Immobilienverband IVD

Deutschlands konstanter Mietmarkt

Von Thomas Meyer, Vorstand, WERTGRUND Immobilien AG

 

Sichere gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen – steigende Einkommen der privaten Haushalte – der anhaltende Nachfrageüberschuss im Wohnbereich – konstante Renditeniveaus. Die Gründe für den Kauf einer deutschen Mietwohnung als Kapitalanlage sind vielfältig. Ein zentraler Aspekt fällt allerdings immer wieder unter den Tisch, wenn von den Vorteilen des Wohnungsmarktes in Deutschland gesprochen wird: die Beständigkeit der Mieterinnen und Mieter. Der Großteil aller deutschen Mieter ist nicht nur mit der eigenen Wohnsituation glücklich, sondern lebt auch über lange Zeit hinweg in ein- und derselben Wohnung. Dies ergab kürzlich eine repräsentative Umfrage, die wir in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt haben. Ein zentraler Grund dafür ist häufig das enge Mieter-Vermieter-Verhältnis.

Meyer

Zufriedenheit und Konstanz prägen den deutschen Mietmarkt

 

Insgesamt zeigten sich in der Studie 81 Prozent aller Mieter zufrieden bis sehr zufrieden, unabhängig von der Lage, Größe und dem Baujahr der Wohnung sowie der eigenen sozialen Schicht oder des Bildungsniveaus. Zudem empfindet mehr als die Hälfte der Befragten (53 %) ihre monatliche Nettokaltmiete als geringe oder überhaupt keine Belastung. Für Eigentümer bedeutet dies Sicherheit: Wenn der Mieter die monatlichen Zahlungen nicht als Bürde empfindet, kann er davon ausgehen, dass etwaige Zahlungsrückstände aufgrund einer finanziellen Schieflage kaum zu befürchten sind.

 

Eng damit verbunden dürfte das zweite zentrale Ergebnis der Studie sein: 43 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, schon länger als zehn Jahre in ihrer gegenwärtigen Wohnung zu leben – 19 Prozent sogar länger als zwanzig Jahre. Im Durchschnitt bleiben die Deutschen ihrer Mietwohnung elf Jahre lang treu. Das zeigt, dass die Deutschen selten „zur Probe“ wohnen und bereits nach kurzer Zeit weiterziehen. Auch das Leerstandsrisiko ist für Eigentümer demzufolge überschaubar.

 

Zusätzliche Instrumente wie beispielsweise ein Mietpool können gleichzeitig die Anlagesicherheit erhöhen: Dort werden die Mieteinnahmen aus allen Wohnungen anhand ihrer jeweiligen Soll-Miete aufgeteilt und Einnahmeverluste durch den vorübergehenden Leerstand einer Wohnung auf alle Mitglieder umgelegt werden.

 

Zahlreiche Anleger entscheiden sich für indirekte Immobilieninvestments

 

Die Studie zeigt allerdings noch einen weiteren zentralen Aspekt: 79 Prozent aller Mieter äußerten sich in der Umfrage mit ihrem Verhältnis zum Verwalter oder zum Vermieter zufrieden. Besonders häufig ist dies bei privaten Vermietungsverhältnissen der Fall. Es zeigte sich ebenfalls, dass private Vermieter nur selten Mieterhöhungen vornehmen. So gaben 54 Prozent der entsprechenden Mieter an, dass ihre Miete in den vergangenen Jahren nicht angehoben wurde. Häufig spielt die persönliche, über Jahre hinweg gewachsene Verbindung eine zentrale Rolle – aber auch die Angst vor Auszug und Leerstand.

 

Was zweifelsfrei ein Zeichen guter Nachbarschaft darstellt, ist jedoch aus ökonomischen Gesichtspunkten nicht ideal. Schließlich optimieren die Käufer ihre Kapitalanlage nicht. Aus diesem Grund können indirekte Immobilieninvestments in Wohnungsfonds für einige Anleger die Alternative darstellen. Dadurch vermeiden sie einerseits den Verwaltungsaufwand einer Immobilie im Direktbesitz, andererseits profitieren sie vom professionellen Mietermanagement der Fondsverwaltung. Zudem können sie mit einer Fondsanlage als Sondervermögen noch mehr Investmentsicherheit erreichen, ohne signifikant an Rendite einzubüßen.

 

Der Artikel erschien zuerst im AIZ-Immobilienmagazin, Ausgabe 9/2017, S. 27

Chefredakteur AIZ

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