Immobilienverband

Initiative Digital Kompass – Schnittstellen öffnen

Initiative Digital Kompass – Schnittstellen öffnen

Selbstbestimmung im digitalen Wandel

Prolog

Die Digitalisierung durchläuft nach und nach und mit hoher Geschwindigkeit die Neuaufstellung der Immobilienbranche. Dabei sind es nicht nur Produkte, sondern auch die dazugehörigen Dienstleistungen, die einen immer höheren Anteil der digitalen Wertschöpfung ausmachen.

Unternehmer und Arbeitnehmer stellt dies gleichermaßen vor völlig neue Herausforderungen – auch und gerade im Wettbewerb in der Immobilienwirtschaft.

Was braucht ein mittelständiges Immobilienunternehmen, um seine Unternehmensprozesse mittels der digitalen Anbindungen so aufzustellen, das effizientere und professionelle Abläufe erreicht werden?

Die jetzigen oftmals geschlossenen Systeme behindern den effizienten Einsatz der jeweils besten Lösung für die heterogene Anwenderlandschaft der Wohnungswirtschaft mit ihren vielen verschiedenen Bedürfnissen. Dadurch sind Unternehmen der Wohnungswirtschaft und Bewohner gezwungen, mit suboptimalen Insellösungen zu arbeiten, viele fehleranfällige Schnittstellen zu pflegen und mit redundanten Daten zu arbeiten. Letztlich fällt Deutschlands Wohnungswirtschaft dadurch im internationalen Wettbewerb zurück.

Intention

Der IVD und seine Partner wollen einheitliche Software-Schnittstellen zwischen den vielfältigen Anwendungs-Systemen der Wohnungswirtschaft durch Etablierung von Mindest-Standards schaffen. Insbesondere in der Beziehung zwischen Eigentümer, Verwalter, Dienstleister und Bewohner und der Vielzahl der genutzten Systeme schaffen einheitliche Software Schnittstellen einen wichtigen Mehrwert für alle Anwender. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den führenden ERP Anbietern zu, außerdem kleineren Nischensystemen und zunehmend den Aktionsfeldern der PropTech-Unternehmen.

Ziel dieser Initiative ist, die Formulierung von Mindest-Standards bei den Software-Schnittstellen, um eine erhöhte Interoperabilität zwischen Anwendungssystemen zu erreichen. Konkret geht es um:

  1. Bedeutung von Software-Schnittstellen
  2. Technische Mindest-Voraussetzungen
  3. Datenschutzrechtlichen Mindest-Voraussetzungen
  4. Ankerpartner zur Umsetzung des Themas bzgl. Technik, Anwendung und Kommunikation

1. Bedeutung von Software-Schnittstellen

Selbstbestimmung im digitalen Wandel: Diese Maxime lebt noch nicht, Insellösungen von Softwareanbietern und einzelnen digitalen Produktanbietern erlauben oft nicht ohne weiteres die Kommunikation zwischen den Tools. Will ein Immobilienunternehmen diese Schnittstellen schaffen, sind oft hohe Kosten damit verbunden. Das fördert die Digitalisierung nicht, es schafft maximal einzelnen Anbietern Wettbewerbsvorteile.

2. Technische Mindest-Voraussetzungen

Ohne offene Schnittstellen werden Anbindungsprozesse an die eigene Software zur Herausforderung.

Lange Abstimmungsrunden, komplexe Verhandlungs-Marathons mit IT-Fachexperten und hohe Kosten sind nicht selten, um neue digitale Lösungen in die eigene IT-Architektur zu implementieren.

Es geht vor allem um das Definieren und Schaffen von sauber dokumentieren API Endpoints als standardisierte Softwareschnittstellen zwischen Systemen.

Dazu eine kurze Übersicht:

Was ist eine Web-API?

Eine Web-API ist eine Programmierschnittstelle für einen Webserver/Service/Browser. Es handelt sich um ein Web-Konzept, das in der Regel auf die Client-Seite einer Web-Anwendung beschränkt ist. Client-Seite kann ein Browser oder Backend-Dienst sein, der mit anderen APIs kommuniziert.

Was ist ein API-Endpunkt?

Endpunkte sind wichtige Aspekte der Interaktion mit serverseitigen Web-APIs, da sie festlegen, wo Ressourcen liegen, auf die Drittanbieter-Software zugreifen kann.

Welche (Daten-)Endpunkte sollten Sie typischerweise wählen und warum (im Kontext der Wohnungs-/Immobilienwirtschaft)

Als Wohnungsunternehmen würden Sie erwägen, verschiedene API-Endpunkte freizulegen, ohne zu viele persönliche Informationen preiszugeben. Zum Beispiel würden Sie erwägen, einen Endpunkt aufzulisten, um alle Ihre Häuser, den Status der Wohnungen, die Adressen, in denen Sie Einheiten haben, und die Dienstleistungen, die in jedem Haus angeboten werden, aufzulisten. Zusätzlich zu den vertrauenswürdigen Drittanbietern (unter Berücksichtigung der entsprechenden Vereinbarungen) können Sie sich überlegen, wer in welchen Wohnungen wohnt, etc.

