Immobilienverband

IVD-Newsletter vom 28. November 2019

1. Büromärkte trotzen Konjunktursorgen

Der deutsche Büromarkt trotzt den Konjunktursorgen. Die anhaltende Nachfrage nach Büroflächen hat die Mietpreise in den vergangenen zwölf Monaten weiter steigen lassen. Die Mietpreise für Büroflächen mit mittlerem Nutzwert stiegen aber deutschlandweit mit durchschnittlich 2,9 Prozent verhaltener als im Vorjahreszeitraum (plus 4,4 Prozent). Für Büroflächen mit gutem Nutzwert dagegen verstärkte sich die Preisdynamik. Mit 3,7 Prozent stiegen die Mieten um 0,8 Prozentpunkte schneller als im Vorjahreszeitraum (plus 2,9 Prozent). Dieser bundesweite Trend spiegelt sich in allen Städteklassen wider. Die größten Preissteigerungen entfielen auf die Top-7-Städte und die Großstädte. Das sind Ergebnisse des aktuellen Gewerbe-Preisspiegels 2019/2020 des IVD.

IVD-Mitglieder haben den Gewerbe-Preisspiegel mit der November-Ausgabe des AIZ-Immobilienmagazins erhalten. Weitere Exemplare können im IVD-Webshop bestellt werden.

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2. Bundesrat befasst sich mit Teilung der Provision

Morgen wird der Bundesrat das Gesetz zur Verteilung der Maklerkosten beraten, nachdem die Bundesregierung am 9. Oktober 2019 einen Gesetzentwurf beschlossen hat. Die Fachausschüsse des Bundesrates, die sich im Vorfeld der Sitzung mit den Details befasst haben, üben grundsätzlich keine wesentliche Kritik an dem Gesetzentwurf (BR-Drs. 520/1/19). Der federführende Rechtsausschuss sieht einen Nachbesserungsbedarf, der im Kern technischer Natur ist. Bereits im Dezember wird sich erstmals der Bundestag mit dem Vorhaben befassen. Eine Verabschiedung und finale Beratung im Bundesrat erfolgen voraussichtlich im März 2020. Inkrafttreten wir die Neuregelung erst im Sommer oder Herbst 2020. Wir werden in den nächsten Monaten über den weiteren Verlauf des Verfahrens informieren und die Mitglieder des IVD mit praktischen Tipps unterstützen.

FAQ zum Gesetzentwurf

3. Berliner Mietendeckel stoppen

Die rot-rot-grüne Landesregierung in Berlin will die Mieten für 1,5 Millionen vor 2014 gebaute Wohnungen fünf Jahre auf dem Stand von Mitte 2019 einfrieren und für Neuvermietungen Obergrenzen je nach Alter und Ausstattung der Wohnung festlegen. Auch eine Senkung von Bestandsmieten soll möglich sein. Am Mittwoch hatte der Berliner Senat das Gesetz passieren lassen.

Das Bundesinnenministerium hält den Berliner Mietendeckel laut Medienberichten für verfassungswidrig. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch ein SPD-internes Gutachten vor wenigen Wochen. Das IW Köln hat gestern sein Gutachten zu den volkswirtschaftlichen Folgen des Berliner Mietendeckels veröffentlicht und kommt zu dem Schluss: "Der Mietendeckel wird also nicht nur keine Probleme lösen, sondern vielmehr zahlreiche neue Probleme hervorrufen (...) Wohnungsmangel lässt sich nicht wegdefinieren oder verbieten, sondern nur durch Wohnungsbau lösen."

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat angekündigt, den Mietendeckel über das Bundesverfassungsgericht prüfen lassen zu wollen.

IW-Gutachten

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4. Demo und Kundgebung gegen Mietendeckel

Am 9. Dezember 2019 findet von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr auf dem Platz des 18. März in Berlin eine Kundgebung gegen den geplanten Mietendeckel statt. Über 1.500 Personen und 240 Fahrzeuge sind bereits angemeldet.  Mehrere immobilienwirtschaftliche Verbände haben zur Beteiligung aufgerufen.  Wir halten Sie über unsere sozialen Netzwerke aufdem Laufenden.

5. Berlin: Werden auch die Bodenpreise gedeckelt?

Am vergangenen Wochenende fand der Parteitag der Linken statt. Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) kündigte an, auch die Bodenpreise deckeln zu wollen. Die Koalition signalisierte Zustimmung.

Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Für eine soziale und nachhaltige Bodennutzung und zur Begrenzung der Bodenspekulation wird die Koalition […] Entwicklungsgebiete für neue Wohnungsbaustandorte und zur Sicherung der sozialen und funktionalen Mischung ausweisen. Daneben wird die Koalition Maßnahmen auf Bundesebene initiieren, um der Bodenspekulation entgegenzutreten.“

6. Zahl der Baugenehmigungen sinkt

Laut Statistischem Bundesamt wurden zwischen Januar und September dieses Jahres für insgesamt 257.900 Wohnungen Baugenehmigungen erteilt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Anzahl der Neubaugenehmigungen damit um 1,9 Prozent gesunken. Es bräuchte jedoch in diesem Zeitraum rund 281.000 Baugenehmigungen, um die von der Bundesregierung gesetzte Zielmarke von 375.000 Wohnungen pro Jahr zu erreichen.

