Immobilienverband

EXPO REAL 2019: IVD heizt Diskussion um richtige Wohnungspolitik kräftig an

2.190 Aussteller aus 45 Ländern, mehr als 46.000 Teilnehmer aus 76 Ländern, eine weitere Halle eröffnet: Die EXPO REAL war 2019 größer und internationaler denn je. Und mittendrin auf großer Bühne setzte der IVD die stärksten Akzente beim Thema bezahlbares Wohnen.

In zahlreichen Foren wurde das Miteinander von Politik und Wirtschaft sowie Maßnahmen von Mietpreisdeckel bis Verdichtung der Städte bisweilen auch sehr leidenschaftlich diskutiert. „Die Immobilienwirtschaft erwartet jetzt von der Politik keine weiteren Änderungen im Mietrecht. Die Investoren brauchen Planungssicherheit und nicht alle vier Wochen weitere Verschärfungen“, erklärt dazu Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. Schick hatte das hochkarätig besetzte Panel „Öffentliche Hand und Immobilienwirtschaft: Miteinander statt gegeneinander“ moderiert und war gefragter Diskutant im Panel „Mieten: Deckel drauf, Temperatur hoch und es kocht“ im EXPO REAL-Forum. Der IVD heizte die Diskussion um die richtige Wohnungspolitik auf der größten Fachmesse für Immobilien und Investitionen kräftig an.

Das eine oder andere Mal forderte der IVD-Präsident den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Marco Wanderwitz, heraus. Vor allem bei der Wohnungsbaubilanz zur Halbzeit der Legislaturperiode gingen die Meinungen auseinander. Am Messestand der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) zog Wanderwitz eine „außergewöhnlich erfolgreiche Zwischenbilanz“. Schick entgegnete ihm, dass das Vertrauen, das die Große Koalition mit den durchaus positiven Beschlüssen beispielsweise zum Baukindergeld, Wohngeld oder mit der Sonder-Afa für den Mietwohnungsneubaus aufgebaut habe, mit immer neuen Regulierungsvorhaben wieder verspielt werde. „Änderungen im Mietrecht werden im Schweinsgalopp durchgezogen, konkrete Pläne der Immobilienwirtschaft zur Baubeschleunigung, die wirklich für Entlastung auf dem Wohnungsmarkt sorgen würden, werden verzögert“, sagte Schick.

Die öffentliche Debatte rund um den Wohnraummangel spitzt sich auch durch den geplanten Mietendeckel und die Enteignungs-Initiativen in Berlin zu. In der Diskussionsrunde „Der Vermieter als Prügelknabe“ am BID-Stand machte IVD-Vizepräsident Markus Jugan deutlich, „dass Teile der Politik Vermieter und Mieter bewusst gegeneinander ausspielen und die Gesellschaft spalten“. Jugan sagte, dass die angespannten Lagen auf dem Wohnungsmarkt nur zu lösen sind, wenn es ein Miteinander und kein Gegeneinander aller Beteiligten gibt. Er nannte hierbei auch den Klimaschutz. „Die Kosten der Energiewende können nicht alleine durch Vermieter und Eigentümer getragen werden. Dieses Bewusstsein für die Verantwortung eines jeden Einzelnen fehlt mir in der jetzigen politischen Diskussion“, so Jugan.

Viel Sprengstoff bot auch das Thema „Reform der Grundsteuer“. Der Leiter der Abteilung Steuern beim IVD, Hans-Joachim Beck, moderierte am BID-Stand eine hochkarätig besetzte Talkrunde unter dem Titel „Flickenteppich bei der Grundsteuer“. Becks Fazit daraus: „Mit der Grundsteuerreform haben wir eine große Chance zur Steuervereinfachung verpasst. Der Verwaltungsaufwand wird in keinem Verhältnis zu dem relativ geringen Aufkommen an Grundsteuer stehen. Hoffentlich werden die Länder die Chance ergreifen, die ihnen die Öffnungsklausel im Grundgesetz betet und vereinfachte Regelungen einführen.“

