Immobilienverband

Aktuelle Baugenehmigungszahlen

Nachhaltiger Wohnungsbau ist und bleibt gemeinsame Aufgabe

„Der nachhaltige Wohnungsbau ist und bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Land, Kommunen und Immobilienwirtschaft. Pragmatische Lösungen statt ideologischer Hemmnisse sollten das Leitbild für das Jahr 2020 für alle Beteiligten sein.“ Das sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD, heute in Berlin. Er bezieht sich dabei auf die aktuellen Baugenehmigungszahlen, die heute vorgestellt wurden.

Laut Statistischem Bundesamt wurden zwischen Januar und Oktober dieses Jahres für insgesamt 289.700 Wohnungen Baugenehmigungen erteilt. Damit liegt die Anzahl der Neubaugenehmigungen ungefähr auf Vorjahresniveau. Es bräuchte jedoch in diesem Zeitraum rund 312.500 Baugenehmigungen, um die von der Bundesregierung gesetzte Zielmarke von 375.000 Wohnungen pro Jahr zu erreichen.

Schick: „Eine Wohnungsbauoffensive, die diese Namen auch verdient, ist 2019 ausgeblieben. Dabei kann nur eine signifikante Erhöhung des Wohnungsangebots die Probleme auf den Wohnungsmärkten entschärfen. Dieses Jahr sind die Genehmigungszahlen in den ersten zehn Monaten stagniert. Der Neubau kommt nicht voran. Das hat mehrere Gründe. Der stark anwachsende Überhang an Baugenehmigungen ist auch ein Problem, auf das der IVD bereits seit Langem hinweist. Allerdings ist das nicht die Hauptursache des Wohnungsmangels. Es gibt entlang der gesamten Prozesskette im Wohnungsbau Optimierungspotenzial, auch im Genehmigungswesen. Für einen nachhaltige und angemessene Versorgung mit Wohnraum fehlen nicht nur Baukapazitäten, sondern auch Bauland und Baugenehmigungen. Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben die gemeinsame Aufgabe, diese Mängel zu beseitigen. Darauf sollten sich die gemeinsamen Kraftanstrengungen 2020 konzentrieren“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD.

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Heiko Senebald

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Ein Jahr nach dem Wohngipfel: Ernüchternde Bilanz beim Wohnungsbau

Fast genau ein Jahr nach dem Wohngipfel im Bundeskanzleramt am 21. September 2018 zieht der IVD eine ernüchternde Bilanz. „Das dringlichste Ziel des Wohngipfels, den Bau bezahlbaren Wohnraums merklich zu stimulieren, wurde nicht erreicht. Das belegen die aktuellen Baugenehmigungszahlen. Die größten ‚Fortschritte‘ wurden stattdessen in der Weiterentwicklung des mietrechtlichen Rahmens gemacht. Damit erhöht die Bundesregierung den Druck auf dem Wohnungsmarkt, statt ihn vermeintlich zu senken. Eine politische Kehrtwende muss jetzt kommen“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD.

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, wurden zwischen Januar und Juli dieses Jahres Baugenehmigungen für insgesamt 196.400 Wohnungen erteilt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Anzahl der Neubaugenehmigungen damit um 3,4 Prozent gesunken, bei Mehrfamilienhäusern sogar um 4,1 Prozent.

„Die praktische Umsetzung vieler auf dem Wohngipfel beschlossenen Maßnahmen, die Bauplanungs- und Baugenehmigungsverfahren beschleunigen sollten, steht noch aus. Bei der Mobilisierung von Bauland sind wir bisher trotz Kommission noch keinen effektiven Schritt weitergekommen. Die Harmonisierung des Bauordnungsrechts zwischen den Bundesländern ist weiterhin eine große Baustelle“, erklärt Schick.

Lediglich das Gesetz zur steuerlichen Förderung des Wohnungsbaus (Sonder-AfA) sei bisher auf den Weg gebracht. Es trat am 8. August 2019 in Kraft. Schick: „Die Sonder-Afa ist angesichts der steigenden Baukosten eigentlich jetzt schon wieder überholt. Für einen wirklich und nachhaltig wirksamen Impuls beim bezahlbaren Wohnungsbau müsste die lineare Abschreibung auf mindestens drei, besser sogar vier Prozent angehoben werden.“

Dagegen sei das auf dem Wohngipfel beschlossene Mieterschutzgesetz fristgerecht zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Die ebenfalls im Wohnpaket vorgesehene Erweiterung des Betrachtungszeitraums für die ortsübliche Vergleichsmiete von vier auf sechs Jahre ist gestern vom Bundeskabinett beschlossen worden.

