Immobilienverband IVD

IVD-Mitglieder mit klarem Votum gegen das Bestellerprinzip – Makler ist fairer Mittler zwischen Käufer und Verkäufer

Berlin, 23. November 2018 – Der Immobilienverband IVD lehnt die Einführung eines sogenannten Bestellerprinzips bei Kaufimmobilien, wonach der Makler nur noch als Vertreter des Verkäufers arbeiten darf, entschieden ab. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung heute in Kassel sprachen sich die IVD-Mitglieder geschlossen gegen diese völlig ungerechtfertigte Einschränkung in die Vertrags- und Berufsfreiheit aus. Gleichzeitig verabschiedete die Mitgliederversammlung die „Erklärung aus Kassel“, wonach der Makler fairer Mittler zwischen Käufer und Verkäufer ist.

„Für eine bundeseinheitliche Regulierung gibt es keinen Bedarf, da in 75 Prozent der Märkte in Deutschland die Provision ohnehin zwischen Verkäufer und Käufer geteilt wird“, so Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. Das sei nicht nur aus Sicht des IVD eine faire und transparente Regelung und werde den unterschiedlichen Entwicklungen der Immobilienpreise in den Regionen gerecht. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Verbraucher empfindet die Teilung der Provision gerecht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen IVD-Umfrage unter mehr als 1.600 Verbrauchern.

„Die Immobilienpreise steigen nicht in allen Gebieten, in kleineren und mittelgroßen Städten fallen sie teilweise sogar. Die Preisdynamik in Frankfurt/Main, Hamburg und Berlin kann nicht als Maßstab für ganz Deutschland gesehen werden und sollte nicht zu unangemessenem Aktionismus der Politik führen, zumal die Zielstellung der Politik, den Käufer mit dem Bestellerprinzip zu entlasten, nicht erreicht wird“, so der IVD-Präsident.

Schick weiter: „Verkäufer würden etwaige Mehrbelastungen auf den Kaufpreis aufschlagen und die Käufer müssten auf den erhöhten Kaufpreis die Grunderwerbsteuer zahlen. Würde der Gesetzgeber die Immobilienmakler zwingen, nur noch einseitig für die Verkäuferseite zu arbeiten, verlören die Käufer die dringend benötigte Beratung beim Immobilienkauf. Das kann nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein.“

Diesen Einschätzungen folgten auch die mehr als 400 Teilnehmer auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung und verabschiedeten die „Erklärung von Kassel“. Dem Selbstverständnis folgend arbeitet der Makler für Käufer und Verkäufer gleichermaßen und weist seine Vertragspartner entsprechend darauf hin. Damit ist ein gesetzgeberischer Eingriff einmal mehr überflüssig. Die Makler streben an, bis zur Beurkundung eine Honorarvereinbarung in Textform mit Käufer und Verkäufer zu schließen. Beide Vertragspartner sollten in der Regel in gleicher Höhe eine Provision leisten. Zur Schaffung von Transparenz sollen im notariellen Kaufvertrag das Gesamterfolgshonorar und die jeweilige Aufteilung als Honoraranspruch des Maklers wiedergegeben werden.

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Heiko Senebald

Leiter Kommunikation

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15 Antworten zu “IVD-Mitglieder mit klarem Votum gegen das Bestellerprinzip – Makler ist fairer Mittler zwischen Käufer und Verkäufer”

  1. Ich lehne eine grundsätzliche Teilung der Provision ab. Dies möchte ich mit den Kunden von Fall zu Fall selbst entscheiden dürfen. Hier geht es in erster Linie um die Bewertung der Immobilie. Eine schwer zu vermittelnde Immobilie erfordert oft eine Provision zu zahlen vom Verkäufer, eine sehr gesuchte Immobilie sollte weiterhin zu Lasten der Erwerber gehen, denn diese zahlen die Provision für eine Vermittlung gern. Ich halte die staatliche Regulierung bei Kaufimmobilien für grundsätzlich falsch und rechtlich bedenklich.. Daher sollte auch ein Verband nicht vorschreiben, wie ich mein Geschäft weiterhin führe, um im Sinne für Käufer und Verkäufer erfolgreich vermitteln zu können.

