Immobilienverband

Immobilieninvestitionen in Deutschland legen um 7,1 Prozent zu

Auf den deutschen Immobilienmärkten sind im vergangenen Jahr insgesamt 272 Milliarden Euro investiert worden. Gegenüber 2017 ist das Transaktionsvolumen um rund 18,2 Milliarden beziehungsweise 7,1 Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Immobilienverbands IVD auf Basis des vom Bundesministerium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens.

„Der deutsche Immobilienmarkt boomt weiterhin. Unter Investoren gilt Deutschland zu Recht als einer der sichersten Investitionsstandorte. Dieses Vertrauen zahlt sich aus“, sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. „Aber: Der gute Ruf Deutschlands wird derzeit aufs Spiel gesetzt. Debatten um Enteignungen und Mietendeckel sind Gift für den Transaktionsmarkt.“

Voraussichtlich im Jahr 2020 Transaktionsvolumen bei 300 Milliarden

Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich der Transaktionsmarkt im Jahr 2018 wieder deutlich aktiver. 2017 lagen die Umsatzzuwächse noch bei 5,6 Prozent. Die Steigerungsrate des Jahres 2016 mit 9,6 Prozent wurde jedoch nicht erreicht. „Diese jährlichen Schwankungen erklären sich vor allem mit langfristigen Investitionszyklen. Ein Trend zu einer abnehmenden Dynamik ist nicht erkennbar. Sofern sich die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen nicht ändern, erwarten wir spätestens 2020 das Durchbrechen der Schallmauer von 300 Milliarden Euro“, sagt Schick.

Prozentual höchste Umsatzanstiege in Thüringen und Hamburg

Mit Ausnahme von Bremen und Sachsen sind die Transaktionsumsätze in allen Bundesländern mehr oder minder stark gestiegen. Das mit Abstand höchste Umsatzwachstum entfiel auf Thüringen. Dort stieg das Transaktionsvolumen um 37,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, nachdem es noch 2017 aufgrund der Grunderwerbssteuerhöhung zum 1. Januar 2017 um 6,5 Prozent gesunken war. Ebenfalls zweistellige Zuwachsraten gab es in Hamburg (plus 24,4 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro), Hessen (plus 12,4 Prozent auf 26,0 Milliarden Euro) und Sachsen-Anhalt (plus 11,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro). Baden-Württemberg verfehlt mit einem Plus von 9,7 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro knapp eine zweistellige Anstiegsrate.

In zwei Bundesländern kam es zu Umsatzrückgängen. In Bremen fiel das Umsatzvolumen um 17,3 Prozent von rund 2,5 auf 2,1 Milliarden Euro, in Sachsen um 3,2 Prozent, von 9,9 auf 9,7 Milliarden Euro. In Rheinland-Pfalz stagnierte das Transaktionsvolumen mit einer minimalen Steigerungsrate von 0,1 Prozent bei 10,5 Milliarden Euro.

Höchste Umsätze in Bayern und Nordrhein-Westfalen

Die höchsten Umsätze wurden 2018, wie auch in den vergangenen Jahren, in den Flächenländern erzielt. Die Spitzenposition belegt wieder Bayern mit 54,6 Milliarden Euro. Damit entfiel fast jeder fünfte in den deutschen Immobilienmarkt investierte Euro auf das Bundesland im Süden Deutschlands. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze dort noch einmal um 7,0 Prozent gestiegen. An zweiter Stelle folgt Nordrhein-Westfalen mit 50,4 Milliarden, was einem Anteil am deutschen Transaktionsvolumen von 18,1 Prozent entspricht. Die Umsätze wuchsen dort um 5,6 Prozent. Auf dem dritten Platz liegt Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 38,4 Milliarden Euro. Der Anteil am Gesamtvolumen beträgt 14,1 Prozent. Damit entfällt rund die Hälfte des gesamten deutschen Immobilientransaktionsvolumens auf diese drei Länder.

Zur Ermittlungsmethode

Das Immobilientransaktionsvolumen beziehungsweise der Immobilienumsatz umfasst sämtliche private und gewerbliche Immobilientransaktionen, für die Grunderwerbsteuer zu entrichten sind. Da die überwiegende Zahl der Transaktionen – mit Ausnahme der Fälle, bei denen Erbschafts- und Schenkungssteuer anfallen, sowie Share-Deals – dieser besonderen Umsatzsteuer unterliegen, ist diese Statistik ein probates Mittel, die jährlichen Immobilienumsätze zu erfassen.

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