Unzureichende Baugenehmigungszahlen auch bei Eigenheimen

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres Baugenehmigungen für insgesamt 164.600 Wohnungen erteilt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Anzahl der Neubaugenehmigungen damit um 2,3 Prozent gesunken, bei Mehrfamilienhäusern sogar um 3,2 Prozent. Die Zahl genehmigter Einfamilienhäuser ist mit 44.537 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent gesunken.

„Die Baugenehmigungszahlen bleiben unzureichend. Besonders dramatisch ist die Lage aber auch im Eigenheimsegment. Dort besteht ein eklatanter Nachfrageüberhang, Es bedürfte jährlich rund 150.000 neuer Einfamilienhäuser, um die Nachfrage zu decken. Davon sind wir leider weit entfernt“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. Er bezieht sich dabei auf eine Studie von empirica. Laut dieser Studie ist die Neubaulücke bei Eigenheimen seit 2012 auf rund 400.000 Eigenheimen gewachsen.

Schick ergänzt: „Der Angebotsmangel auf dem Eigenheimmarkt hat Rückkopplungseffekte. Denn Familien, die sich den Traum vom Eigenheim nicht erfüllen können, verbleiben gezwungenermaßen in Mietwohnungen. Diese stehen wiederum den Familien, die sich ein Eigenheim nicht leisten können, nicht zur Verfügung. Eine spezifische Förderung für den Eigenheimbau würde daher nicht nur Familien beim Eigentumserwerb helfen. Es würde auch zu einer Entlastung im Marktsegment der großen familientauglichen Wohnungen gerade in den Ballungsräumen führen. “

Investitionen brauchen Planungssicherheit

Wie das statistische Bundesamt heute mitteilt, wurden zwischen Januar und Mai dieses Jahres Baugenehmigungen für 136.257 Wohnungen erteilt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Anzahl der Neubaugenehmigungen damit um 2,4 Prozent gesunken, bei Mehrfamilienhäusern sogar um 4,1 Prozent.

Dazu Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD:

„Die gesunkenen Baugenehmigungszahlen sind ein Spiegelbild der derzeit unzuverlässigen Rahmenbedingungen. Die ständigen neuen Überlegungen zum Mietrecht – und ganz speziell zum Mietendeckel – verunsichern zunehmend Investoren. Nicht die radikalsten Vorschläge zur Veränderung des Mietrechts, sondern weniger Regulierungen tragen zu mehr Wohnungsneubau bei. Investoren brauchen Planungssicherheit. Daran hapert es derzeit gewaltig.“

Leerstandspotenzial im ländlichen Raum nutzen

  • Baugenehmigungszahlen im Vorjahresvergleich gesunken
  • Mehr als 300.000 ungenutzte Wohnungen außerhalb der Ballungsräume

Wie das statistische Bundesamt heute mitteilt, wurden von Januar bis April 2019 105.800 Baugenehmigungen erteilt. Das sind 1,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Lediglich bei Einfamilienhäusern wurde eine Steigerung um 2,2 Prozent registriert. Neubaugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sanken um 5,2 Prozent, für Mehrfamilienhäuser um 0,5 Prozent.

„Die enttäuschende Entwicklung der Baugenehmigungszahlen macht deutlich, dass wir uns bei der Lösung der Wohnungskrise nicht nur auf den Wohnungsneubau verlassen können. Parallel dazu sollten wir den bereits vorhandenen Wohnraum besser nutzen. Denn Wohnraummangel ist ein Problem der Großstädte und Metropolen“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. So gebe es derzeit außerhalb der Wachstumsregionen laut Hochrechnungen mehr als 300.000 marktaktive Leerstände mit steigender Tendenz.