  2. Leider konnte ich auf der Mitgliederversammlung in Kassel aus betrieblichen Gründen nicht teilnehmen.
    Ich schließe mich dem Votum der Mitgliederversammlung gegen das Bestellerprinzip im vollen Umfang an.
    Ich stehe auf dem Standpunkt, dass eine Provisionsteilung zwischen Käufer und Verkäufer eine faire und gerechte Angelegenheit ist und sehe als Makler in der Doppeltätigkeit auch keine rechtlichen Bedenken. Ich stehe für Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit beim Immobilienverkauf.
    Ich würde den Ehrenkodex “ Maklerprovision wird fair geteilt“ vollumfänglich unterschreiben.

  3. Gerd Jancke sagt:

    … sollte es nicht besser heißen, man stelle sich gegen ein unechtes Bestellerprinzip! Der Begriff Bestellerprinzip ist so eingängig, dass der, der dagegen ist, schon von vorneherein verloren hat. Zumindest bei all denen, die nicht in der Thematik stecken. Diese Menschen werden schon nach der Überschrift das lesen einstellen. Auch in der internen Kommunikation sollte man die Begrifflichkeit „Bestellerprinzip“ nicht für sich alleine stehen lassen.

  4. Zunächst ist der Beschluss nix Neues. Es wird weiter eine Aussenprovision gefordert. Der Makler denkt, er teilt, der Verbraucher denkt: doppelte Provision. Welche Ansicht ist die wichtigere? Wenn der Verkäufer die Provision zahlt, schlägt er sie aufcdem Kaufpreis auf. Was macht der Makler? Aha – richtig geraten: er schlägt sie auch auf den Kaufpreis drauf. Somit verteuert er die Immobilie auch – sichtbar. Auf die 3% des Verkäufers zahlt der Käufer doch auch die Grunderwerbsteuer… Ich denke, ich habe hinreichend bewiesen, wie amateurhaft dieser Beschluss von ca. 8%(!) der Mitglieder des IVD ist. Es ist kein ernst zu nehmedes Verhandlungsangebot an die Politik, sondern eher eine Beleidigung der Intelligenz eines Lesers dieses Beschlusses.

    • Herr Wurzel, wenn ich Ihren Worten folge, ist dem Käufer ja nur geholfen, wenn er nichts zahlt und die Provision des Maklers auch nicht auf den Kaufpreis aufgeschlagen wird. Das ist aber unrealistisch. Was aber realistisch ist, ist, dass wir Käufer und Verkäufer gleichermaßen beraten. Und dass lasse ich mir auch von niemandem in Abrede stellen. Wenn der Käufer eine exzellente Beratung bekommt, warum sollte ich dann auf eine AP verzichten, sprich den Käufer aus jeglicher Zahlungsverpflichtung mir gegenüber entlassen. Ich empfinde daher die Situation in Baden-Württemberg als sehr angenehm. Käufer und Verkäufer zahlen je 3% zzgl. Mehrwertsteuer. Unglücklich finde ich jede Verschiebung in Richtung AP. Und eines steht doch fest, dass was der Käufer bezahlt ist im Grunde eine Art geschlossenes System. Alles was ein Dritter nicht berechnet (sei es der Staat – Grunderwerbsteuer, der Notar, das Grundbuchamt oder der Immobilienmakler) greift im Grunde der Verkäufer für sich ab.

