Immobilienverband IVD

IVD-Präsident Schick: Ein Wohngipfel mit Licht und Schatten

„Sechs Monate nach der Regierungsbildung sind die ersten Punkte aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Das ist gut. Andere Punkte daraus wurden heute auf dem Wohngipfel konkretisiert. Das ist auch gut. Jetzt liegen viele weitere konstruktive Vorschläge für mehr Wohnungsneubau auf dem Tisch der Kanzlerin und von Bauminister Seehofer. Jetzt muss umgesetzt und geliefert werden.“ Das sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, heute unmittelbar nach dem Wohngipfel.

Schick weiter: „Wir haben den Gipfel gefordert. Es ist ein Erfolg, dass sich alle Verantwortlichen, die Kanzlerin, die Länder und die Immobilienwirtschaft über das drängende Thema Wohnungsmarkt verständigt haben.“ Allerdings seien die Erwartungen des IVD an den Wohngipfel nur teilweise erfüllt.

„Wir haben gefordert: Mehr Neubau, mehr Wohneigentum, weniger Regulierung. Das ist leider anders gekommen. Statt weniger Regulierung hat die Große Koalition noch mehr Regulierung beschlossen. Unter anderem soll der Mietspiegel nach unten manipuliert werden. Durch die Ausweitung des Betrachtungszeitraums von 4 auf 6 Jahre. Sozialpolitik über das Mietrecht zu machen bringt den Mietern nichts und führt nur zu einem Rückgang von Investitionen in den Wohnungsmarkt. Wir haben keinen Mangel an Regulierungen, sondern einen Mangel an Wohnungen“, sagt Schick.

Aber auch zum Wohnungsbau seien die Ergebnisse des Gipfeltreffens nach Einschätzung des IVD nur teilweise überzeugend. Positiv wertet der IVD die Beschlüsse zur Digitalisierung. „Die ausdrückliche Ankündigung, den digitalen Bauantrag zu befördern und zu diesem Zweck noch in diesem Jahr ein Digitalisierungslabor einzurichten, begrüßen wir sehr. Es ist an der Zeit, dass das 21. Jahrhundert auch in den Baugenehmigungsbehörden anbricht. Ein durchgängig digitaler Bauantrag wird für Bauherren und Bauämter zu erheblichen Zeit- und Kosteneinsparungen führen“, kommentiert Schick.

Auch die Absicht, die Folgekosten von Regulierung und Normung zu begrenzen, sehe der IVD-Präsident positiv: „Regulative Bauanforderungen sind ein großer Preistreiber im Wohnungsbau. Eine neutrale und transparente Kosten-Nutzen-Prüfung dürfte eine erhebliche Wirkung entfalten, auf Baugenehmigungen wie auch Fertigstellungen“, so der IVD-Präsident.

Andere Punkte wiesen einen guten Ansatz auf, bedürften laut Schick aber einer Nachjustierung. Er verweist unter anderem auf die Sonder-AfA: „Statt einer zeitlich und in ihrer Förderwirkung begrenzten Sonderabschreibung hätten wir eine Erhöhung der linearen AfA vorgezogen. Diese hätte flächendeckende und langfristige Wirkung. Denn Bauen braucht Zeit.“

Die Verstetigung der Mittel für die Städtebauförderung und besonders für die Revitalisierung von Ortskernen begrüßt Schick. Allerdings sollen diese laut Eckpunktepapier lediglich in die Förderung eines bedarfsgerechten ÖPNV-Angebots fließen. „Dieser Ansatz ist zu kurz gedacht. Um die Attraktivität ländlicher Räume zu fördern, sollte der Bund auch Mittel bereitstellen, um den Ausbau der Infrastruktur für auszuweisende Baugebiete zu unterstützten. Kommunen haben häufig nicht das Geld dafür“, sagt der IVD-Präsident.

Die Länder zeigten zwar grundlegend Interesse, die Vorschriften im Bauordnungsrecht auf Grundlage der Musterbauordnung zu schaffen, blieben aber viel zu unverbindlich. „Die Anpassung von 16 ländereigenen Bauordnungen ist eine gewaltige Aufgabe. Eine reine Verständigung darauf, da etwas zu tun, reicht bei Weitem nicht aus. Dort sollte dringend ein zumindest grober Zeitplan nachgereicht werden. Sonst droht dieses wichtige Vorhaben zu versanden“, moniert Schick.

