Immobilienverband

Neu und exklusiv für Mitglieder! Der Verwaltungsvertrag für Wohnungseigentumsanlagen steht für Sie bereit!

Das neue Vertragsformular berücksichtigt die ab dem 01.12.2020 geltenden Neuregelungen des WEG, insbesondere zur vollrechtsfähigen Gemeinschaft der Wohnungseigentümer und der nahezu unbeschränkten Vertretungsmacht des Verwalters im Außenverhältnis. Das neue Vertragsformular berücksichtigt überdies bereits umfänglich die Verwaltervollmacht. Diese ist in den Vertrag selbst integriert worden, so dass ein gesondertes Formular bei allen neu abzuschließenden Verwalterverträgen nicht mehr benötigt wird.

Zu beachten ist des Weiteren, dass die Einschränkung oder Erweiterung der gesetzlichen Verwalterrechte und -pflichten aufgrund eines gesonderten Beschlusses erfolgen muss.

Hier gelangen Sie zum Verwaltungsvertrag für Wohnungseigentumsanlagen und dem Musterbeschluss zur Festlegung der Verwalterrechte und –pflichten. (Für eine direkte Weiterleitung bitte vorher anmelden: https://intern.ivd.net/login/)

Wir möchten darauf hinweisen, dass auch unsere IVD-Musterbeschlusssammlung derzeit bearbeitet und Ihnen in Kürze in aktualisierter Form wieder zur Verfügung stehen wird.

Die gesetzlichen Befugnisse der Verwaltung im Verhältnis zwischen Gemeinschaft und Verwaltung, also im Innenverhältnis, sind im Vergleich zur Vertretung nach außen wesentlich eingeschränkter ausgestaltet. Gemäß § 27 Abs. 2 WEG können die in § 27 Abs. 1 gesetzlich bestimmten Rechte und Pflichten der Verwaltung durch die Eigentümer aber erweitert oder eingeschränkt werden. Dies kann jedoch nur aufgrund eines gesonderten Beschlusses erfolgen und nicht über den Verwaltungsvertrag selbst. Um Differenzen zwischen Eigentümern und der Verwaltung über die Rechte der Verwaltung im Innenverhältnis zu vermeiden und eine effektive Tätigkeit der Verwaltung sicherzustellen, ist ein solcher Beschluss dringend zu empfehlen.

Die nachfolgenden Beschlussfassungen sollen nur als Beispielsfälle und Formulierungshilfen für einen Beschluss gem.§ 27 Abs. 2 WEG dienen. In der Regel wird eher eine Erweiterung der gesetzlichen Kompetenzen sachgerechter für eine effektive Verwaltung sein als Einschränkungen. Die Erfordernisse im Einzelnen haben sich nach den Gegebenheiten der konkreten Gemeinschaft zu richten.

Eine Ermächtigung zu eigenverantwortlichen Entscheidungen der Verwaltung über bestimmte Beträge wird nur dann ordnungsmäßiger Verwaltung entsprechen, wenn der jeweilige Beschluss nicht nur die finanzielle Grenze pro Einzelmaßnahme bestimmt, sondern den Maximalbetrag je Wirtschaftsjahr. Verschiedene Regelungen können und sollten in einem Beschluss zusammengefasst werden.

Nachstehend finden Sie die Musterbeschlussanträge des Boorberg-Verlages, welche nur als Beispielsfälle und Formulierungshilfen für einen Beschluss nach § 27 Abs. 2 WEG dienen.

Musterbeschluss

1. Erhaltungsmaßnahmen aller Art bis zu einem Betrag von EUR (inkl. MwSt.) je Maßnahme, insgesamt nur bis zu einem Gesamtbetrag von … EUR (inkl. MwSt.)pro Wirtschaftsjahr in Auftrag zu geben.

2. das laufende Konto der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer bis zu einem Betrag von maximal … EUR längstens über einen Zeitraum von 3 Monaten zu überziehen, um ggf. auch dringliche Maßnahmen zur Erhaltung des Gemeinschaftseigentums in Auftrag zugeben.

3. zur Durchführung von Erhaltungsmaßnahmen die Erhaltungsrücklage ohne Beschluss der Eigentümer zur in Höhe von maximal … EUR in Anspruch zu nehmen, um den finanziellen Bedarf abzudecken.

4.jegliche Liefer-, Ver- und Entsorgungsverträge, Wartungs- und Versicherungsverträge sowie Verträge zur Berechnung der Umlage der Heiz- und Warmwasserkosten eigenverantwortlich abzuschließen und zu kündigen.

5. bei einer notwendigen Beauftragung eines Rechtsanwalts/einer Rechtsanwält*in eine Honorarvereinbarung mit maximal einer Vergütung von … EUR je Stunde zzgl. Auslagen und MwSt. abzuschließen.

6. bei Schäden an der Gebäudesubstanz bzw. an der Gebäudetechnik falls erforderlich Sonderfachleute zur Klärung der Schadensursache bzw. des Schadensausmaßes sowie der notwendigen Behebungsmaßnahmen beizuziehen, soweit das Honorar nicht mehr als … EUR inkl. MwSt. beträgt. Die Gesamtkosten pro Wirtschaftsjahr dürfen dabei einen Betrag von … EUR nicht übersteigen.

7. Im Falle von Verstößen gegen die Haus- bzw. Gemeinschaftsordnung eigenverantwortlich nach einer erfolglosen Abmahnung des Störers einen Rechtsanwalt/eine Rechtsanwält*in mit der weiteren außergerichtlichen und gerichtlichen Rechtsverfolgung zu beauftragen.