      • Es gibt bei der ganzen Angelegenheit einen Denkfehler. Beispiel: Sie haben sicher doch mal ein Auto gekauft, einen Anzug, eine Einbauküche, Möbel… Ich gehe von meiner eigenen Erfahrung aus und behaupte, dass mir der Verkäufer alle Eigenschaften des Produktes fein säuberlich erklärt, die Vorteile herausstellt und alles tut, um sein Produkt zu verkaufen. Ergo ist Service etwas Selbstverständliches. Niemand – auch Sie nicht und kein Makler auf dieser Welt – käme auf die Idee, diesen Service, die Erklärung und Aufklärung der Ware und über die Ware noch zusätzlich zu entlohnen. Nein, wir wollen sogar noch Rabatt. Als Immobilienmakler arbeite ich seit über 40 Jahren – das „Bestellerprinzip“, besser: die Entlohnung alleine durch den Verkäufer, für den ich seine Immobilie durch Recherche, Sammeln der Dokumente und ein gekonntes Marketing verkaufsfähig gemacht habe, ist mein Prinzip seit 30 Jahren. Ich habe meine Bürokratie entlastet (nur ein Maklervertrag, nur ein Mal Widerufsbelehrung), habe einen fast 100%igen Verkaufserfolg (Verkaufsauftrag = Kauvertrag), erziele im Verhältnis zum Immobilienwert eine durchschnittlich höhere Entlohnung, Alle fühlen sich wohl und finden es gut, wie ich arbeite. Ich vereinfache die gesamte Abwicklung des Verkaufsvorgangs und gewinne Zeit für meine Kunden. Manchmal erziele ich sogar höhere Kaufpreise, weil ich mein Marketing frei gestalten kann. Und der Käufer wird bestens beraten, weil ich sonst nicht verkaufen kann. Damit erfülle ich den Vertrag, den ich mit dem Verkäufer beschlossen habe. Eine Mitgliederversammlung, bei der nur über eine Meinung abgestimmt werden konnte, hat ihren demokratischen Auftrag verfehlt. Der IVD riskiert damit seine Reputation. Bei allen Vorträge, die ich bei IVD-Regionaltreffen halte, hat man meiner Meinung weitestgehend zugestimmt. Ich kann nur allen Maklern empfehlen, sich auf zukünftig sich ändernde gesetzliche Umstände vorzubereiten.

        • Gerd sagt:

          Ich habe ganz sicher keinen Denkfehler. Auch der Käufer erwartet, dass ich seine Interessen vertrete. Als Immobilienmakler sorge ich für einen vernünftigen Ausgleich der an und für sich nun einmal gegenläufigen Interessen. Sie sprechen von den positiven Eigenschaften der „Ware“ – wir auch über deren negative Eigenschaften. Auch nach dem Verkauf, wenn dieser längst vor dem Notar erfolgreich abgeschlossen ist, sind wir vollumfänglich für unsere Käufer tätig. Wir gewähren Ihnen vor Kaufpreiszahlung zeitlich begrenzten Zugang zur Immobilie und helfen Ihnen bei der finalen Abwicklung der Kaufmodalitäten. Es ist nun einmal Fakt, dass beim Immobilienkauf – Verkauf die Grenzen, für wen man tätig ist, oft fließend sind. Es ist egal, wie ich zum „Bestellerprinzip“ stehe, denn unabhängig davon, darf ich der Meinung sein, dass man den Käufer – wenn der Immobilienmakler versiert arbeitet – nicht aus jeglicher Zahlungsverpflichtung entlassen sollte. Käufer die uns entlohnen erwarten von uns kein Verkaufsgespräch, wie Sie es aus dem klassischen Warenhandel kennen, sie erwarten eine echte Beratung die auch mit dem Ratschlag enden kann, die zum Verkauf stehende Immobilie nicht zu erwerben. Aus einer Außenprovision sollte der Gesetzgeber einen Beratungsanspruch des Kaufinteressenten und eine Haftung des Maklers ableiten. Wie gesagt, wir arbeiten derzeit aus Überzeugung mit der Provisonsteilung, weil sie auch für unsere Käufer ein Auftrag an uns ist, eine Interessensunabhängige Beratung zu erhalten. Das ist es im Übrigen auch, was unser Verkäufer im Umgang mit den Interessenten wünschen und auch Kaufinteressneten schätzen und Ihnen Mut zum Kauf macht. Erfolg durch die Beratung beider Seiten. Und warum sollten Käufer Ihren Anspruch nicht auch durch Zahlung der Beratung manifestieren. Und das ist weder eine Stellungnahme für oder gegen das Bestellerprinzip oder die Tagung in Kassel, sondern eine Dokumentation meiner ganz persönlichen Ansicht und Arbeitsweise die ich für richtig halte. Und wir brauchen keine Maklermacher, wir brauchen Menschen mit sozialem Bewusstsein, die dem Maklerberuf mit Leidenschaft zum wohl beider Seiten leben und darin Ihre Berufung finden. Menschen die also nicht erst noch „gemacht“ werden müssen.