Kritisch sieht der IVD die noch einmal wiederholte Ankündigung, die Einführung eines Bestellerprinzips bei Kaufimmobilien prüfen zu wollen. Durch diese Maßnahme entstehe keine einzige neue Wohnung. „Die Ankündigung, die Erwerbskosten von Wohneigentum zu senken, indem die Maklerkosten reduziert werden sollen, ist völlig sachfremd. Mit dem Thema des heutigen Tages, dem Wohnungsbau, hat das nicht das Geringste zu tun“, sagt Schick. Wohnungen würden dadurch auch nicht billiger. Verkäufer könnten die Provision des Maklers einfach auf den Kaufpreis umwälzen. Die Folge wären weiter steigende Immobilienpreise. „Die erneute Thematisierung der Maklerkosten lenkt von dem eigentlichen Preistreiber bei den Kaufnebenkosten ab, der Grunderwerbsteuer. Das ist auch nur zu verständlich angesichts von 27 Erhöhungen in den vergangenen zehn Jahren. Redlicher wäre es aber, genau dort anzusetzen, statt in die Vertragsfreiheit einer ganzen Berufsgruppe einzugreifen“, sagt Schick.

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Heiko Senebald

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16 Antworten zu “IVD-Präsident Schick: Ein Wohngipfel mit Licht und Schatten”

  1. Wenn man den Kommentaren der SPD im Netz folgt, stellt man fest, dass hier das „Bestellerprinzip“ für den Verkauf als beschlossen verkündet wird. Es wird also populistisch vorab ein Thema versucht auf diese Weise durchzudrücken. Was dies für den Markt bedeuten würde ist bekannt: Die Kosten, vor Allem die Steuern, würden steigen! Jetzt müssen die Verbände, ja der komplette Markt, sofort Sturm laufen!!!! Es ist zu befürchten, dass, wenn diese Vorgehensweise der SPD erfolgreich ist, wir in Zukunft so lange reguliert werden, bis wir handlungsunfähig sind. Dann gute Nacht! Wann wird Klage eingereicht?

    • Boensch-Mischorr sagt:

      Hallo Herr Seibold,

      Klage kann erst eingereicht werden, wenn es etwas gibt, wogegen man klagen kann. Bisher wurde „nur“ ein Prüfauftrag formuliert. Noch gibt es also nichts handfestes, wogegen man sich wehren kann.

      Liebe Grüße
      Nathalie Boensch
      online-Redaktion

  2. Georg sagt:

    Was bitte unternimmt der IVD gegen die Aussage der SPD ?

    • Boensch-Mischorr sagt:

      Guten Morgen!

      Wir arbeiten schon seit einem Jahr an dem Thema, konnten durch Überzeugungsarbeit das Bestellerprinzip aus dem Koalitionsvertrag fernhalten. Seitdem arbeiten wir konsequent im Hintergrund, denn Lobbyarbeit funktioniert nicht immer in der Öffentlichkeit automatisch besser. Leider hat der Prüfauftrag zum Bestellerprinzip es in letzter Minute auf Drängen der SPD doch noch in das Eckpunktepapier zum Wohngipfel geschafft. Aber wir haben gute Argumente gegen eine Einführung, denn die Ausgangslage ist anders als beim Bestellerprinzip für Mietimmobilien. Wir haben uns zu den Vorstößen der SPD bereits öffentlich geäußert und diese kommentiert. Zudem werden wir jetzt unsere Mitglieder mobilisieren. Sie erhalten in Kürze weitere Informationen.

      Liebe Grüße
      Nathalie Boensch
      online-Redaktion

  3. Franz sagt:

    Wann reagiert der IVD ?!!???

    • Boensch-Mischorr sagt:

      Hallo!

