Immobilienverband IVD

Steuern pro Wohnen

Steuern pro Wohnen

STEUERLICHE HÜRDEN BEIM NEUBAU BESEITIGEN

S3Das Steuerrecht stellt an vielen Stellen ein Hindernis für die erforderliche Wohnungspolitik dar. Zunächst kommt es daher gar nicht darauf an, eine steuerliche Förderung des Wohnungsneubaus einzuführen. Wichtig ist es, die verschiedenen steuerlichen Hemmnisse zu beseitigen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss die Sondervorschrift des § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG so ergänzt werden, dass Kosten für die energetische Sanierung von Gebäuden auch dann als Werbungskosten abgezogen werden können, wenn sie in den ersten drei Jahren durchgeführt werden. Außerdem darf die Installierung von Photovoltaik- und Blockheizkraftanlagen nicht zur Gewerbesteuerpflicht der Mieteinnahmen führen. Damit auch Schwellenhaushalte sich den Erwerb einer selbstgenutzten Wohnung leisten können, muss bei der Grunderwerbsteuer ein Freibetrag eingeführt werden.

Die Immobilienwirtschaft darf den Zug der Digitalisierung nicht verpassen. Hierfür muss daher, wie bei der Forschung und Entwicklung, eine Förderung angestrebt werden. Da die Herstellungskosten für ein Gebäude heutzutage zu einem weitaus größeren Teil durch die technische Ausstattung versursacht werden, die schneller veralten als der eigentliche Rohbau, muss die sogenannte Normalabschreibung von derzeit 2 auf mindestens 3 Prozent angehoben werden.

 

 

1 STEUERLICHE HEMMNISSE BEI DER  ENERGETISCHEN MODERNISIERUNG

S41Wenn Vermieter ihr Gebäude energetisch modernisieren, können die Aufwendungen steuerlich in vollem Umfang als Werbungskosten abgezogen werden. Eine Aktivierung und Abschreibung der Kosten ist nicht erforderlich, weil es sich steuerlich um Erhaltungsaufwand und nicht um Herstellungskosten handelt.

Werden die Maßnahmen in den ersten drei Jahren nach der Anschaffung durchgeführt, gilt jedoch eine Sonderregelung: Wenn die Gesamtkosten der Maßnahme mehr als 15 Prozent der auf das Gebäude entfallenden Anschaffungskosten betragen, werden die Kosten fiktiv in Herstellungskosten umqualifiziert, so dass sie nur noch mit 2 oder 2,5 Prozent jährlich geltend gemacht werden. Diese Regelung hält viele Investoren von der energetischen Modernisierung ab.

Der Immobilienverband IVD regt an, die Vorschrift des § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG um eine Ausnahmeregelung zu ergänzen, nach der Kosten für die energetische Modernisierung des Gebäudes bei Berechnung der Grenze von 15 Prozent nicht mitgerechnet werden.

 

2 REALITÄTSGERECHTE ABSCHREIBUNG VON NEUEN WOHNGEBÄUDEN

Wohngebäude können nach dem geltenden Recht mit 2 Prozent abgeschrieben werden. Ist das Gebäude vor dem Jahre 1925 errichtet worden, beträgt der Abschreibungssatz 2,5 Prozent. Dieser Abschreibungssatz wird dem Wertverzehr neu errichteter Gebäude nicht mehr gerecht. Denn die Baukosten neu errichteter Wohngebäude beziehen sich in einem sehr viel größeren Umfang auf die technischen Einrichtungen des Gebäudes. Diese Einrichtung altern jedoch aus technischen und wirtschaftlichen Gründen schneller, als der „Rohbau“ des Gebäudes. Der einheitliche Abschreibungssatz für das Gebäude muss daher von 2 auf mindestens 3 Prozent angehoben werden.

Die Abschreibung neu errichteter Wohngebäude sollte nach Auffassung des IVD auf ein realitätsgerechtes Maß angehoben werden und mindestens 3 Prozent betragen.

 

3 PHOTOVOLTAIKANLAGEN MÜSSEN SICH FÜR ALLE LOHNEN

Errichtet der Vermieter auf dem Dach des Wohnhauses eine Photovoltaikanlage, so kann dies dazu führen, dass dadurch auch die Einnahmen aus der Wohnungsvermietung gewerbesteuerpflichtig werden. Da der daraus entstehende steuerliche Nachteil sehr viel größer ist als der Zuschuss für Mieterstrom, sehen sich viele Vermieter gehindert, derartige Anlagen zu installieren.

Durch eine Änderung der entsprechenden steuerlichen Vorschriften muss sichergestellt werden, dass die Installierung von Photovoltaikanlagen nicht zu einer Gewerbesteuerpflicht bei der Wohnungsvermietung führt.   

