Immobilienverband

IVD-Präsident Schick: Zeitenwende bedeutet Umdenken

  • Deutscher Immobilientag 2022 in Bochum vor 1.600 Zuschauern eröffnet
  • 75 Top-Referenten und 56 Programm-Highlights an zwei Tagen
  • Debatte über wirksame Impulse für den Wohnungsmarkt

„Die Bundesregierung muss den Turbo einlegen und darf sich selber nicht im Wege stehen. Ohne Mut, ohne Pragmatismus, ohne Experimente und ohne Bürokratieabbau werden die enormen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt nicht zu meistern sein. Zeitenwende bedeutet Umdenken.“ Das sagte Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD | Die Immobilienunternehmer, heute bei der Eröffnung des Deutschen Immobilientages 2022 vor 1.600 Zuschauern in der Jahrhunderthalle Bochum.

Schick betonte, dass der diesjährige Veranstaltungsort Bochum und die gesamte Region sinnbildlich für eine Zeitenwende und einen Strukturwandel stehen. Ein neuer Zeitgeist aus technischem Fortschritt, Wettbewerb und Klimaschutz habe den Wandel vom Bergbau und der Industrie hin zur Dienstleistungs- und Wissensregion befördert. Vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens befinde sich auch die Immobilienwirtschaft inmitten eines Transformationsprozesses. „Der Ukraine-Krieg, hohe Inflation, steigende Baukosten, Lieferengpässe, steigende Bauzinsen und der Fachkräftemangel zwingen die Branche und die Politik, neue Wege zu gehen. Auf der anderen Seite muss die Bundesregierung eine Reihe von Zielkonflikten beseitigen, die sie mit einem sehr ambitionierten Wohnungsbau, mit schnellstmöglicher Klimaneutralität, mit größtmöglicher sozialer Absicherung, aber mit unzureichenden Rahmenbedingungen selbst geschaffen hat. Das alles wird so nicht funktionieren“, sagte der IVD-Präsident.

Schick appellierte an die Politik, zügig eine neue und vor allem verlässliche Förderkulisse, die sowohl Neubau als auch die Sanierung des Bestandes berücksichtigt, auf den Weg zu bringen. Der plötzliche KfW-Förderstopp zu Beginn des Jahres habe viel Vertrauen bei Projektentwicklern und Bauherren verspielt. „Zudem müssen zwingend Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden. Es muss baurechtliche Erleichterungen bei der Nachverdichtung und Umnutzung geben. Nur so kann das enorme Potenzial von 4,3 Millionen Wohnungen, die durch Umnutzung und Aufstockung bis 2040 aus dem Bestand möglich sind, genutzt werden. Gleichzeitig ist der Umbau viel günstiger als der Neubau. Die Aufstockung beispielsweise kostet ein Drittel weniger als ein Neubau, der Umbau von Büroflächen zu Wohnungen sogar zwei Drittel weniger“, so Schick.

Ein Weiterdenken bei der Politik müsse es auch in Richtung Wohneigentum geben. „Die eigenen vier Wände sind die beste Kapitalanlage, die beste Altersvorsorge, der sicherste Rückzugsort, der beste Schutz vor höheren Mieten und Inflation. Eine Familie, die in ein Eigenheim zieht, macht gleichzeitig neuen Wohnraum frei. Wir würden uns wünschen, dass die Bundesregierung das Potenzial erkennt, welches hinter Wohneigentum steckt. Eine Senkung der Grunderwerbsteuer und Freibeträge für Selbstnutzer, Eigenkapital-Bürgschaftsprogramme und Förderprogramm, das den Ansatz des Baukindergeldes fortsetzt, wäre ein wichtiges Signal und eine große Hilfestellung. Was dem Wohnungsmarkt zusätzlich schaden würde, wären neue Regulierungen“, so Schick.

Auf dem zweitägigen Deutschen Immobilientag in der Jahrhunderthalle in Bochum sind dieses Jahr 75 Top-Referenten in 56 Programm-Highlights zu erleben. Das Fachprogramm findet parallel auf zwei Bühnen und in vier Workspaces statt. In der dazugehörigen Ausstellung präsentieren sich 70 Unternehmen und Partner der Immobilienwirtschaft. Der Deutsche Immobilientag zählt zu den größten Immobilienkongressen in Deutschland. Nach zwei Jahren virtuellem Kongress trifft sich die Branche nun erstmals wieder persönlich vor Ort.

Alle Informationen zum Programm unter www.deutscher-immobilientag.de.

 

Pressemitteilung vom 2. Juni 2022

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Noah-David Schwill

Presse/PR

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