Immobilienverband IVD

Bundesweiter Mietpreisanstieg auf dem Niveau des Vorjahres, nachlassende Preisdynamik im gehobenen Segment

  • Preisdynamik für mittlere Wohnwerte steigt, für gute Wohnwerte fällt sie
  • Starker Preisanstieg in Klein- und Mittelstädten
  • Keine Preisveränderung in Köln, Frankfurt und Düsseldorf, Mietrückgang in Bremen

Das Mietpreiswachstum in Deutschland lag im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr auf ungefähr demselben Niveau. Die Preise für Neuvertragsmieten für Bestands- und Neubauwohnungen mit mittlerem Wohnwert sind in fast allen Städteklassen schneller gestiegen als 2017. Die Mieten für Wohnungen mit gutem Wohnwert verzeichneten dagegen in vielen Städteklassen besonders im Bestand rückläufige Steigerungsraten. Dies ist das zentrale Ergebnis des IVD-Wohn-Preisspiegels 2018/2019. Im Deutschland-Durchschnitt zahlt man für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet wurde, eine Nettokaltmiete von 8,05 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von 4,3 Prozent (2017: 7,72 Euro pro Quadratmeter). „Die Zahlen belegen, dass der Mietwohnungsmarkt weiterhin angespannt ist. Der Wohnungsbau in Deutschland kommt der Nachfrage noch immer nicht hinterher. Dabei würden mehr Wohnungen die Märkte entlasten und einen wirksamen Schutz vor starken Mietanstiegen bieten“, erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.  

Mietpreisanstieg für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert über Vorjahresniveau

Im Durchschnitt haben die Bestandsmieten mit mittlerem Wohnwert zugelegt. In den Metropolen fällt das Plus mit 4,3 Prozent etwas kräftiger aus als noch 2017 (3,5 Prozent). In den Städten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern hat sich das Mietpreiswachstum verlangsamt. Die Neuvertragsmieten für Bestandsimmobilien sind mit einem Plus von 2,9 Prozent etwas geringer gestiegen als im Vorjahr (3,1 Prozent). In Kleinstädten mit weniger als 50.000 Einwohnern kam es dagegen zu einem teils deutlichen Mietpreiswachstum. „Nachdem im vergangenen Jahr die Preise in den Kleinstädten fast stagnierten oder nur in geringem Maße gestiegen sind, sind jetzt deutliche Nachholeffekte zu beobachten“, erläutert Schick.

Für Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert, mit Ausnahme der Klein- und Mittelstädte bis 50.000 Einwohnern, reduzierte sich die Preisdynamik dagegen flächendeckend. Sie sank um 0,8 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent (2017: 3,6 Prozent).  In Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf blieben die Mieten im Vergleich zum Vorjahr sogar konstant und veränderten sich nicht. In Düsseldorf stagnierten sie damit zum dritten Mal in Folge. Die Mieten in Hamburg verlangsamten sich ebenfalls und stiegen um 1,6 Prozent (2017: 4,1 Prozent). In München dagegen beschleunigte sich das Mietpreiswachstum. Die Mieten stiegen um 5,8 Prozent (2017: 4,0 Prozent). In Berlin haben sich die Nachholeffekte des letzten Jahres leicht abgeschwächt. Die Mieten stiegen um 5 Prozent (2017: 5,3 %).   

Trotz des Mietwachstums liegt Berlin mit einer Durchschnittsmiete von 10,50 Euro/qm immer noch deutlich unter den Werten von Hamburg (13 Euro/qm), Frankfurt (13,60 Euro) und München (16,40 Euro). Während in vielen anderen EU-Ländern die Hauptstädte häufig die teuersten Städte sind, bleibt Berlin die Preisgünstigste der Top-7-Städte. „Bemerkenswert ist: Obwohl in Berlin eine strenge Regulierungspolitik auf dem Mietmarkt durchgesetzt wird, wird die Mietsteigerungsrate dort, im Vergleich der Top-7-Städte, nur noch von München übertroffen. Deshalb ist Berlin, betrachtet man die Durchschnittsmiete, noch die günstigste der Top-7-Städte. Dies wird sich aber, setzt sich der Trend fort, wohl bald ändern“, sagt Schick. 

Auch bei Altbauwohnungen, die bis 1948 errichtet wurden, verzeichnet Berlin mit 5,1 Prozent den höchsten Anstieg der Mieten. Die Mieten in Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf stagnierten in diesem Segment ebenfalls. Bundesweit sind die Mieten für Altbauten um 2,4 Prozent zum Vorjahr gestiegen (2017: 3,8 Prozent). Im Jahr 2018 lag die Miete in Deutschland im Durchschnitt bei 9,04 Euro pro Quadratmeter. In Berlin liegen die Mieten jetzt bei rund 10,40 Euro pro Quadratmeter, also über dem bundesweiten Durchschnitt.  

Mietenanstieg in Deutschland und besonders in den Großstädten über Inflationsniveau

„Betrachtet man das Mietniveau der 14 größten Städte, dann fällt auf, dass die Mieten in den Metropolen mit dem gleichen Tempo steigen, wie in Gesamtdeutschland. In den Großstädten sind die Mieten zwar nominal, also in Euro pro Quadratmeter, höher als in der Fläche. Die Mieten steigen jedoch nur im gleichen Tempo wie im gesamtdeutschen Vergleich“, erklärt Schick.

 

Preissteigerungen bei Neuvertragsmieten im Neubau: Mittlere Wohnwerte besonders nachgefragt

Auch die Mietsteigerung im Neubausegment beschleunigte sich, aber nur im mittleren Segment. Dies betrifft fast alle Städteklassen. Im deutschlandweiten Durchschnitt stieg die Miete um 2,1 Prozentpunkte schneller als im Vorjahr. Lediglich in den Metropolen stagnierte das Mietwachstum bei 3,9 Prozent. Bei Neubauwohnungen mit gutem Wohnwert hat sich das Mietpreiswachstum im Mittel um 0,3 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent verringert, im Vorjahreszeitraum lag es bei 4 Prozent. Dieses Minus geht vor allem auf die Großstädte und Metropolen zurück, in denen die Mieten in besonders deutlichem Maß schwächer stiegen als im Vorjahr. In den Metropolen ab 500.000 Einwohner stiegen die Mieten nur um 3,1 Prozent (-1,5 Prozentpunkte zum Vorjahr). In den Klein- und Mittelstädten dagegen stieg die Preisdynamik.

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