Immobilienverband

Leerstandsquote sinkt seit sieben Jahren

UnbenanntDer marktaktive Leerstand – also Geschosswohnungen, die unmittelbar vermietbar oder mittelfristig aktivierbar sind – lag Ende 2013 bei 3,1 Prozent beziehungsweise rund 653.000 Einheiten. Das sind gut 35.000 Einheiten weniger als noch im Jahr 2012 (rund 688.000 Einheiten). Im selben Zeitraum wurden bundesweit 86.000 neue Geschosswohnungen errichtet. Der Leerstandsabbau allein trug demnach rund ein Drittel zur Befriedigung der zusätzlichen Wohnungsnachfrage in diesem Segment bei. Dies geht aus dem CBREempirica-Leerstandsindex hervor, der auf der Grundlage der Bewirtschaftungsdaten von CBRE (rund 800.000 Wohneinheiten) sowie umfangreicher Analysen und Schätzungen auf Basis der empirica-Regionaldatenbank und des Statistischen Bundesamtes erstellt wird.

Marktaktiver Leerstand

„Der marktaktive Leerstand berücksichtigt keine ‘Ruinen’ oder dysfunktionalen Leerstände. Angaben des Zensus 2011 für den totalen Leerstand fallen daher höher aus und summieren sich auf 1,1 Millionen Geschosswohnungen sowie weitere 0,6 Millionen Wohnungen in Eigenheimen. Damit ist gut jede dritte leer stehende Geschosswohnung nicht unmittelbar disponibel und daher kein marktaktiver Leerstand“, führt Dr. Reiner Braun, Vorstandsmitglied der empirica AG aus. Der marktaktive Leerstand in Geschosswohnungen liegt in Ostdeutschland (ohne Berlin) mit 6,1 Prozent immer noch deutlich höher als im Westen mit 2,5 Prozent. Michael Schlatterer, Teamleiter Residential Valuation bei CBRE in Deutschland ergänzt: „Aussagekräftiger als Ost-West-Unterschiede sind jedoch die abweichenden Entwicklungen in Regionen mit schrumpfenden und wachsenden Einwohnerzahlen, wie es sie beiderseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze gibt. In Schrumpfungsregionen stagniert der Leerstand seit Jahren und beträgt derzeit 6,6 Prozent. Demgegenüber liegt der Leerstand in Wachstumsregionen nur bei unterdurchschnittlichen 2,1 Prozent und ist hier im siebten Jahr rückläufig (2009: 2,9%, 2006: 3,3%).“

Niedrigste Quote in München, höchste in Salzgitter

Die niedrigsten Leerstandsquoten finden sich derzeit in den Städten München (0,4%) sowie Hamburg, Münster, Darmstadt und Frankfurt/M. (je 0,7%). Am anderen Ende der Skala stehen Salzgitter (11,0%) und Chemnitz (9,5%). In fünf Städten ist die Leerstandsquote seit 2009 um rund zwei oder mehr Prozentpunkte geschrumpft: Leipzig (– 2,9 Punkte), Magdeburg (– 2,0 Punkte) sowie Schwerin, Halle und Emden (jeweils – 1,9 Punkte). Hohe Zuwächse von mehr als einem halben Prozentpunkt gab es dagegen in Pirmasens (+1,1 Punkte), Kaufbeuren (+ 0,7 Punkte), Bremerhaven und Neustadt an der Weinstraße (je + 0,6 Punkte) sowie in Worms (+ 0,5 Punkte).

Quelle: AIZ Immobilienmagazin 1-2/2015, Seite 8

2 Antworten zu “Leerstandsquote sinkt seit sieben Jahren”

  1. Axel Kloth sagt:

    Nach meiner Markterfahrung und nach Zahlen, die andere Anbieter, wie z.B. Saga GWG bekanntgeben, halte ich die hier genannten 0,4% für Hamburg für falsch. Es kommt natürlich entscheidend auf die Definition vom Leerstand an. Die Fluktuation liegt in Hamburg je nach Teilmarkt zwischen gut 6% und über 10%. Die Vermarktungszeiten verlängern sich seit Ende 2013 deutlich.
    Der IVD sollte deutlich machen, was genau mit Leerstand gemeint ist und das dem Markt tatsächlich, je nach Fluktuationsquote, viel (!!!) mehr Wohnungen zur Verfügung stehen. Sonst sind solche Artikel Wasser auf die Mühlen der Mietpreisbremser & Co.

  2. Die Statistik ist nicht gerade aktuell. Die Vergleichsdaten aus 2012 zu 2013 verfälschen den Gesamteindruck und bieten daher keinen geeigneten Vergleich. Wir alle wissen doch wo die Nachfrage hoch und wo sie niedrig ist. Und wer den Zu-und Wegzug betrachten und den demografischen Wandel dabei mit berücksichtigt wird für sich ein bessere Bild bekommen. Die Nachfrage an Universitätsstandorten ist konstant hoch und bleibt attraktiv. Der Osten ist schwach, wob hier einige Städte wie Leipzig und Dresden, gerade auch nach 2013 sehr gut zulegen konnten. Ich schließe mich der Meinung von Herrn Kloth ebenfalls an. Da gibt es bessere und aktuellere Auswertungen….