Immobilienverband

Sommerinterview: Makler in der „Karibik des Nordens“

Man muss sie einfach lieben, diese Insel: Man kann tagelang die Türen offen stehen lassen, ohne beklaut zu werden. Und es gibt noch eine heile Maklerwelt gibt: schöne Häuser, steigende Preise, urlaubsbegeisterte Käufer, tiefenentspannte Verkäufer und das alles ohne Provisionsquerelen. Leif Both, Föhrer Makler von Dahler und Company, freut sich jedenfalls des Lebens - so erscheint es im AIZ-Sommerinterview.

Am nördlichsten Ende der Republik, weit weg von Berlin: Wie ist der Blick eines Inselmaklers auf Deutschland?
Leif Both: Ich genieße es, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen und konzentriere mich auf den schönsten Immobilienmarkt, den der Ferienimmobilien. Die Themen der Maklerkollegen im Rest der Republik stellen sich für uns häufig anders.

Da wäre als erstes das Bestellerprinzip zu nennen, funktioniert das auch auf Föhr?
Auf Föhr herrscht Wohnungsmangel. Vermieter finden ohne Mühe neue Mieter. Wir hatten in neun Jahren drei Vermietungsaufträge. Die Insel ist klein, da spricht sich eine freie Wohnung schnell rum, sodass niemand einen Makler für eine Vermietung braucht. Das war auch schon vor Einführung des Bestellerprinzips so; insofern ist es für uns kein Thema.

Apropos "Mietmarkt": Anlässlich einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates in Hannover hat Landesministerin Rundt den Wohnungsmangel auf den Nordseeinseln beklagt. Kommt die Mietpreisbremse auch auf Föhr?
Schleswig-Holstein hat bereits Ende letzten Jahres in den ersten Gemeinden, unter anderem im Hamburger Umland, aber auch auf Sylt, die Mietpreisbremse eingeführt. Es ist daher sicher nur eine Frage der Zeit, dass auch wir sie auf den Nachbarinseln Föhr und Amrum bekommen. Viel wichtiger ist es jedoch auch bei uns, bezahlbaren Mietwohnraum auf den Inseln zu schaffen und hier muss insbesondere auch an sozialen Wohnungsbau gedacht werden.

Was fällt Ihnen zum Thema "Baukostensenkung" ein, wenn Sie daran denken, dass man bei Ihnen schon glücklich ist, überhaupt einen Handwerker zu finden?
Baukostensenkung ist wohl weniger ein Thema der Ferienimmobilien, sondern primär ein wohnungspolitisches zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Bei uns erfüllen sich solvente Inselliebhaber ihren Traum eines attraktiven und stilvollen Friesenhauses unter Reet; da sind günstige Baukosten nicht ausschlaggebend. Wenn es um die Geldanlage in "Betongold" geht, nehmen unsere Investoren in Kauf, dass die hiesigen Handwerker extrem gut ausgelastet und bei ihren Preisen somit kaum nachgiebig sind. Andererseits ist es vielleicht auch ein Vorteil, dass auf Föhr die Zeit manchmal stehengeblieben scheint: unsere insularen
Firmen leisten noch Handwerkskunst allerfeinster Güte, sodass das Preis- Leistungs-Verhältnis wieder stimmt.

Worin liegen die speziellen Anforderungen an einen "Reethaus – Makler"?
Als gelernter Immobilienkaufmann und -fachwirt begrüße ich die geplante Zulassungsbeschränkung im Sinne eines Sachkundenachweises. Weil es bei der Immobilienvermittlung im Allgemeinen wie auch von Ferienhäusern im Besonderen immer noch viele schwarze Schafe sowie reine Nachweismakler gibt, wird hier ein Qualitätsnachweis zur Bereinigung des Marktes führen. Während in anderen Ländern schon lange ein Studium erforderlich ist, reicht bei uns für den "Maklerschein" bisher ein polizeiliches Führungszeugnis, ohne jegliche Berufsausbildung oder –qualifikation. Das kann und darf nicht sein. Dahler & Company ist in Sachen professioneller Beratung schon lange weit vorn. Wir sind gerade zum wiederholten Male Testsieger der Servicestudie Immobilienmakler beim Deutschen Institut für Service-Qualität geworden.

Wie oft beneiden Sie Berliner Investment-Makler um ihre Umsätze?
Nein, ich beneide niemanden, sondern freue mich für die Kollegen. Familiäre Gründe haben mich von Hamburg auf die Insel verschlagen. Den Schritt in die Selbstständigkeit mit Dahler & Company, habe ich bis heute nicht bereut. Ich lade die Berliner Kollegen gern ein, mich zu besuchen – dann können wir uns über die Vorteile des jeweiligen Standortes austauschen...

Föhr nennt sich selbst "Karibik des Nordens". Leben Sie also auf der Insel der Glückseligkeit?
Es ist einfach schön, da arbeiten und wohnen zu können, wo andere Urlaub machen. Man lebt in einer heilen Welt, nahezu ohne jegliche Kriminalität. Das Leben auf der Insel gibt einem ein erhöhtes Sicherheitsgefühl und es fehlt an nichts. Jede Jahreszeit hat etwas für sich. Wie wir uns im Spätherbst freuen, dass es ein wenig ruhiger wird, freuen wir uns jetzt, dass die Urlaubssaison mit zahlreichen zufriedenen und immer wiederkehren Feriengästen in vollem Gange ist. Sie wissen nämlich genau, warum es sich lohnt, jedes Jahr nach Föhr zu reisen…

Foto von der Nordseeküste mit Leuchtturm

Copyright: Michael Thaler - shutterstock.com

Der Artikel ist erschienen im AIZ-Immobilienmagazin, Ausgabe 7-8, Seite 34 - 35.

Nahaufnahme Vertragsunterzeichnung
18.07.2016 | IVD | AIZ

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