      Zunächst haben wir zwei Pressemitteilungen zu dem Thema veröffentlicht. Da auf den sozialen Netzwerken viele falsche Behauptungen aufgestellt werden, sind wir auch hier aktiv. Im Eckpunktepapier des Wohngipfels ist ein Prüfauftrag für das Bestellerprinzip festgehalten. Es wurde nichts beschlossen und nichts verabschiedet und wir haben bereits Argumente gegen eine Einführung zusammengetragen und formuliert. Wir arbeiten schon sehr lange sehr intensiv an dem Thema. Dennoch bleibt es für uns ein essentieller Kampf, die Auswirkungen eines solchen Gesetzes zu erklären und abzuwenden. Wir kämpfen weiter mit allen Mitteln dagegen. Alle Vorstände im IVD werden sich in den jetzt anstehenden Beratungen für unsere Berufsgruppen einsetzen.

      Liebe Grüße
      Nathalie Boensch
      online-Redaktion

  4. Makler97 sagt:

    Wie kann sich die Immowirtschaft gegen das Bestellerprinzip zur Wehr setzten?
    Können Sie eine Petition ins Leben rufen. Viele sind davon betroffen.
    Makler, Baufinanzierer( die dann mit höheren Beleihungswerten zu kämpfen hätten), wirtschaftliche schwache Strukturen( habe dieses Jahr erst wieder in tirschenreuth ein EFH für 30.000€ verkauft. Wie soll man sowas zukünftig ohne Käuferprovision organisieren können?)

    Bitte um Antwort

    • Boensch-Mischorr sagt:

      Hallo!

      Eine Petition macht Sinn, wenn ein Referentenentwurf vorliegt. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das viel zu früh und könnte auch nichts bewirken. Denn: Noch liegt nichts vor wogegen sich eine Petition richten könnte. Wir haben aber eine Reihe von Maßnahmen geplant. Wir werden Sie rechtzeitig informieren, wie Sie unser gemeinsames Interesse unterstützen können!

      Liebe Grüße
      Nathalie Boensch
      online-Redaktion

  5. Ralf Jäger sagt:

    Hallo,

    nach der Verpflichtung der regelmäßigen Fortbildung für Verwalter und Makler, wäre es auch meiner Sicht piffig von Ihnen als Verband gewesen, die Einschaltung eines Vermittlungsmakler bei Immobilienverkäufen genauso verpflichtend einzuführen, wie die Beurkundungspflicht. Gute, ausgebildete Makler schützen Käufer und Verkäufer gleichermaßen vor Fallstricken im Immobilienerwerb wie Notare, und sind daher keine einseitigen Interessenvertreter.

    Leider höre und lese ich nirgendwo etwas über die großen Vorteile des Maklerberufes als vielmehr immer nur einfache Argumentationen “ Wir sind nicht so teuer, wie die Grunderwerbersteuer“…

    Bitte um Rückmeldung.

    Viele Grüße

    Ralf Jäger

    • Boensch-Mischorr sagt:

      Sehr geehrter Herr Jäger,

      wir haben weit mehr Argumente gegen die Einführung eines Bestellerprinzips und für die Vertragsfreiheit. Nur hatte die SPD immer auf die Einführung gepocht aufgrund der hohen Erwerbsnebenkosten. Da liegt es nahe, dass sich der Staat – insbesondere die SPD-geführten Länder – erst einmal an die eigene Nase fasst. Letztlich würden sie doch wieder von einer Einführung profitieren, weil durch die Einpreisung mehr Grunderwerbsteuer fällig wäre.

      Die verpflichtende Einschaltung eines Vermittlungsmakler bei Immobilienverkäufen lässt sich realistisch nicht mit dieser Regierung durchsetzen.

      Liebe Grüße
      Nathalie Boensch
      online-Redaktion

  6. Matthias Günther sagt:

    Sehr geehrter Herr Schick, geSchickt haben Sie die positiven Ergebnisse des „Wohnraumgipfels“ in den Vordergrund gestellt. Wie Sie von den Vorschreibern lesen konnten ist dies den meisten Kollegen völlig Wurscht! Wann bekommt der IVD endlich mal den Hintern hoch und setzt sich für die wahren Interessen der Maklerschaft ein? Ich werte Ihre mangelnden Ausführungen zum Bestellerprizip als mangelnde Sacheinschätzung. Hier geht es vielen Kollegen um die berufliche Existenz! Das hatte sich doch angekündigt! Viele politische Stimmen haben die Möglichkeit genutzt ihre Interessen zu verwirklichen. Vertreter des IVD habe ich leider in keiner politischen Diskussionsrunde hören können. Meinen Sie so Mitglieder gewinnen zu können?

