Immobilienverband

Mietpreisanstieg verlangsamt sich in allen Segmenten

• Neuvertragsmieten für Wohnungen steigen nur noch um 2,35 Prozent
• Sogar Stagnation der Mieten in manchen Metropolen
• Nur moderates Mietwachstum bei Neubauten

 

Das Mietpreiswachstum in Deutschland verlangsamt sich gegenüber dem Mietpreiswachstum der vergangenen Jahre. So sind die Neuvertragsmieten für Wohnungen in allen Wohnwertklassen sowie fast allen Städtegrößen langsamer gestiegen als 2016. Dies ist das zentrale Ergebnis des IVD-Wohnpreisspiegels 2016/2017. Selbst in Metropolen wie Frankfurt am Main, Stuttgart oder Düsseldorf stagnierten die Mieten. Im Deutschland-Durchschnitt zahlt man für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet wurde, eine Nettokaltmiete von 6,28 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von lediglich 2,35 Prozent (2015/2016: 3,43 Prozent). Darüber hinaus verzeichneten auch die Mieten von Neubauwohnungen nur einen moderaten Anstieg. "Der in Deutschland zu verzeichnende Neubau zeigt Wirkung. Mehr Wohnungen entlasten die Märkte und sind der beste Schutz vor starken Mietanstiegen", erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

 

Mietanstieg in fast allen Segmenten verlangsamt

Der Mietanstieg ebbt in fast allen Städteklassen auf breiter Front ab. So fällt in den Metropolen das Plus bei Wohnungen mit mittlerem Wohnwert mit 2,92 Prozent deutlich weniger kräftig aus als noch 2016 (3,28 Prozent). Bereits im Vorjahr war ein leichter Rückgang des Mietpreiswachstums zu verzeichnen gewesen. In Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf blieben die Mieten zum Vor-jahr sogar konstant und veränderten sich nicht. In Düsseldorf stagnierten sie damit zum zweiten Mal in Folge. Die Mieten in Hamburg verlangsamten sich ebenfalls und stiegen um 2,1 Prozent (2016: 3,78 Prozent). Auch in München verlangsamte sich das Mietpreiswachstum. Die Mieten stiegen um 1,6 Prozent (2016: 2,38 Prozent). In Berlin sind weiterhin Nachholeffekte zu beobachten. Die Mieten stiegen um 6,1 Prozent.

Sehr deutlich haben sich Mieten in Großstädten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern verlangsamt. Sie sind mit einem Plus von 2,31 Prozent deutlich weniger stark gestiegen als im Vorjahr (4,44 Prozent). In Kleinstädten mit weniger als 30.000 Einwohnern stagnierten die Mieten 2017 nahezu. Lediglich um 0,79 Prozent legten die Mietpreise dort zu. "Nachdem in dieser Städteklasse in den Vorjahren noch ein deutlicher Nachholeffekt zu verzeichnen war, ist dieser Trend offenbar erst einmal gestoppt", so Schick. Ausnahme sind Mittelstädte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. In diesen Städten legten die Mieten mit 3,85 Prozent leicht stärker zu als im Vorjahreszeitraum (3,44 Prozent). Bei Wohnungen mit gutem Wohnwert fällt das Nachlassen der Preisdynamik in den Metro-polen sogar noch deutlicher aus. Bis auf mittelgroße Städte hat sich in allen Städteklassen das Mietwachstum verlangsamt.

 

Trotz des Mietwachstums liegt Berlin mit einer Durchschnittsmiete von 8,75 Euro/qm immer noch deutlich unter den Werten von Hamburg (9,80 Euro/qm), Frankfurt (10.00 Euro) und München (13,10 Euro). Während in vielen anderen EU-Ländern die Hauptstädte häufig die teuersten Städte sind, bleibt Berlin die preisgünstigste der Top-7-Städte. "Bemerkenswert ist: Obwohl in Berlin eine strenge Regulierungspolitik auf dem Mietmarkt durchgesetzt wird, steigen die Mieten dort so stark wie in keiner anderen der Top-7-Städte", sagt Schick. Auch bei Altbauwohnungen, die bis 1948 er-richtet wurden, verzeichnet Berlin mit 5,77 Prozent den höchsten Anstieg der Mieten. Die Mieten in Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf stagnierten in diesem Segment ebenfalls. Bundesweit sind die Mieten für Altbauten um 3,54 Prozent zum Vorjahr gestiegen (2015/2016: 3,29 Prozent). Im Jahr 2017 lag die Miete in Deutschland im Durchschnitt bei 6,05 Euro pro Quadratmeter. In Berlin liegen die Mieten jetzt bei 7,50 Euro pro Quadratmeter, also über dem bundesweiten Durchschnitt.

 

Mieten in Großstädten steigen aktuell kaum stärker als Inflation

"Betrachtet man das Mietniveau in den zehn größten Städten inflationsbereinigt, so zeigt sich, dass es keine empirischen Belege für explodierende Mieten gibt", so Schick. So sind die Mieten im Durchschnitt der zehn größten deutschen Städte seit 1996 kaum über die Inflation dieses Zeitraums hinaus angestiegen. Im Zeitraum von 1996 bis 2015 befand sich das Mietpreiswachstum in den zehn größten Städten Deutschlands sogar unterhalb der Inflation im selben Zeitraum. Im bundesdeutschen Durchschnitt liegt das indexierte Mietpreiswachstum nach wie vor um 13 Punkte unterhalb der Inflation des Zeitraums 1996-2017.

Nur moderater Anstieg bei Neubaumieten

Auch die Mieten im Neubausegment verlangsamten sich. Bei neuen Wohnungen mit mittlerem Wohnwert stagnierte das Mietpreiswachstum beziehungsweise ging sogar leicht zurück. Die Mieten sind um 0,4 Prozentpunkte weniger gestiegen als noch im Vorjahr. Lediglich bei Neubauwohnungen mit qualitativ hochwertigem Wohnraum hat sich das Mietpreiswachstum im Mittel auf 3,37 Prozent erhöht, im Vorjahreszeitraum lag es bei 3,2 Prozent. Das Plus geht vor allem auf die Groß-städte und Metropolen zurück, in denen die Mieten in diesem Segment in besonders deutlichem Maß stärker stiegen als im Vorjahr. In den Metropolen ab 500.000 Einwohner legte das Mietpreiswachstum um 3,7 Prozent zu und in Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohner um 3,3 Prozent. In den Klein- und Mittelstädten dagegen stagnierte die Preisdynamik.

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

Leiter Kommunikation

Telefon: 0 30 / 27 57 26 - 15
E-Mail: heiko.senebald@ivd.net

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