Immobilienverband

Wohnen muss unter einen Schutzschirm gestellt werden

Die Bestrebungen der Bundesregierung, Mieter vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu schützen,  werden vom Immobilienverband Deutschland (IVD) grundsätzlich begrüßt. „Niemand darf wegen dieser Krise seine Wohnung verlieren - das muss gleichermaßen für Mieter und Eigentümer gelten“, erklärt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. Eine vorübergehende Ausweitung des Kündigungsschutzes müsse aber zwingend an weitere Maßnahmen – wie die unbürokratische Flexibilisierung des Wohngeldes oder die kurzfristige Einrichtung eines Wohnfonds - geknüpft werden. „Da ein Zahlungsausfall aber nicht zwangsläufig auf die aktuelle Situation zurückgehen muss, kann vom Mieter erwartet werden, dass er den Zusammenhang zur Corona-Epidemie  nachweist", sagt Schick. Grundsätzlich müsse es das Gebot der Stunde sein, dass Mieter das Gespräch mit dem Vermieter suchen, um zu einem für beide Parteien tragfähigen Kompromiss zu kommen. Selbstnutzenden Eigentümern, die ihr Darlehen nicht mehr bedienen können, müsse der Staat genauso unter die Arme greifen wie privaten Vermietern, deren Mieter die Miete nicht mehr aufbringen können und die deshalb ihren Kredit nicht zurückzahlen können. „Die Stundung von Darlehen ist ein richtiger und ganzheitlicher  Ansatz“, unterstreicht Schick die diesbezüglichen Überlegungen der Bundesregierung.

Jenseits der wirtschaftlichen Effekte mahnt Schick ein besonderes Augenmerk für den Bereich Wohnen an. „Hunderttausende von Mieterinnen und Mietern haben in Deutschland ihre Wohnung zum 31. März gekündigt oder zum 1. April neu angemietet. Über Ausnahmeregelungen muss sichergestellt werden, dass Umzüge auch bei einer bundesweiten Verschärfung der Maßnahmen weiter stattfinden können“, fordert Schick. Das müsse auch für Wohnungsübergaben und Besichtigungen gelten. „Menschen, die kurzfristig eine neue Wohnung benötigen, sollte eine Besichtigung bei Einhaltung strenger Hygienevorkehrungen nicht verwehrt werden dürfen.“

Auch eine Sonderregelung für Wohnungseigentümer-Versammlungen sei dringend geboten. „Eigentümerversammlungen haben im ersten Halbjahr Hochsaison und es sind teilweise unaufschiebbare Beschlüsse zu fassen. Hier sollte die gleiche Ausnahmeregelung wie für Aktionärsversammlungen greifen und eine virtuelle Durchführung der WEG-Versammlung erlaubt werden.“

09.09.2020 | IVD | Fachthemen, Für Experten, Für Verbraucher, Intern, intern, intern, Presse, Recht

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