Immobilienverband

Wohnungsbau: Erhebliches Potenzial durch Ausbau von Dachgeschossen – Änderungen in den Bauordnungen machen es möglich

Bild von einer Baustelle am Abend

Pavel L Photo and Video - shutterstock.com

 

"Der Ausbau von Dachgeschossen und die Nachverdichtung bieten erhebliches Potenzial für neue Wohnungen. Allerdings verhindern Bauvorschriften, Normen und Auflagen vielerorts diese ungenutzten Möglichkeiten. Das muss sich ändern.“ Das sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD, heute in Berlin und kommentiert damit einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der gestern Nacht im Bundestag beraten wurde.

Bündnis 90/Die Grünen wollen Dachgeschossausbau vorantreiben

Die Grünen wollen mit ihrem Antrag „Sofortprogramm Bauflächenoffensive - Hunderttausend Dächer und Häuser Programm“ u.a. den Ausbau von Dachgeschossen antreiben und damit gegen die Wohnungsnot in Ballungsräumen vorgehen. Auf dem Land wiederum sollen Anreize zur Neunutzung leerstehender Häuser gesetzt werden. Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, in den nächsten drei Jahren rund 810 Millionen Euro finanzieller Förderung für den Ausbau von 90.000 Wohneinheiten bereitzustellen.

Bauvorschriften machen Ausbau teuer

„Wir unterstützen den Ansatz der Grünen. Allerdings muss die Forderung ergänzt werden. Denn zahlreiche Bauvorschriften, Normen und Auflagen verhindern die Nutzung der Potenziale. Insbesondere der Brandschutz stellt oftmals ein Hindernis dar“, so Schick. Durch Dachaufstockungen und Dachausbauten ändere sich in der Regel die Gebäudeklasse des Objektes. Dadurch erhöhten sich in unterschiedlichen Bereichen die Auflagen, wie die Brandschutzanforderungen an verwendete Materialien oder auch die Anforderungen an Fluchtwege. Diese erhöhten Anforderungen verursachten bis zu 156 Euro an zusätzlichen Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer Immobilie von 80 Quadratmetern betragen diese zusätzlichen Kosten fast 12.500 Euro.

Der IVD-Präsident weiter: „Wie es gehen könnte, macht Hamburg vor, wo die Bauordnung kürzlich geändert wurde. Dabei hat man sich von einigen Bremsklötzen verabschiedet, zum Beispiel: der Ausbau und die Aufstockung von Dachgeschossen benötigt keinen Nachweis weiterer Stellplätze, da die Stellplatzverordnung ausgesetzt wurde, die Aufstockung kann in Holzbauweise erfolgen und bis zum fünften Stockwerk ist der Einbau eines Aufzugs nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Diesem guten Beispiel sollten andere Metropolen dringend folgen.“

Eine vom IVD und weiteren Verbänden in Auftrag gegebene Studie der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts in Hannover zeigt, dass 2,3 bis 2,7 Millionen Wohnungen in Deutschland neu entstehen könnten, wenn die vorhandenen innerstädtischen Bau-Potenziale intelligent und konsequent genutzt würden. Die Wissenschaftler plädieren auch für eine Offensive bei der Dachaufstockung von Wohngebäuden, deren großes Potenzial sie mit 1,1 bis 1,5 Mio. Wohneinheiten nachweisen.

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

Leiter Kommunikation

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