Immobilienverband

Gesetzliche Weiterbildungspflicht für Makler und Verwalter

Zum Jahreswechsel 2020/2021 mussten Verwalter und Makler auf Nachfrage der zuständigen Behörden erstmals nachweisen können, dass sie sich in den letzten drei Jahren mindestens 20 Stunden weitergebildet haben. Wer gleichzeitig verwaltet und makelt, muss 40 Stunden nachweisen können. Nicht nur Geschäftsführer sind von der Regelung betroffen, sondern alle Mitarbeiter, die an der Immobilienvermittlung oder -verwaltung mitwirken.

Geregelt ist die Weiterbildungsflicht in § 34c Absatz 2a Gewerbeordnung (GewO) in Verbindung mit § 15b Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV).

Alle weiteren Informationen finden Sie auf dieser Themenseite.

Ansprechpartner

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Dr. Christian Osthus

Stv. Bundesgeschäftsführer, Justitiar

Telefon: 0 30 / 27 57 26 - 0
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Weiterbildungspflicht – Ende des ersten Dreijahreszeitraumes – rollierend oder fester Zeitraum?

Seit Mitte 2018 sind Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter sowie deren Mitarbeiter, die an der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirken, zur Weiterbildung verpflichtet. Hierzu müssen innerhalb von drei Jahren 20 Stunden absolviert werden. Mit Ablauf des Jahres 2020 endete der erste Dreijahreszeitraum. Die Aufsichtsbehörden können nun prüfen, ob der Pflicht nachgekommen wurde. Da es keinen festen Dreijahreszeitraum gibt, kann es aber auch sein, dass erst im nächsten Jahr geprüft wird. Dann werden die dann drei vorangegangenen Kalenderjahre geprüft. Gelegentlich wird die Ansicht vertreten, dass es sich um feste Dreijahreszeiträume handelt, was dazu führen würde, dass – sofern dieses Jahr nicht geprüft wird – erst wieder 2024 geprüft wird, also der Zeitraum 2021/2022/2023. Nach Rücksprache mit dem DIHK trifft diese Annahme nicht zu, da es auf die drei Kalenderjahre ankommt, die der Überprüfung vorangehen. Erlangt jemand beispielsweise seine Erlaubnis nach § 34c GewO im Jahr 2020, so ist für ihn der Zeitraum 2020/2021/2022 beachtlich. Wären es feste Zeiträume (2018/2019/2020 und 2021/2022/2023), dann wären die Weiterbildungsstunden nutzlos, die 2020 erlangt wurden. Im Ergebnis ist folgende Regelung zu beachten: Am Ende eines jeden Kalenderjahres muss man stets mindestens 20 Stunden auf dem „Konto“ haben. Um ein Konto zu führen, bietet der IVD seinen Mitgliedern ein Tool an.

Beispiel: Makler M absolvierte im Jahr 2018 sieben Weiterbildungsstunden. Im Jahr 2019 waren es acht, 2020 noch fünf. Damit hatte M Ende 2020 die geforderten 20 Stunden. Bis Ende 2021 muss M mindesten sieben Stunden absolvieren, um Ende 2021 wieder auf 20 Stunden zu kommen.

Welche Arten der Weiterbildung sind möglich?

  • Präsenzform
  • begleitetes Selbststudium

Außerdem sind laut der Makler- und Bauträgerverordnung auch „andere geeignete Formen der Weiterbildung“ zulässig. Diese werden jedoch nicht genauer definiert.

Welche Weiterbildungsanbieter sind zulässig?

Eine Zertifizierung oder staatliche Anerkennung der Anbieter ist nicht vorgesehen, daher gibt es auch keine entsprechende Liste. Der Anbieter der Weiterbildung muss sicherstellen, dass bestimmte Anforderungen an die Qualität der Weiterbildungsmaßnahme eingehalten werden. Einer Weiterbildungsmaßnahme muss eine Planung zugrunde liegen, sie muss systematisch organisiert und die Qualität derjenigen, die die Weiterbildung durchführen, muss sichergestellt sein - Details in Anlage 2 der MaBV.

Gibt es besondere Regelungen angesichts der COVID 19-Pandemie?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat folgende bundesweite Regelung getroffen:

„Auf Grund der aktuellen COVID 19-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen bei der Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen in Präsenzform soll bei der Anerkennung von Weiterbildungsnachweisen gemäß § 34c Abs. 2a GewO i. V. m. § 15b MaBV Folgendes berücksichtigt werden:  Online-Schulungen, die Interaktionen zwischen Dozent und Teilnehmern voraussetzen und beinhalten, z. B. über Audio- oder Videodiskussionen, Chat, Umfragen etc., sind nicht als Weiterbildungsmaßnahmen in einem begleiteten Selbststudium sondern als Weiterbildungen in Präsenzform anzusehen. Das hat zur Folge, dass eine nachweisbare Lernerfolgskontrolle durch den Anbieter der Weiterbildung, wie sie § 15b Abs. 1 Satz 4 MaBV im Falle von Weiterbildungsveranstaltungen in einem begleiteten Selbststudium verlangt, nicht erforderlich ist.“

Gibt es eine Nachweispflicht gegenüber meinen Kunden?

Nein, aber eine Informationspflicht. Verwalter und Makler müssen auf Nachfrage ihrer Kunden unverzüglich in Textform und deutscher Sprache Angaben über die berufsspezifischen Qualifikationen und die in den letzten drei Kalenderjahren absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen des Gewerbetreibenden und der unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkenden Beschäftigten machen.

Die Angaben können auf die Homepage gesetzt werden, dann reicht eine Verlinkung.

Wie muss ich den Nachweis erbringen?

Die Verwendung eines Formulars ist vorgegeben. Der Nachweis kann elektronisch erbracht werden. Die amtliche Vorlage finden Sie auf Seite 7 der MaBV.

Achtung! Eine fehlende, fehlerhafte oder unvollständige Erklärung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Liste der zuständigen Behörden