 

4 FREIBETRAG BEIM KAUF VON SELBSTGENUTZTER WOHNUNG

S62Die Grunderwerbsteuer stellt ein wesentliches Hindernis für den Erwerb der selbstgenutzten Wohnung dar, da sie das erforderliche Eigenkapital verbraucht. Wegen der niedrigen Zinssätze ist der Erwerb einer selbstgenutzten Wohnung derzeit auch für Schwellenhaushalte erschwinglich. Dennoch ist für junge Menschen das Ansparen von Eigenkapital das größte Hindernis, gefolgt von der Grunderwerbsteuer.

Der Erwerb der selbstgenutzten Wohnung sollte daher von der Grunderwerbsteuer befreit werden. Hierzu kann ein Freibetrag eingeführt werden, der für jeden Erwerber 250.000 EURO beträgt. Zusätzlich sollte für jedes einziehende Kind ein Freibetrag von 10.000 EURO gewährt werden.

 

 

 

 

5 REFORM DER GRUNDSTEUER

Voraussichtlich wird das Bundesverfassungsgericht die derzeitige Grundsteuer, die auf den Einheitswerten zum 1.1.1964 bzw. zum 1.1.1935 basiert, für verfassungswidrig erklären. Zu erwarten ist, dass das Gericht dem Gesetzgeber eine Frist setzen wird, innerhalb derer das Gesetz geändert werden muss. Um die Finanzausstattung der Gemeinden nicht zu gefährden sollte daher umgehend eine Reform in die Wege geleitet werden.

Die neue Grundsteuer sollte verfassungsfest und innerhalb kurzer Frist und ohne großen Verwaltungsaufwand umsetzbar sein. Die neue Grundsteuer sollte außerdem insgesamt aufkommensneutral sein.  

 

6 STEUERLICHE FÖRDERUNG BEI DER ANSCHAFFUNG VON SOFTWARE

Der Mittelstand kommt oft dem Digitalisierungstrend nicht hinterher und scheut sich auch, die Kapazitäten und die Investitionssummen aufzubringen. Die Chancen der betrieblichen digitalen Prozessoptimierung und der eigenen Professionalisierung müssen aber genutzt werden, um im Wettbewerb mithalten zu können. Gegenwärtig beschränkt sich die Förderung der Digitalisierung auf Zuschüsse für die Beratung von Unternehmen und KfW-Darlehen für die Anschaffung im Produktionsbereich sowie für Forschung und Entwicklung. Das kann einem mittelständischen Immobilienunternehmen nicht helfen.

Diese Fördermaßnahmen sollten um eine steuerliche Komponente ergänzt werden, die auch die Anschaffung von Computerprogrammen/CRM-Software außerhalb des Produktionsbereichs erfasst. Damit die Einführung einer solchen Förderung möglichst problemlos und schnell umgesetzt werden kann, bietet es sich an, die bestehende und bewährte Regelung in § 7g EStG über den Investitionsabzugsbetrag auf die Anschaffung von Computerprogrammen zu erweitern.

Bisher begünstigt die Vorschrift nur die Anschaffung beweglicher Wirtschaftsgüter, so dass Computerprogramme davon ausgeschlossen sind, da es sich dabei um immaterielle Wirtschaftsgüter handelt. Aufgrund der Vorschrift über den Investitionsabzugsbetrag kann der Unternehmer, der die Anschaffung eines Wirtschaftsgutes beabsichtigt, bereits vor der tatsächlichen Anschaffung seinen Gewinn um bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten und bis zu „200.000 EUR“ mindern. Erforderlich ist lediglich, dass er die Funktion des Wirtschaftsgutes und die voraussichtlichen Anschaffungskosten benennt. Wird das Wirtschaftsgut nicht innerhalb der nächsten drei Jahre angeschafft, ist der Abzugsbetrag rückgängig zu machen. Im Jahr der Anschaffung kann das Unternehmen den Steuervorteil fortsetzen, indem es den Abzugsbetrag durch eine entsprechende Sonderabschreibung ersetzt. Die Regelung gilt nur für kleine und mittlere Unternehmen. Ermittelt das Unternehmen seinen Gewinn durch eine Überschussrechnung, darf der Gewinn höchstens 100.000 EUR betragen. Bei einem bilanzierenden Unternehmen darf das Betriebsvermögen höchstens 235.000 EUR betragen.

 

MITTELSTÄNDISCHE UNTERNEHMEN BEI DER DIGITALISIERUNG FÖRDERNS92

Die Förderung der Digitalisierung sollte gerade für mittelständische Unternehmen ausgeweitet werden. Bislang werden nur Forschung, Entwicklung und Beratung staatlich gefördert. Der Gesetzgeber kann die Förderung um eine steuerliche Komponente ergänzen, in dem er den Anwendungsbereich des Investitionsabzugsbetrages und die Sonderabschreibung nach § 7g EStG auf die Anschaffung von Computerprogrammen ausdehnt. Hierzu sollten Absatz 1 und Absatz 5 des § 7g EStG entsprechend geändert werden.

 

 

 

14.09.2017 | Immobilienverband IVD | Fachthemen, Für Experten, Für Verbraucher, intern, intern, Intern, Politik

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