          • Wenn Sie meine Exposés lesen, werden Sie feststellen, daß ich alle Eigenschaften einer Immobilie benenne und auch bei notwendigen gravierenden Renovierungs-/Modernisiserungsparagraphen-/Sanierungsmaßnahmen die Kosten benenne. Das meine ich mit positiver Darstellung. Genau das erwartet der Käufer. Das bedeutet: um gut verkaufen zu können, muss ich zwangsläufig alles offen darstellen. Das erwartet auch der Verkäufer, weil er haftet für falsche Darstellungen (arglistige Täuschung) und der Makler hat die übliche Prospekthaftung. Ich muss aufgrund der Vertragslage als Nebenpflicht den Verkäufer aufklären über die durchsetzbaren Bedingungen (Preis) und ihn vor Schäden bewahren durch saubere Aufklärung des Käufers. Das alles sind Selbstverständlichkeiten gegenüber dem Käufer, die er erwartet und nicht noch zusätzlich dafür etwas zu zahlen hat. Alles dieses ist in den angelsächsischen Ländern, in den Niederlanden, der Schweiz, in Spanien, Portugal, Brasilien, Skandinavien übliches Gepflogenheiten – im Übrigen in allen Verkaufsangelegenheiten. Der große Msse der Makler hat nich nicht begriffen, dass die gesetzliche Regelung der Entlohnung aus dem vorletzten Jahrhundert ist – die Welt hat sich weiterbewegt, die Verbraucher haben andere Ansprüche, die Welt ist transparenter geworden. Nur die Makler halten an liebevoll verklärten Begriffen fest wie „Makler“ (nix dagegen) und seiner altertümlichen Bedeutung. Die Welt hat sich gewandelt , der Makler muss sich wandeln. Sonst braucht man ihn nicht mehr. Der IVD sollte die Initiative der Regierung begreifen als Chance für ein echtes neues Maklergesetz, als Einstieg in eine Berufsordnung als gelebten Verbraucherschutz, dann haben wir irgendwann fast 100% des Immobilienmarktes wie in fast allen vorgenannten Ländern.

          • Über eines sind wir uns offensichtlich einig. Ein versiert arbeitender Immobilienmakler bringt dem Käufer einen Nutzen. Das beginnt schon bei der Preisfindung des Verkäufers, den wir nur zu oft auf den Boden der Tatsachen herunterholen müssen. Wir haben Käufer, die sagen, Sie würden nie ohne einen Immobilienmakler kaufen.
            Wird der Immobilienmakler alleine vom Verkäufer beauftragt, ist er sicher nicht gehalten, den Kaufinteressenten dessen falschen Vorstellungen in Bezug auf die Immobilie abzubringen. Das ist ein Bereich, der hat mit Verschweigen oder ähnlichem nichts zu tun. Das fällt unter die Rubrik: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied! An dieser Stelle ist genau der Punkt, an dem ein versierter Makler dem Kaufinteressenten ebenfalls nicht im Unklaren lässt. Sie und Ich, wir würden den Kunden dennoch „schlau machen“. Das liegt wahrscheinlich in unseren Genen.
            Formuliert man dahingehend einen Anspruch der Kaufinteressenten auf eine weitergehende Beratung, dann ist es doch nicht mehr wie Recht, den Kaufinteressenten an den Kosten für diese Leistung offen zu beteiligen.
            Warum sage ich offen? Weil wir hier im Grunde über eine Milchmädchenrechnung diskutieren. Über ein geschlossenes System. Wie beim physikalischen Ausgleich zwei miteinander verbundener Gefäße, wird der Verkäufer alles preislich kompensieren was der Käufer einem Dritten nicht zu zahlen hat. Den Käufer interessiert nur das was er final über alles aufwenden muss um die Immobilie zu erwerben. Sprich, Ihm ist es theoretisch egal wer was erhält. Ob theoretisch alles der Verkäufer, der Staat, der Notar, das Grundbuchamt oder der Immobilienmakler erhält. Fest steht nur, dass der „physikalische Ausgleich“ aber nur übe die Komponenten ausgewiesener Kaufpreis und die Maklerprovision erfolgen kann. Denn das sind die einzigen variablen Größen in diesem „geschlossenen“ System.
            Entscheidend ist, Herr Wurzel, dass sich unsere Arbeitsweise nicht zu unterscheiden scheint und ich nur dahingehend anderer Meinung bin, dass es gerecht ist, einen Teil der Provision offen gegenüber dem Käufer offen zu berechnen, unabhängig davon, dass auch er es ist, der Ihre IP – sozusagen über einen Umweg – bezahlt.
            Unabhängig davon, wie wir bezahlt werden, ist es wichtig, dass die Politik erkennt, welchen gesellschaftlichen Nutzen versiert arbeitende Immobilienmakler bringen, dass die Arbeit in der Öffentlichkeit transparenter wird und die mediale Hetzjagd ein Ende nimmt. Ich denke über diesen Punkt besteht uneingeschränkt Einigkeit.

