Immobilienverband

IVD-Umfrage: Grundstücksspekulation kein wesentliches Bauhindernis

Baugebote ändern nichts an Baulandknappheit - Empirische Grundlage für bebaubare Grundstücke unzureichend

Bild von einer Baustelle am Abend

Pavel L Photo and Video - shutterstock.com

„Wer nicht baut oder ein unbebautes Grundstück nicht verkauft, steht schnell im Verdacht der Grundstücksspekulation. Um dieser zu begegnen, soll das Baugebot verschärft werden. Dass die Ursachen für ein Liegenlassen der Flächen vielfältig sind und es kein ausreichendes Zahlenmaterial zum ungehobenen Potenzial gibt, passt nicht in das Bild der Befürworter eines strengen Baugebotes.“ Dies sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, im Vorfeld der heutigen 5. Sitzung der Baulandkommission.

"Eine aktuelle Umfrage des IVD ergab, dass die Grundstücksspekulation kein wesentliches Bauhindernis ist. Sie liegt demnach mit 34,6 Prozent erst auf Rang 4 der angegebenen Motive für die Nichtbebauung von Grundstücken. Die Umfrage unter 6.000 Immobilienunternehmen ermittelte, dass zu 62,1 Prozent kleine, im Familienbesitz befindliche Grundstücke zur Selbstnutzung bevorratet werden. Diese Grundstücke eignen sich in erster Linie für Einfamilienhäuser und nicht für den großflächigen Geschossneubau. Es folgen mit 40,3 Prozent Probleme bei der Baurechtsbeschaffung und mit 39,5 Prozent Erbstreitigkeiten.

Weitere Gründe sind unter anderem eine zu geringe Kapitalausstattung für die Entwicklung. Denn nicht jeder Grundstückseigentümer kann bauen, wenn ihm schlichtweg das Geld dazu fehlt. So kann auch nicht jedes Dachgeschoss ausgebaut oder Flächen aufgestockt werden, wenn die finanziellen Mittel dazu nicht vorhanden sind. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse, Grundstückszuschnitte, Altlasten oder auch Nachbarschaftskonflikte sind ebenso Gründe für brachliegendes Bauland.

„Die nun geforderten Baugebote, die Grundstücksbesitzer zum Bauen von Wohnungen zwingen sollen, werden daher nichts wesentlich an der Baulandknappheit ändern. Sie stellen nur unnötig Familien und Immobilienunternehmen an den Pranger“, so Schick. Der IVD-Präsident verweist darauf, dass eine genaue empirische Grundlage, wie viele Grundstücke überhaupt bebaubar sind, fehlt. So verfüge beispielsweise die Stadt Berlin über kein Kataster, um systematisch Baulücken zu erfassen. „Baulückenkataster sind ein hilfreicher Schritt, um bebaubare Flächen zu identifizieren“, ergänzt Schick. Beispielgebend nennt der IVD-Präsident digitale Übersichtskarten, die es bereits am Markt gibt.

 

Zahlreiche Gründe für brachliegendes Bauland

 

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

Leiter Kommunikation

Telefon: 0 30 / 27 57 26 - 15
E-Mail: heiko.senebald@ivd.net

24.09.2020 | IVD | Markt

Baukindergeld 2020 - Baukindergeld sollte entfristet werden

IVD: Baukindergeld sollte entfristet werdenDas Bundeskabinett hat das Baukindergeld um drei Monate verlängert. Die staatliche...Mehr erfahren
Bild von einer Baustelle am Abend
19.08.2020 | IVD | Markt

Berliner Wohnungspolitik stellt sich neu auf: Jetzt bloß kein „Weiter so“

Mehr erfahren
Bild von einer Baustelle am Abend
17.08.2020 | IVD | Markt

Aktuelle Baugenehmigungszahlen

18.08.2020Leerstände in Mittel- und Kleinstädten bieten erhebliches Potenzial „Neben dem Wohnungsneubau muss auch die Reaktivierung des Wohnungsbestands wieder näher in den Fokus rücken....

Mehr erfahren
Steuern
01.07.2020 | IVD | Markt

Absenkung der Umsatzsteuer – Informationen für Makler, Verwalter und Vermieter

Absenkung des Umsatzsteuersatzes für die Monate Juli bis Dezember 2020 Der Koalitionsausschuss hat am 3. Juni das Konjunkturpaket “Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken”...

Mehr erfahren
Bild vom Wohnhaus, Backstein
18.05.2020 | IVD | Markt

IVD-Analyse: Moderate Preisanstiege für 2020 erwartet

• Mieten steigen voraussichtlich um 2,5 bis 3 Prozent • Kaufpreise für Eigentumswohnungen voraussichtlich plus 4 bis 5 Prozent • Transaktionsvolumen bricht im 2. Quartal um 25 bis 35 Prozent ein Der...

Mehr erfahren