    • Boensch-Mischorr sagt:

      Sehr geehrter Herr Günther,

      wir, der IVD, sind 6000 Maklerunternehmen. Herr Schick, der als Präsident des IVD gewählt worden ist und sich ehrenamtlich beim Verband engagiert, hat ebenfalls ein Maklerunternehmen. Unser ehrenamtlicher Vorstand, die Ehrenamtlichen in den Gremien, das ehrenamtliche Präsidium – fast jede/r ist auch Makler/in. Wie kommen Sie darauf, dass uns die Relevanz des Themas nicht begreiflich ist? Es ist auch unsere Existenz und daher verstehen wir Ihre Sorgen sehr gut!
      Lobbyarbeit funktioniert auf unterschiedlichen Ebenen und die lauteste ist nicht immer die erfolgversprechendste. Es ist sehr viel Aufklärungsarbeit nötig, damit verstanden wird, dass wir bereits ein echtes Bestellerprinzip haben und dass ein einseitiger Provisionszwang nur Nachteile für den Verbraucher hat. Dazu haben wir in den letzten Jahren unzählige Gespräche geführt.
      Manche Themen können herbeigeredet werden und daher ist es manchmal strategisch klüger zu schweigen. Sie können aber sicher sein, dass wir uns mit allen Mitteln wehren werden. Wir haben jeden unserer Schritte sorgfältig geplant und freuen uns, wenn Sie uns bei unseren Aktionen unterstützen. Wenn wir uns nun gegenseitig zerhacken, werden wir nicht die nötige Schlagkraft haben.
      Liebe Grüße
      Nathalie Boensch
      Online-Redaktion

      • Matthias Günther sagt:

        Sehr geehrte Frau Boensch,

        vielen Dank für Ihre Rückantwort. Leider liegen Sie mit Ihrer Einschätzung nur bedingt richtig. Der IVD ist als Interessenvertreter der Immobilienwirtschaft schon ein wenig an das Erfolgsprinzip seiner Tätigkeit gekoppelt. Da hilft es auch nicht mehrfach auf die ehrenamtliche Tätigkeit hinzuweisen. Wenn die Herrschaften des Gremiums und Präsidiums zuviel mit ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit verplant sind, dann sollte man sein Tätigkeitsfeld lieber den Kernkompetenzen widmen. Oder sehen Sie die Arbeit beim IVD als Hobby? Jedenfalls bleibt festzuhalten, dass Ihre „stille Form“ des Protestes gerne von den linkspolitischen Funktionären zur Kenntnis genommen wird. Ist ja auch klar: Wenn´s keinen Gegenwind gibt, dann braucht man sich auch nicht zwingen zu rechtfertigen. Bei allem nötigen Respekt gegenüber Ihrer aller ehrenamtlichen Tätigkeit; hier sind Sie gescheitert!

  7. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    leider müssen wir uns an die eigene Nase fassen: Mangelnde Qualität hat das Maklerimage über die letzten Jahre nachhaltig geprägt. Viele Wähler und Politiker haben bei ihrer Wohnungssuche nicht verstanden, warum sie dem Makler so viel Geld bezahlen sollten. Dieses Trauma scheint Frau Barley und Herrn Maas immer noch umzutreiben, jetzt sind sie endlich in der Position, sich zu revanchieren. Die gesetzlichen Mindeststandards für den Zugang zu unserem Beruf kamen viel zu spät, das ist u.a. ein Fehler unseres Verbands gewesen. Auch ist es nicht gelungen, Alternativen zum längst überholten Provisionsmodell zu entwickeln. Es ging uns ja gut damit. Seit über 10 Jahren war das, was jetzt passiert, klar absehbahr.

    Vielleicht kommt das Gesetz jetzt, vielleicht erst in ein paar Jahren, vielleicht unter einer SPD-Kanzlerschaft mit noch größerer Härte. Das ist nicht mehr entscheidend., die Auswirkungen der Maklerhetze sind in der öffentlichen Meinung schon zu spüren, und das Internet tut seinen Teil dazu.