            Und wenn Sie andere Länder zitieren, laufen Sie Gefahr, dass die Politik diese mit unseren Märkten 1:1 gleich setzt. Man sollte immer darauf hinweisen, dass die Immobilienumsätze in GB und den NL andere sind. Dort werden Immobilien gekauft und verkauf wie bei uns die Autos. In einem Maklerleben hat eine „Real Estate Agent“ ein und dieselbe Immobilie mehrfach auf dem Tisch.

  5. Thomas Seibold sagt:

    Das Perverse an der Situation ist, dass wir uns hier den Wolf diskutieren, und dem wilden Aktionismus erliegen….. genau das bezwecken die sozialistischen Politiker. Die sogenannten Berater beobachten den Markt genau und nehmen alle Kritik sehr dankbar auf. In der Presse nimmt davon -noch- niemand so recht Kenntnis. So tun wir Alles, um der Legislative in die Hand zu arbeiten.
    Die ganze Diskussion ist überflüssig, es gibt geltendes Recht, der Entwurf widerspricht dem! Ich freu mich schon auf die Klagen und Beschäftigung der obersten deutschen Richter……. und auf die kommenden Bundeswahlen.
    Der Immobilienmarkt ist in Sachen Verrtiebskosten der transparenteste Markt, dafür werden wir ständig angegangen. Bauen wir die Kosten in die Kaufpreise ein, dann ist Ruhe: Der Mensch will belogen und betrogen werde. Bitte schön! Die Folge: Höhere Preise und auch beim Kauf keine Steuerabschreibung mehr, dafür höhere Grunderwerbsteuer.

    Ich vertrete die Vertragsfreiheit! Wer was wie macht, ist jedem seine Sache. Also haut Euch deswegen nicht die Köpfe ein!

    • Sie haben Recht – es wird nicht gehen, ohne geltendes Recht vehement zu verbiegen. Dennoch finde ich es gut, dass sich die Branche beginnt zu hinterfragen. Die Verbände sind allesamt aufgerufen, die Arbeit des Maklers in der Öffentlichkeit transparent zu machen. Wir leiden darunter, dass nur die unzufriedenen Kunden zu Wort kommen. Die, die die schwarzen Schafe unserer Branche kennengelernt haben. Die Verlagerungen der Provision auf die reise AP sehe ich kritisch, ist Sie doch zugleich die Gebärmutter der schwarzen Schafe. Und die Verkäufer, die sich nicht hinreichend bei der Auswahl des Maklers über dessen Qualitäten informieren, sind deren Geburtshelfer. Wenn rechtlich also das geplante ohnehin nicht durchsetzbar ist, sollte man die Gelegenheit nutzen, den Maklerberuf neu zu formen. Die derzeitigen politischen Ansätze halte ich für unsinnige Schnellschüsse die keinem helfen. Zudem, der RDM hat auf der Expertentagung am 07.11.2018, bei der ich auch anwesend war, ohnehin, bei jeglichem Eingriff, eine Klage angedroht. Persönlich bin ich der Meinung, dass sich die Politik voreilig in eine Sackgasse hat treiben lassen. Das anvisierte Ziel wird keinesfalls mit den geplanten Ansätzen erreicht. Schon das führt alles ab absurdum. Ich bin gespannt, wer es auf sich nehmen wird, hier sehr wahrscheinlich mit einer Niederlage das Feld verlassen zu wollen. Denken wir nur an die Anfrage beim Bundekartellamt, die Antwort wird heute noch positiv verkauft, obwohl das Kartellamt dem Begehren eine klare Absage erteilt hat. Wir alle wissen, Provisionen sind von beiden Seiten verhandelbar. Natürlich stets auch in Abhängigkeit von der Marktlage.

