Immobilienverband

Aktuelle Baugenehmigungszahlen

IVD: Es braucht viel Pragmatismus beim Wohnungsbau

Im ersten Quartal des Jahres 2022 wurden insgesamt 92.507 neue Wohnungen genehmigt, das sind 3,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank um 3,3 Prozent. Bei Einfamilienhäusern kam es zu einer Senkung um 26,2 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern um eine Erhöhung von 12,5 Prozent. Dazu Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD | Die Immobilienunternehmer:

„Die heute veröffentlichten Baugenehmigungszahlen sind lediglich eine Momentaufnahme. Der Ukraine-Krieg, stark steigende Baukosten, Lieferkettenprobleme, Arbeitskräftemangel und fehlende Förderkulissen werden sich in den nächsten Wochen noch stärker auf den Wohnungsbau auswirken. Es ist zu erwarten, dass die Baugenehmigungszahlen sinken werden.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, braucht es schnell pragmatische und unkomplizierte Maßnahmen der Bundesregierung. Es gibt viele Konkrete Vorschläge, wie Bauen einfacher und schneller funktionieren kann. Ein Beispiel ist das Thema Verdichtung und Umnutzung. Der Gesetzgeber könnte den Kommunen die Option geben, ihre Bebauungspläne im Hinblick auf die Grundflächen- und Geschossflächenzahl selbst zu ändern. Hierzu könnte in der Baunutzungsordnung eine entsprechende Regel aufgenommen werden, nach welcher die Grundflächen- und Geschossflächenzahl pauschal um Faktor X und Y angehoben werden können. Das kostet kein Steuergeld und gibt den Kommunen die Flexibilität, dort Wohnraum zu schaffen, wo er dringend benötigt wird.“

Hintergrund: Viele Bebauungspläne sind zu einem Zeitpunkt erstellt worden, als noch nicht absehbar war, wie sich die Umgebung entwickelt. Die Bebauungspläne sind daher häufig nicht mehr zeitgemäß. Anpassungen wären sehr aufwendig und könnten den Wohnungsbau so über mehrere Jahre verzögern.

 

Berlin, 18. Mai 2022

Heiko Senebald

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