Immobilienverband IVD

IVD: Ein Jahr nach Bundestagswahl ist Baukindergeld umgesetzt

  • Ab 18. September können Anträge gestellt werden
  • IVD fordert zügige Einführung eines Freibetrags von der Grunderwerbsteuer als flankierende Maßnahme

 

„Ein Jahr nach der Bundestagswahl ist ein wichtiger Punkt aus dem Koalitionsvertrag und ein wichtiges Anliegen des IVD umgesetzt. Das Baukindergeld ist endlich da. Endlich wird Wohneigentum in Deutschland wieder gefördert.“ Das sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD, heute in Berlin.

Laut dem Bundesinnenministerium kann das Baukindergeld ab dem 18. September 2018 beantragt werden. Anträge können dann online im KfW-Zuschussportal gestellt werden. Die URL lautet: www.kfw.de/zuschussportal

„Das Baukindergeld kommt genau zur richtigen Zeit. Es fördert Familien, die für die Zukunft vorsorgen wollen. In Anbetracht der Diskussionen um Altersarmut und Rentenlücken ist das ein sehr guter erster Schritt“, sagt Schick.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Studie des Center for Real Estate Studies (CRES). Demnach habe das Baukindergeld erhebliches Potenzial, junge Familien beim Eigentumserwerb finanziell deutlich zu entlasten. In fünf exemplarisch untersuchten Städten - Berlin, Hamburg, Leipzig, Nürnberg und Krefeld - werde die Förderung zu fast durchweg zweistelligen Entlastungen des Haushaltseinkommens führen. Eine Ersparnis von 5 bis 63 Prozent bei der Finanzierung der eigenen vier Wände sei möglich. So kann das Baukindergeld die Einkommensbelastung von Familien in Hamburg in zentraler Lage um bis zu acht Prozent senken, in den umliegenden Stadtteilen sogar um bis zu 42 Prozent. Eine Familie mit drei Kindern in Harburg oder Billstedt muss dank Baukindergeld lediglich 20 beziehungsweise 21 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Tilgung aufwenden. In Leipzig senkt die Förderung die Haushaltsbelastung stadtweit um drei Prozent bei einem Kind und bis zu elf Prozent bei drei Kindern. Die Haushaltsbelastung liegt dann mit Förderung bei lediglich 21 bis 26 Prozent.

„Flankierend zum Baukindergeld muss das im Koalitionsvertrag stehende Bürgschaftsprogramm als Eigenkapitalersatz eingeführt werden. Zudem sollte Ersterwerbern von selbstgenutzten Wohnimmobilien ein Freibetrag von der Grunderwerbsteuer gewährt werden. Das wäre der effektivste und einfachste Weg, um Wohneigentum weiter zu fördern“, erklärt Schick.

Anträge können laut KfW-Merkblatt von Personen gestellt werden:

  • die (Mit-)Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum geworden sind und
  • die selbst kindergeldberechtigt sind oder mit der kindergeldberechtigten Person in einem Haushalt leben und
  • in deren Haushalt mindestens ein Kind gemeldet ist, das zum Zeitpunkt der Antragstellung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und für das im Haushalt eine Kindergeldberechtigung vorliegt und
  • deren zu versteuerndes jährliches Haushaltseinkommen 90.000 Euro bei einem Kind, zuzüglich 15.000 Euro je weiterem Kind, nicht überschreitet. Das Kind muss die oben genannten Bedingungen erfüllen.

Gefördert wird ausschließlich der erstmalige Neubau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum in Deutschland. Die Förderung besteht in einem Zuschuss von 1.200 Euro pro Jahr für jedes Kind unter 18 Jahren über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren. Das jährlich zu versteuernde Haushaltseinkommen darf nicht mehr als 90.000 Euro bei einem Kind betragen. Je weiteres Kind erhöht sich die Bemessungsgrenze um 15.000 Euro.

Die Anträge müssen spätestens drei Monate nach Einzug in das selbst genutzte Wohneigentum gestellt werden. Für das Jahr 2018 gilt hierbei eine Ausnahme: Wenn der Einzug im Jahr 2018 vor Beginn der Förderung erfolgt ist, kann der Antrag ohne Beachtung der Drei-Monats-Frist gestellt werden. Wenn der Kaufvertrag zwischen dem 01.01.2018 und 31.12.2020 abgeschlossen wurde oder in diesem Zeitraum die Baugenehmigung erteilt wurde, können Anträge auf Baukindergeld sogar bis zum 31.12.2023 gestellt werden. Maßgeblich ist, dass die Antragstellung innerhalb von 3 Monaten nach dem Einzug erfolgt.

Alle Informationen zur Antragstellung sind in dem KfW-Merkblatt Baukindergeld hinterlegt. Die URL lautet:

https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförderung)/PDF-Dokumente/6000004381_M_424_Baukindergeld.pdf

Berlin, 13. September 2018

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

Leiter Kommunikation

Telefon: 0 30 / 27 57 26 - 0
E-Mail: heiko.senebald@ivd.net

Eine Antwort zu “IVD: Ein Jahr nach Bundestagswahl ist Baukindergeld umgesetzt”

  1. Toll das mit dem Baukindergeld. Es gibt allerdings Informazionslücken.
    Ich hatte gestern, da die Seite der KfW überlastet war die Hotline genutzt. Eine nette und scheinbar kompetente Mitarbeiterin gab zu folgenden Fragen folgende Auskunft:
    Spielt es eine Rolle wie lange ein Kind, das bei Antragstellung unter 18 ist, noch im förderfähigen Haushalt lebt. ANTWORT: Nein. Ausserdem kann das Kind theoretisch am Tag nach der Antragsstellung 18 werden, der am Tag der Antragsstellung förderfähigen Immobilienerwerber, bezieht für dieses Kind das volle Baukindergeld, auch wenn das Kind möglicherweise nur noch ein Viertel Jahr mit im Haushalt lebt. Diese Aussage würde nur MÜNDLICH GETÄTITGT, und ist nirgendwo nach zu lesen. Leider. Da plant aufgrund dieser Aussage jemand den Eigenheimerwerb und rechnet mit 12000 Euro , und nachher bekommt er’s nicht, weil jemand anderer die Regelung eben anders auslegt.
    Des weiteren ist meist vom ERSTerwerb die Rede. Frage an die KFW: der Mensch der einen Antrag stellen will, hatte dort 15 Jahren ein Haus mit seiner damaligen Frau gebaut, mittlerweile lebt das Paar getrennt, und der Mann wurde ausgezahlt. Das heißt er besitzt zum Zeitpunkt der Antragstellung keine weitere Immobilie. Bekommt er trotzdem die Förderung?
    Antwort der KFW-Dame: Ja, er darf lediglich zum Zeitpunkt der Antragsstellung KEINE weitere Immobilie besitzen und das Kind muss beim Antragssteller gemeldet sein.
    Dieser Punkt wirft weitere Fragen auf. Bei getrennt lebenden Paaren wird häufig das 50/50Umgangsrecht ausgeübt, hier muss klar darauf hingewiesen werden, wer von den Beiden Partnern das Baukindergeld erhalten kann.. sollten Sie auf die genannten Punkte konkrete Anfaebn haben, die die mündliche Aussagen der KFWmitarbeitern bestätigen, wäre ich dankbar für eine entsprechende RM. MFG A. SCHMIDT