„Nach wie vor liegen die Baugenehmigungszahlen weit hinter dem Bedarf zurück. Das liegt auch an umständlichen Prozessen, veralteten Arbeitsmethoden und an fehlendem Personal. Ein Aufblähen von Verwaltungsprozessen, wie es derzeit im Rahmen des Mietendeckels in Berlin angestrebt wird, ist völlig kontraproduktiv. Wir brauchen mehr Personal, um das Bauantragsverfahren zu optimieren, statt zusätzliches Personal einzustellen, das lediglich den Mangel verwaltet. Nichts anderes als ein neues Bürokratiemonster á la DDR-Antragswesen bringt der Mietendeckel mit sich“ kommentiert IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

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7. Achtung! Google Analytics nur mit Einwilligung

Zahlreiche deutsche Datenschutzbehörden haben Mitte November nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Analyse-Dienste wie Google Analytics nur mit Einwilligung nutzbar sind.

Viele Website-Betreibende berufen sich bei der Einbindung von Google Analytics auf alte, längst überholte und zurückgezogene Veröffentlichungen. Das Produkt Google Analytics wurde in den vergangenen Jahren so fortentwickelt, dass es in der aktuellen Gestaltung keine Auftragsverarbeitung mehr darstellt. Vielmehr räumt sich Google als Anbieter das Recht ein, die Daten auch zu eigenen Zwecken zu verwenden. Die Einbindung von Google Analytics erfordert daher eine Einwilligung, die den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung genügt. Die meisten der sogenannten Cookie-Banner erfüllen derzeit die gesetzlichen Anforderungen nicht.

Inzwischen hat das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) gegen mehrere Webseiten-Betreiber wegen der Nutzung von Google Analytics Bußgeldverfahren eingeleitet.

8. Fünfte Geldwäscherichtlinie der EU beschlossen

Am 14. November hat der Bundestag die Umsetzung der fünften Geldwäscherichtlinie der EU beschlossen. Erteilt der Bundesrat ebenfalls seine Zustimmung, gibt es für Notare und Makler im Immobilienbereich verschärfte Pflichten beim Melden von Verdachtsfällen. Sie gelten künftig auch bei der Vermittlung von Mietverträgen ab einer Monatsmiete von 10.000 Euro.

Transparenzregister sollen es zudem schwerer machen, die wirklichen Besitzverhältnisse von Unternehmen über Strohmänner zu verschleiern. Zudem soll die Anti-Geldwäsche-Einheit beim Zoll mehr Kompetenzen erhalten. Mit diesem Maßnahmenbündel will man verhindern, dass illegale Gelder in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust werden.

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9. Die Immobilie als Tatmittel der Wirtschaftskriminalität

Im Rahmen einer Doktorarbeit zum Thema "Immobilie als Tatmittel der Wirtschaftskriminalität" soll ermittelt werden, welche Instrumente bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität sinnvoll sind. Hier werden insbesondere die Geldwäscheregelungen und -verpflichtungen in den Fokus genommen. Bitte nehmen Sie sich ca. drei Minuten Zeit, um einige wenige Fragen zu beantworten. Die Beantwortung erfolgt anonym, personenbezogene Daten werden nicht gespeichert.

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10. #PMT2019: Vorträge online

Auf dem Personalmanagement-Tag des IVD Anfang November stand der Fachkräftemangel der Branche im Mittelpunkt. Das anhaltend kräftige Wachstum der Branche führt dazu, dass das Thema Personalmanagement in den Unternehmen der Immobilienwirtschaft trotz der schwächelnden Gesamtkonjunktur an Bedeutung weiter zunimmt.

Sowohl die Optimierung des Recruitings von Auszubildenden und qualifizierten Mitarbeitern, als auch die Ausbildung junger Fachkräfte durch die Unternehmen selbst sowie die Bindung und Förderung der Mitarbeiter standen im Fokus der Vorträge, die Sie ab sofort online abrufen können.

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11. EIA: Geprüfte/r Immobilienmakler/in (EIA)

Die Europäische Immobilien Akademie (EIA) startet ihr umfangreiches Bildungs- und Weiterbildungsangebot für die Immobilienbranche im Jahr 2020 mit dem Präsenz-Lehrgang „Gepr. Immobilienmakler/in (EIA)“.

Der Lehrgang wird am Studienort Saarbrücken in zwei Wochenblöcken (11.01.-17.01.2020 und 01.02.-07.02.2020) angeboten und vermittelt angehenden Immobilienmaklern und bereits tätigen Maklern in komprimierter Form die wichtigsten Fachkenntnisse und das praxisrelevante Wissen, welches sie zur Ausübung ihres (Traum-) Berufes benötigen.

Bei 80 % Anwesenheit und erfolgreicher Abschlussarbeit erhalten die Teilnehmer auch ein entsprechendes IHK-Zertifikat. Zudem können für diesen Lehrgang 70 Fortbildungsstunden zum Nachweis der Weiterbildung gemäß § 15b Absatz 1 MaBV zertifiziert werden.
Der Lehrgang wird zusätzlich als Wochenendblocklehrgang (8 Wochenenden) ab dem 10.01.2020 am Studienort in Hamburg angeboten.

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