Immobilienverband

Klimaschutz und bezahlbaren Wohnungsbau in Einklang bringen

Das Klimakabinett der Bundesregierung will heute seine Pläne für mehr Klimaschutz vorlegen. Dazu Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD:
„Das leitende Prinzip von neuen Klimaschutzinitiativen im Immobiliensektor sollte sein, die Ziele von Wohnungs- und Nachhaltigkeitspolitik miteinander zu vereinbaren. Sonst droht der Umweltschutz zulasten des sozialen Friedens zu gehen. Die Immobilienwirtschaft darf mit gewaltigen Investitionskosten nicht allein gelassen werden. Die Kosten der Energiewende können nicht alleine durch Vermieter und Eigentümer getragen werden. Zudem müssen die Maßnahmen und Vorgaben auch wirtschaftlich und sozial sein.

Die Wohnungswirtschaft steht bereits unter erheblichem Kostendruck. Vorschriften zur klimaneutralen Bestandsmodernisierung und Projektentwicklung werden die Marktpreise weiter in die Höhe treiben und das Vorhaben einer Ausweitung des Angebots an bezahlbarem Wohnraum konterkarieren. Stattdessen braucht es ein umfassendes und breit gefächertes Maßnahmenpaket.“

So sollten für Maßnahmen der energetischen Sanierung des Wohnungsbestandes wie Fassadendämmung und Heizungsaustausch Zuschussprogramme und steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten eingeführt werden. Beim Wohnungsneubau sollten bauliche Maßnahmen, die auf die Energieeffizienz der entstehenden Gebäude einzahlen, ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden können. Auch brauche es eine gezielte Förderung von Techniken zum klimaneutralen Bauen. Um Planung und Genehmigung von umweltschonenden mehrgeschossigen Holzbauten zu vereinfachen und zu beschleunigen, sollte der Bund gemeinsam mit den Ländern eine Reform des Bauordnungsrechts anstrengen. Um die geforderten CO2-Einsparungsziele zu erreichen, müssten auch technologieoffene Wege stärker gefördert werden.

Der IVD-Präsident weiter: „Die Politik hat die Chance, mit durchdachten Fördermaßnahmen und gezielten Investitionsanreizen für ein besseres Klima zu sorgen und an Vertrauen zu gewinnen. Sie sollte das Vertrauen dann aber nicht an anderer Stelle – nämlich dort, wo sie beispielsweise immer wieder am Mietrecht herumreguliert – wieder verlieren. Darin besteht die derzeitige Krux.“

Berlin, 20. September 2019

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

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