  6. Ralf Cabel sagt:

    Verehrte Kolleginnen und Kollegen,
    merken Sie etwas? Sie machen hier wie auch anderswo den gleichen fatalen Fehler wie seit Jahrzehnten, der uns dieses Dilemma überhaupt erst eingebrockt hat. Sie thematisieren immer und immer und immer und immer wieder nur das Eine , unsere Entlohnung, das Geld.
    Wann fangen Sie an über Ihre Leistungen zu argumentieren, über den Wert Ihrer Arbeit, über das , was Sie an aktivem Verbraucherschutz leisten, wenn Sie beide Seiten neutral beraten können?
    Die Politik versucht die Verbraucher zu täuschen, wenn Sie versucht ein sog. „Bestellerprinzip“ durchzusetzen. Es beraubt uns der Aufgabe, die uns der Gesetzgeber bereits seit vielen Jahrzehnten zugedacht hat, nämlich der neutrale Mittler zwischen zwei souveränen Parteien zu sein.
    Wir müssen aufhören über Geld zu reden. Argumentieren wir – insbesondere gegenüber der Politik ! – mit unseren Leistungen und unserem Nutzen !

  7. Viele Kollegen, beispielhaft dafür Herr Wurzel- verstehen den Unterschied zwischen Verkäufer und Makler nicht. Wir vermitteln ein Gut, das sonst nicht am Markt erscheint, wenn es nicht von uns oder dem Privatverkäufer selbst inseriert wird. Im Gegensatz zu allen Konsum- und Investitionsgütern sind hier Anbieter und Nachfrager am Markt nicht bekannt und können nur durch aktives Eintreten in den Markt an diesem teilnehmen. Es ist genauso wie bei Aktien oder Schiffen, wo sie auch den Makler brauchen, um am Markt teilzunehmen. Während beim Verkauf sich der Eigentümer einer Ware die Äußerungen seines Verkäufers haftungsrechtlich zurechnen lassen muss, hat der Makler für eigene Äußerungen auch eine eigenen Haftung, und nicht der Immobilieneigentümer. Es hat ja seinen Grund, dass dem Makeln im BGB eigene Paragraphen gewidmet sind.

  8. Erst der Makler sorgt für einen „MARKT“. ich habe die Datenbank IMV für den Großraum Heidelberg ausgewertet. Von 31.500 Verkaufs-Immobilien wurden nur ca. 4.200 von Privaten angeboten, obwohl beim Notar zu 55% ohne Makler verkauft wird. D.h., daß nur ein Viertel der privaten Verkäufer ihre Immobilie auf den Markt bringen, 3/4 gehen im Bekanntenkreis, schwarzes Brett Sportverein oder Arbeit weg. Auf diese immobilien hat dier normale Kaufinteressent KEINEN Zugriff. Nur wir Makler gehen mit fast allen Objekten an den MArkt und stellen ihn damit überhaupt erst her. Ohne Makler, nur privater Verkauf, wäre optisch der Markt wesentlich enger, Eigentümer würden deswegen noch höhere Kaufpreise fordern, und der Umzieher von Hamburg nach Köln sieht trotzdem nur einen Bruchteil der Objekte inseriert. Mit der Folge, daß auch er bereit ist mehr zu zahlen.

  9. Das war der mit Abstand beste Branchentreff/Austausch von Immobilienmaklern, den ich in meinen zugegeben noch recht übersichtlichen 8 Jahren Branchenzugehörigkeit erlebt habe. 400 Top-Immobilienprofis haben mit runtergelassenem Visier diskutiert, mehrheitlich entschieden und waren ganz offensichtlich eine repräsentative Auswahl, wenn man die Ergebnisse der Mitgliederumfrage damit matcht, an der immerhin 1.800 Unternehmen teilgenommen haben. Der Makler ist – zumindest nach mehrheitlicher Meinung – ein Mehrwerte schaffender Intermediär zwischen Verkäufer und Käufer. Er wird ausschließlich im Erfolgsfall bezahlt und ist frei in seiner Berufsausübung und Vertragsgestaltung. Diese Positionierung ist eindeutig, ganz unabhängig davon, von welcher Seite sich der Makler in welcher Höhe bezahlen lässt. Auf in den Kampf, am besten Schulter an Schulter.