IVD-Vizepräsident und Schatzmeister Axel Quester war als Experte im BID-Panel „Büromarkt: Status und Zukunft“ gefragt. Er hatte die neuesten Daten aus dem IVD-Gewerbepreisspiegel im Gepäck. Er konnte vermelden, dass der deutsche Büroimmobilienmarkt von den Vorzeichen einer abflauenden Konjunktur bisher verschont geblieben ist. „In den vergangenen 12 Monaten sind die Mietpreise bundesweit je nach Nutzwert zwischen 3,0 und 4,9 Prozent gestiegen. In den Großstädten, insbesondere Berlin, übersteigt die Nachfrage deutlich das Angebot. Der Neubau stagniert aufgrund von Baulandmangel und steigenden Grundstückspreisen“, kommentierte Quester die aktuelle Lage. Zunehmend seien Ausweichbewegungen in mittlere und kleine Städte zu beobachten. „Sofern sich die Vorzeichen nicht zu einer gesamtwirtschaftlichen Krise verdichten, dürfte sich die Lage am Büromarkt nicht ändern“, so der IVD-Vizepräsident.

Zum 21. Mal verlieh die Deutsche Immobilien-Akademie (DIA) an der Universität Freiburg auf der EXPO REAL unter der bewährten Moderation von DIA-Geschäftsführer Peter Graf ihren Forschungspreis. In diesem Jahr zeichneten Karin Schütz, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, und Günther Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal, eine Dissertation und eine Masterarbeit aus. Die Preisträger sind Dr. Lorenz Thomschke für seine Dissertation „Empirical Evidence on Rent Dynamics in Germany“ und Maximilian Frye für seine Masterarbeit „Impact of the Expansion of Production Sites on Land Values“. „In kaum einem anderen Wirtschaftszweig übt der Staat so umfassende regulatorische Eingriffe in den Markt aus wie in der Immobilienwirtschaft“, stellte Professor Marco Wölfle, wissenschaftlicher Leiter des Center for Real Estate Studies (CRES), einem Gemeinschaftsinstitut von DIA und Steinbeis Hochschule Berlin, fest. Ohne Forschung stünde den Akteuren keine auf Fakten basierte Basis zur Verfügung, um Potenziale, Risiken und Entwicklungen zu erkennen und richtig einzuschätzen. Die Deutschen Immobilien-Akademie (DIA) an der Universität Freiburg unterstütze daher neben der Aus- und Weiterbildung auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen.

Passend zum Thema stellte sich Thomas Bühren, Abteilungsleiter/Studienberatung an der DIA, den Fragen und Antworten im BID-Panel „Bock auf Bauen? Karriere in der Immobilienwirtschaft“. Am letzten Messetag der EXPO REAL 2019 unterstrich Bühren die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung. „Bauen, vermarkten, bewerten, digitalisieren – alles Themen der Immobilienwirtschaft. Stetige Neuerungen, veränderte Gesetzgebung, Auflagen und vieles mehr beschäftigen die Branche und verlangen viel Aufmerksamkeit von den Playern“, so Bühren. Qualität und Kompetenz als Markenzeichen seien deshalb wichtige Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein. Dazu gebe es passgenaue Angebote am Bildungsmarkt, wie die der Deutschen Immobilien Akademie in Freiburg.  

Der IVD war auf der EXPO REAL 2019 wieder mit einem eigenen Stand und 13 Partnern präsent. IVD-Präsident Jürgen Michael Schick resümierte: „Es war wieder ein voller Erfolg. Als Meeting-Point und mit seinem Company-Corner war der IVD-Stand ein echter Magnet und Brennpunkt auf der Messe München. Ich kann nur allen empfehlen, 2020 wieder mit uns dabei zu sein.“

 

 

 

Foto: Thomas Plettenberg/Messe München

Foto von Heiko Senebald

Heiko Senebald

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