Endpunkte lesen oder schreiben? Was sind die Unterschiede und die Auswirkungen auf die Datenbank für jede Partei?

API lesen In einer solchen API können Drittparteien eingeschränkten Zugriff auf Ihre Ressourcen haben, sie können Entitäten auflisten/erhalten, ohne die Möglichkeit, diese zu ändern/zu ergänzen/aktualisieren.

Schreib-API: In einer solchen API können Drittparteien lesen und schreiben. Z.B. lassen Sie uns Elektrizitätszähler betrachten, der Versorger konnte zurück zu Ihrem Backend die Messwerte jedes Pächters drücken wünschen. Dies ist eine riskantere Implementierung und sollte mit Vorsicht und ausreichenden Sicherheitskontrollen durchgeführt werden, um Missbrauch/Korruption Ihrer Daten zu vermeiden.

Gibt es aus technischer Sicht unterschiedliche API-Standards? Was sind die Dinge, auf die man achten sollte?

Bei der Implementierung einer API (entweder zum Exponieren oder Integrieren) sollte folgendes beachtet werden:

  • Sicherheit
  • Zuverlässigkeit
  • Stabilität
  • Stabil: Eine solche API ist stabil und Sie haben eine Verpflichtung für den Entwickler, dass Sie die API so verwenden können, wie sie ist, zukünftige Änderungen sollten nicht brechend sein, das Risiko ist minimal.
  • Unstabil/Entwicklung/Test: Eine solche API befindet sich in der Entwicklungs-/Evaluierungs-/Testphase (normalerweise als beta, alpha, pre, dev, etc. gekennzeichnet). Der Entwickler kann die API brechen, Endpunkte entfernen und die Signaturen solcher Endpunkte ändern. Das ist eine riskante Wette.

Was ist die typische Roadmap? Wie lange dauert die Implementierung in der Regel?

Die Implementierung einer API hängt von den Anforderungen ab, vor der Implementierung einer vollwertigen API empfehlen wir, mit den grundlegenden Endpunkten zu beginnen. Sobald Sie die Marktvalidierung erhalten und Drittanbieter Ihre API verwenden, können Sie weitere Funktionen in Betracht ziehen, planen, testen und freigeben.

Bei der Integration einer API folgen wir der gleichen Empfehlung, schrittweise implementieren, die kritischen Teile integrieren und später erweitern.

Die Implementierung variiert je nach Bedarf und hängt davon ab, wie kompliziert diese API ist. ind, Bei der Integration einer API sollten Sie komplizierte Integrationen immer als schlechte APIs betrachten.

Best-Practice-Beispiele für den Einsatz in der Immobilien-/Wohnungswirtschaft: KIWI und Mareon: https://kiwi.ki/produkte/kiwi-api/

KIWI bietet eine eine API an, die sowohl von Partnern des Unternehmens als auch von Endanwendern genutzt werden kann. Beispielsweise hat Mareon die API von KIWI in seine Workflows integriert, um seinen Dienstleistern ein einfaches Öffnen der Türen zu ermöglichen. Ein weiterer Endanwender implementierte ein Plugin für HomeAssistant (Open Source Home Automation Software) zur Integration von KIWI in HA.

Best-Practice-Beispiel für Dokumentation und Transparenz in der Immobilienwirtschaft: https://developer.kiwi.ki/

KIWI stellt folgende API Version zur Verfügung.

- pre - Wir experimentieren mit dieser API, ergänzen/entfernen/ändern/bearbeiten die Endpunkte, vollständige Spezifikationen finden Sie hier: https://developer.kiwi.ki/

3. Datenschutzrechtliche Mindest-Voraussetzungen:

Beim Austausch von Daten über standardisierte APIs können auch personenbezogene Daten ausgetauscht werden. Dies betrifft sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter und Dienstleister der Unternehmen. Entsprechend ist es wichtig, hier ein einheitliches Verständnis und Regelwerk innerhalb der Branche zu etablieren. Im Kern geht es um eine standardisierte Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung, die zwischen den Unternehmen abgeschlossen werden sollte, welche Daten über die standardisierten Softwareschnittstellen austauschen.

4. Definieren von Ankerpartnern zur Umsetzung bzgl. Technik, Anwendung und Kommunikation:

Zur Erreichung des Ziels von offenen Schnittstellen müssen schlagkräftige Partner aus den relevanten Bereichen als Partner unterstützen. Dazu gehören:

  1. Die Immobilienvertreter/Verbände
  2. ERP Softwareunternehmen
  3. PropTechs

Hier können Sie unsere Petition: Standardisierte, offene Softwareschnittstellen für die Immobilienwirtschaft unterschreiben.

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