Dazu erklärt Schick: „Die Lebensbedingungen in den ländlichen Regionen und Klein- und Mittelstädten müssen noch attraktiver werden. Das würde den Wegzug in die Ballungsräume drosseln und Druck von den angespannten Wohnungsmärkten nehmen.“ Es seien vor allem Verbesserungen in der Infrastruktur, die dazu notwendig seien: Ausreichende Daseinsvorsorge in Form von Einkaufsmöglichkeiten, medizinischen und kulturellen sowie Bildungsangeboten, eine zuverlässige Versorgung mit Breitband und LTE und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Sinkende Baugenehmigungszahlen alarmierendes Signal

  • Regulierung schafft keine neuen Wohnungen, sondern verhindert sie
  • Steuerliche Entlastung notwendig

„Die sinkenden Baugenehmigungszahlen sind ein alarmierendes Signal an die Politik. Sie belegen, dass mit den Regulierungsmaßnahmen der Wohnungsneubau nicht unterstützt wird. Im Gegenteil: Zunehmend wird der Neubau ausgebremst“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. Schick reagiert damit auf die aktuellen Baugenehmigungszahlen, die das statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat. Demnach wurden im ersten Quartal dieses Jahres Baugenehmigungen für 75.628 Wohnungen erteilt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Anzahl der Neubaugenehmigungen um 2,8 Prozent gesunken, bei Mehrfamilienhäusern sogar um 4,4 Prozent.

Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum lässt sich nur befriedigen, wenn wieder mehr und preisgünstiger gebaut wird. Bund, Länder und Kommunen zählen jedoch zu den größten Kostentreibern und Bauverhinderern. Sie sollten erwägen, die beim Wohnungsneubau fällige Mehrwertsteuer und die Grunderwerbsteuer zu senken“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. Die Steuerbelastung von Wohnungsneubau sei erheblich, so Schick. Die Bauleistungen seien nach dem normalen Steuersatz von 19 Prozent mehrwertsteuerpflichtig. Dazu komme die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent des Grundstückspreises beträgt. Häufig werde die Grunderwerbsteuer sogar zweimal fällig, beim Erwerb des Grundstücks durch den Projektentwickler und beim Verkauf an den Eigentümer. Insgesamt könne die kumulative Steuerbelastung beim Wohnungsneubau auf über 20 Prozent steigen.

Bauland muss erschwinglicher werden

Wie das statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Januar diesen Jahres Baugenehmigungen für 27.100 Wohnungen erteilt. Damit sind rund 2.300 Wohnungen mehr als im Vorjahresmonat genehmigt worden, was einer Zunahme von 9,1 Prozent entspricht. Bereinigt um Neubaugenehmigungen für Wohnheime ist die Anzahl der Neubaugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr (Januar 2018) um 7,5 Prozent gestiegen.

„Die Zahlen zum Jahresanfang sind sehr erfreulich. Ob das Anzeichen einer wirklichen Trendwende sind, werden die folgenden Monate zeigen. An der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt und den politischen Aufgaben ändert sich aber nichts. Es muss gebaut werden und Bauen muss günstiger werden. Der Schlüssel dafür ist günstigeres Bauland“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, und ergänzt: „Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass die neue Staatssekretärin Anne Katrin Bohle angekündigt hat, sich jetzt besonders für die Bereitstellung erschwinglichen Bodens einsetzen zu wollen.“

Geringe Baugenehmigungszahlen: Politik muss endlich handeln

Nach heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr von Januar bis November Baugenehmigungen für 315.000 Wohnungen erteilt. Damit sind 1.600 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum genehmigt worden, was einem Wachstum von 0,5 Prozent entspricht. Bereinigt um Neubaugenehmigungen für Wohnheime ist die Anzahl der Neubaugenehmigungen im Vergleich zu 2017 um 1,4 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ist um 4,5 Prozent gestiegen.

„Die Anzahl der Baugenehmigungen hinkt dem tatsächlichen Bedarf deutlich hinterher. Die Politik konzentriert sich nach wie vor zu sehr auf Regulierung. Die Verschärfung der Mietpreisbremse wird keine einzige Wohnung schaffen. Es ist dringend erforderlich, dass die Bundespolitik mehr auf Zusammenarbeit mit privaten Investoren und auf Wohnungsneubau setzt. Die positiven Aspekte des Wohngipfels müssen endlich umgesetzt werden“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD Immobilienverbands Deutschland. „Die Menschen kommen nach wie vor nicht in Wohneigentum. Genau dies wünscht sich jedoch eine Mehrheit der Deutschen. Aufgabe der Politik ist es, den Schritt ins Eigenheim zu fördern. Das Baukindergeld war hierbei ein wichtiger Schritt. Dem müssen jedoch noch weitere Folgen, wie zum Beispiel das Bürgschaftsprogramm der KfW“, ergänzt Schick.

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