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Abschreibung für Computer und Software

Die Finanzverwaltung hat mit dem BMF-Schreiben vom 26.2.2021 ihre Auffassung zur Nutzungsdauer von Computern und Software geändert. Die bisher in der AfA-Tabelle für allgemeine Anlagegüter enthaltene Nutzungsdauer für Computer wird von drei Jahren auf ein Jahr herabgesetzt.

Die Anschaffungskosten für Computer und Software können jetzt sofort abgeschrieben werden.

BMF, Schreiben v. 26.02.2021 - IV C 3 – S 2190/21/10002 :013

Am 26.2.2021 hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) ein Schreiben zur typisierten Nutzungsdauer von Computerhardware, Betriebs- und Anwendersoftware sowie Computerzubehör veröffentlicht. Danach beträgt die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer nur noch ein Jahr. Die betreffenden Wirtschaftsgüter können deshalb bei der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden. Nach bisheriger Auffassung der Finanzverwaltung galt stattdessen eine Abschreibungsdauer von drei bis fünf Jahren. Eine Pflicht, diese Wirtschaftsgüter schon im Erstjahr abzuschreiben, besteht jedoch nicht. Man kann auch von der bisherigen Regelung Gebrauch machen, wenn dies günstiger ist, etwa weil der im Jahre 2021 erzielte Gewinn nur gering ist.

Der Begriff der Computerhardware wird von der Finanzverwaltung weit ausgelegt und umfasst vor allem folgende Geräte:
• Desktopcomputer
• Laptops
• Tablets
• Vergleichbare Geräte wie z.B. Desktop-Thin-Clients und Workstations.
Von der Neuregelung wird auch Computerzubehör wie z.B. Maus, Tastatur, externe Festplatten sowie Lautsprecher, Monitore und Beamer umfasst. Die Aufzählung der von dem BMF-Schreiben erfassten Geräte ist abschließend und erfasst nur Hardware, die den Hinweis auf eine umweltgerechte Gestaltung (nach der EU-Verordnung 617/2013) aufweist. Allerdings fragt sich, warum andere Geräte länger halten sollen.
Von der Neuregelung wird auch die Betriebs- und Anwendersoftware begünstigt. Darunter fallen insbesondere Standardprogramme sowie ERP-Software und sonstige Anwendungssoftware. Die Auflistung des BMF ist insofern jedoch nicht abschließend.
Das BMF-Schreiben bedeutet eine erhebliche Vereinfachung, insbesondere, weil die Aufzeichnungspflichten für geringwertige Wirtschaftsgüter (GwG) nicht gelten.
Die Neuregelung soll nach dem BMF-Schreiben erstmals für die Gewinnermittlung des Jahres 2021 gelten. Wirtschaftsgüter, die vor dem Jahr 2021 angeschafft worden sind, werden nur dadurch erfasst, dass ein Restbuchwert, der noch über weitere Jahre abzuschreiben wäre, im Jahre 2021 vollständig abgeschrieben werden kann. M.E. muss die Regelung aber auch für Computer und Software gelten, die bereits im Jahre 2020 angeschafft worden sind. Denn bei dem BMF-Schreiben handelt es sich nicht um ein Gesetz, dessen Anwendungszeitraum der Gesetzgeber regeln könnte. Es handelt sich auch nicht um eine Billigkeitsregelung, sondern um eine Einschätzung und typisierende Beurteilung der tatsächlichen Verhältnisse. Diese besagt, dass aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung, die insbesondere im Rahmen der Corona-Krise in Deutschland eingesetzt hat, die übliche Nutzungsdauer von Computern und Software nur noch ein Jahr beträgt. Diese Einschätzung muss auch und erst recht für die Geräte und Software gelten, die im Jahre 2020 angeschafft worden sind.

 

Fachbeitrag Steuern, 15. März 2021

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Hans-Joachim Beck

Leiter Abteilung Steuern

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