Immobilienverband

Schuldzinsen nach Verkauf des Grundstücks

Schuldzinsen für ein Darlehen, das zur Finanzierung der Anschaffungskosten aufgenommen wird, sind als Werbungskosten abziehbar. Wird die Immobilie später verkauft und reicht der Verkaufserlös zur Tilgung des Darlehens nicht aus, so sind die Schuldzinsen auf dieses Restdarlehen nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs nicht als Werbungkosten abzugsfähig.

Diese Rechtsprechung wird zunehmend in Zweifel gezogen.

Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Beschuss vom 18. Juli 2011 (Az. 11 V 1620/11) jüngst entschieden, dass die Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten jedenfalls dann abziehbar sind, wenn das Grundstück innerhalb der 10 – jährigen „Spekulationsfirst“ des § 23 EStG verkauft worden ist. Ein vergleichbarer Fall ist bereits beim Bundesfinanzhof anhängig (Az. IX R 67/10). Wenn das Finanzamt die Berücksichtigung der nachträglichen Schuldzinsen als Werbungkosten ablehnt, sollten sie daher unbedingt Einspruch einlegen.

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