Mitarbeitern zum Erfahrungsaustausch trifft. Letztlich geht es darum, sein Unternehmen mit Hilfe von innovativen Technologien weiterzuentwickeln und zu stärken. Es lohnt sich also, den digitalen Wandel systematisch in Angriff zu nehmen und vor allem selbst zu bestimmen, wo es langgeht. Dann steigt die Transformationslust ohne Digitalisierungsfrust.

 

Der Beitrag erschien zuerst im AIZ-Immobilienmagazin, Ausgabe 6/2017, Seite 38f.

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

Leiter Kommunikation

Telefon: 0 30 / 27 57 26 - 0 E-Mail: info@ivd.net
digital Bilder Zukunft
06.03.2017 | Immobilienverband IVD | Fachthemen, intern, intern, Intern

IVD entwickelt "Digital Kompass" für die mittelständische Immobilienwirtschaft

"Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Das birgt Gefahren, aber auch Chancen. Wer den Digitalisierungsprozess nutzt, arbeitet professioneller, erlangt Hoheit über seine Daten, optimiert...

Hier geht es zum Digital Kompass
digital Bilder Zukunft
10.04.2017 | Immobilienverband IVD | Fachthemen, intern

Digitalisierung im Sachverständigenbüro

Von Stephanie Schäfer Das teuerste Gut eines Sachverständigen ist seine eigene Arbeitszeit, die er nicht beliebig ausdehnen kann. Will er mehr Aufträge bearbeiten, muss er seine Arbeitsabläufe straffen. Hier...

Mehr erfahren
Ein Bild von verschiedenen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme
03.04.2017 | Immobilienverband IVD | Fachthemen, intern, intern, Intern

Kundenservice digital

Mehr erfahren
Ein Bild von verschiedenen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme
08.02.2017 | Immobilienverband IVD | Fachthemen, intern

Digitalisierung verändert die Kundenansprache

Von Dagmar Faltis Das Internet verändert Marketing und Vertrieb grundlegend. Zukünftig entscheiden Daten darüber, mit welchen Werbebotschaften ein Kunde angesprochen wird. Das ermöglicht Angebote,...

Mehr erfahren
AIZ
13.07.2016 | Immobilienverband IVD | Publikationen

AIZ - Das Immobilienmagazin jetzt als App

Download für iOS: https://itunes.apple.com/de/app/aiz-magazin/id1218286943?l=en&mt=8   Download für Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.smartexpose.aizapp AIZ...

Mehr erfahren
AIZ
23.06.2016 | Immobilienverband IVD | Allgemein

Die aktuelle Ausgabe des AIZ-Immobilienmagazins

Unsere Themen in der Sommerausgabe sind u.a.: Interview mit Marcel Remus: Im Interview spricht der Makler über den Luxusimmobilienmarkt auf Mallorca und wie er es schafft, auf einem umkämpften Markt...

Mehr erfahren

Kommentare sind geschlossen.