Immobilienverband

Keine Einnahmen durch Corona: Tipps für Steuerpflichtige

Diese Möglichkeiten haben Steuerpflichtige, die wegen der Corona Krise keine Einnahmen erzielen:

1. Es kann ein Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlung zur Einkommensteuer 2020 gestellt werden. Soweit diese (zum 10. März) gezahlt worden ist, ergibt sich eine Erstattung.

2. Wenn für das Jahr 2019 noch kein Steuerbescheid ergangen ist, kann eine nachträgliche Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2019 beantragt werden. Hierzu kann man einen pauschalen Verlustrücktrag aus 2020 in Höhe von 15 Prozent der Summe der Einkünfte aus den Gewinneinkünften und den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Wenn der Steuerbescheid für das Jahr 2019 ergeht, wird dies zu einer Nachzahlung führen, weil der Verlustrücktrag aus 2020 dabei nicht berücksichtigt werden kann. Soweit die Nachzahlung 2019 auf dem im Vorauszahlungsverfahren berücksichtigten pauschalen Verlustrücktrag beruht, ist diese auf Antrag zinslos zu stunden bis zum Ablauf eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids für 2020.

 

Beispiel aus dem BMF-Schreiben vom 24. April 2020

A erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb und hat die für das Jahr 2019 festgesetzten Vorauszahlungen zur Einkommensteuer von 24.000 Euro entrichtet. Der Vorauszahlungsfestsetzung für 2019 lag ein erwarteter Gewinn von 80.000 Euro zugrunde. Für das Jahr 2020 wurden Vorauszahlungen von 6.000 Euro je Quartal festgesetzt. Die Zahlung für das erste Quartal 2020 hat A zum gesetzlichen Fälligkeitstermin (10. März 2020) geleistet.

Aufgrund der Corona-Krise bricht der Umsatz des Gewerbebetriebs erheblich ein. Die Fixkosten laufen unverändert weiter. A beantragt unter Darlegung der vorgenannten Umstände beim Finanzamt eine Herabsetzung seiner Vorauszahlungen für 2020 auf null Euro. Das Finanzamt setzt die Vorauszahlungen zur Einkommensteuer 2020 antragsgemäß herab und er-stattet die bereits geleistete Vorauszahlung von 6.000 Euro.

 

Zusätzlich beantragt A auch die nachträgliche Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2019. Er versichert, dass er für den Veranlagungszeitraum 2020 aufgrund der Corona-Krise eine nicht unerhebliche negative Summe der Einkünfte erwartet, und beantragt die Herabsetzung im Pauschalverfahren. Das Finanzamt setzt die Vorauszahlungen für 2019 auf der Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags von 12.000 Euro (15 Prozent von 80.000 Euro) auf 18.000 Euro herab. Die sich dadurch ergebende Überzahlung von 6.000 Euro wird erstattet.

Im Rahmen der erstmaligen Veranlagung für 2019 in 2020 ergibt sich (mangels Berücksichtigung eines Verlustrücktrags aus 2020) eine Nachzahlung von 6.000 Euro, welche das Finanzamt bis einen Monat nach Bekanntgabe des Einkommensteuerbescheides für 2020 unter dem Vorbehalt der Zinsfestsetzung und unter dem Vorbehalt des Widerrufs zinslos stundet.