Immobilienverband

Der deutsche Immobilienmarkt muss europäisch werden

Die Integration Deutschlands in die Europäische Union betrifft zunehmend auch die Immobilienmärkte. Kapital und Investitionen kennen längst keine innereuropäischen Grenzen, eine ähnliche Entwicklung betrifft Arbeitnehmer. Die tradierten Besonderheiten der einzelnen Immobilienmärkte und Regulierungen der EU-Staaten werden in der Folge durchmischt. „Es gibt im Jahr 2019 keinen rein deutschen Immobilienmarkt mehr”, erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD Bundesverbandes, mit Blick auf die Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019. „Wenn wir die europäische Integration wollen, dann wird der deutsche Immobilienmarkt auch Bestandteil des europäischen Immobilienmarktes.“

„Deutschland profitiert stark von Europa“, sagt Schick, „aber diese Vorteile beruhen auf Gegenseitigkeit. Wir müssen uns auch anpassen an unsere Nachbarn, das gilt insbesondere auf dem Wohnungsmarkt: Deutschland ist Schlusslicht bei der Eigentumsquote, hat überbordende Bauregulierungen, zu hohe Baukosten und zu langwierige Genehmigungsverfahren. Hier muss sich Deutschland dem innereuropäischen Wettbewerb stellen.“ In Deutschland liegt die Eigentumsquote bei 45 Prozent, der europäische Durchschnitt liegt bei 70 Prozent. In Deutschland allein gibt es mehr als 20.000 Baugesetze und -normen. B-Plan-Verfahren dauern im Durchschnitt bis zu acht Jahre.

„Wir müssen uns auch fragen, was uns Wohnen wert ist“, ergänzt Schick. In anderen EU-Ländern sei bekannt und akzeptiert, dass qualitativ hochwertiges Wohnen seinen Preis habe, das müsse man in Deutschland auch akzeptieren, andernfalls werde die europäische Integration nur halbherzig gelingen. „Wohnen wird in Zukunft teurer, weil es mehr ältere Menschen gibt und gleichzeitig mehr Single-Haushalte. Der einzige Weg raus aus der Preisspirale ist daher eine Bauoffensive mit einer klaren Eigentumsförderung. Unverantwortlich ist es hingegen, wenn die Politik den Menschen trotz dieser bekannten Entwicklungen das Blaue vom Himmel verspricht und auf noch mehr Regulierung und Enteignung setzt.“

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

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