    Der Verband muss Visionen entwickeln, unsere Leistung für die Menschen erkennbar zu machen. Er muss endlich ein Vergütungsmodell entwickeln, das sich vom Nachweis als Kern der Leistung verabschiedet, und stattdessen Beratung und Vermittlung messbar macht, so dass die Kosten verstanden werden.

  8. Alexander Hümmerich sagt:

    Ich kann mich den Worten meines Vorredners nur anschließen. Und ergänzend hinzufügen, dass auch mir aus Nordrhein-Westfalen jegliches Verständnis dafür fehlt, dass im wichtigsten politischen Regionalbereich unseres Landes 7,14% von EINER Seite gezahlt werden. DAS versteht dann endgültig keiner mehr und die fällige Provision steht dann ab einem gewissen Kaufpreisniveau in keinster Weise im Verhältnis zur Leistung, die erbracht wird. Kein Wunder, dass Berliner Politiker hier wild werden… es wäre schön, wenn sich der Bundesverband und die Regionalverbände in den betroffenen Bundesländern wenigstens auf eine 3/3% Grenze für jede Partei einigen würden. Das ist zwar wahrscheinlich zu spät für die Einführung des Bestellerprinzips, aber als Selbstverpflichtung wäre es mal ein Anfang zum Umdenken in anderen Modellen als wie das Kaninchen vor der Schlange zu erstarren… Wie wäre es einfach mal, seitens des Verbandes der Politik eigene Vorschläge zu unterbreiten? Angebote zu machen, die die verschiedenen Marktphasen abbilden? Bzw. eine Umsetzung -wenn sie schon kommt- so zu gestalten, dass es fair verläuft, anders als im Mietbereich, wo es kein Bestellerprinzip gibt, sondern ein Vermieter-zahlt-Prinzip! Letztlich kommt hinzu, dass die Makler es selbst in der Hand haben. Die meisten arbeiten doch in den Ballungsräumen sowieso schon nur mit Außenprovision, weil sie ihre eigene Leistung selbst nicht werthaltig darstellen können aus Angst, den Auftrag zu verlieren. Auch diesem Verfall der Preise schaut der Verband tatenlos zu und thematisiert es nirgendwo. Stattdessen lese ich überall nur Digitalisierung… Vielleicht sollte der Verband sich mal die Frage stellen, ob ein Makler nach Umsetzung der ganzen Digitalisierung, die in den letzten IVD Heften 90% der Beiträge ausmachten, überhaupt noch benötigt wird? Sicher nicht für 6%!!! Denken Sie es mal konsequent zu Ende, was Sie da alles beschreiben: der Makler wird Dienstleister werden. Also besteht die Herausforderung darin, hierfür auskömmliche politische Rahmenbedingungen zu schaffen, so dass dann auch jede Besichtigung den Interessenten auch Geld kostet. Ich gebe dem Provisionsmodell noch 5-10 Jahre maximal. Aber auch heute schon: ein Bestellerprinzip beinhaltet eigentlich nicht zwingend eine Erfolgshonorierung. Warum nicht dann auch die Vermittlung als Dienstleistung anbieten? Mit allen Konsequenzen…

  9. Horst Gundelach sagt:

    Dem Kommentar des Kollegen Schlief kann ich nicht folgen:
    Anscheinend ist das Berufsverbot für Makler eines SPD-Parteitages Anfang der 70er Jahre und die seitdem zunehmende Qualitätsoffensive des RDM, später IVD, heute nicht mehr bekannt.
    Die immer schon geforderten Standards sind seinerzeit durch die
    FDP blockiert worden. Ein „Vergütungsmodell“ des Verbandes ist überflüssig und kann einem Makler die Acquisition nicht abnehmen. Nachweis und Vermittlung sind im BGB und durch umfangreiche Rechtsprechung definiert. Im Übrigen ist kein Kollege daran gehindert, vernünftige Honorarvereinbarungen zu treffen. Auf „Visionen“ meines Verbandes würde ich nicht warten. Ich arbeite in Bonn seit 50 Jahren ausschließlich mit 3 + 3 % + MwSt. Die einseitige Vertretung nach Art des Rechtsanwaltes ist keine Maklertätigkeit mehr!