Immobilienverband
23. November 2017

Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern an Arbeitnehmer

Lesen

Das BMF hat ein Schreiben zur lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern an Arbeitnehmer in Leasingfällen herausgeben.

BMF, Schreiben v. 17.11.2017 - IV C 5 - S 2334/12/10002-04

Nach § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EStG gehören alle Einnahmen in Geld oder Geldeswert, die durch ein Dienstverhältnis veranlasst sind, zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Daher führt sowohl die vergünstigte Nutzungsüberlassung eines (Elektro-)Fahrrads durch den Arbeitgeber als auch die vergünstigte Übereignung des (Elektro-)Fahrrads durch den Dritten zu einem geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer.

Least der Arbeitgeber ein (Elektro-)Fahrrad von dem Leasinggeber und überlässt es dem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung, ist die Nutzungsüberlassung lohnsteuerlich entsprechend den gleich lautenden Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 23.11.2012 (BStBl I Seite 1224,Tz. 2) zu bewerten.

Erwirbt der Arbeitnehmer nach Beendigung der Vertragslaufzeit das von ihm bis dahin genutzte (Elektro-)Fahrrad von dem Dritten zu einem geringeren Preis als dem um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreis am Abgabeort i.S. des § 8 Abs. 2 S. 1 EStG für ein solches (Elektro-)Fahrrad, ist der Unterschiedsbetrag als Arbeitslohn von dritter Seite zu versteuern (BMF-Schreiben v. 20.01.2015, BStBl I Seite 143). Zur Ermittlung dieses geldwerten Vorteils ist grundsätzlich eine Einzelbewertung vorzunehmen (Rdnr. 4 des BMF-Schreibens v. 16.05.2013, BStBl I Seite 729).

Der übliche Endpreis i. S. des § 8 Abs. 2 S. 1 EStG kann nach 36 Monaten Nutzungsdauer aus Vereinfachungsgründen mit 40 % der auf volle 100 € abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des (Elektro-)Fahrrads einschließlich der Umsatzsteuer bewertet werden. Ein niedrigerer Wert kann nachgewiesen werden.

Das vollständige Schreiben ist auf der Homepage des BMF veröffentlicht.

Quelle: BMF online

 

VRFG a.D. Hans-Joachim Beck

Rechtsberater Referat Steuern

Telefon: 0 30 / 27 57 26 0 E-Mail: beck@ivd.net
16.04.2021 | IVD | Steuern

Umsatzsteuerpflicht der Leistungen der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer an ihre Eigentümer?

Einige WEG-Verwalter haben von dem Urteil des EuGH vom 17.12.2020 (C-449/19 Rs. WEG Tevestraße) gelesen und fragen sich, ob Sie den Eigentümern für die Heizkosten (Wärmelieferung, Wasser, Repar

Mehr erfahren
Steuern
14.04.2021 | IVD | Steuern

Mietausfälle aufgrund der Corona Pandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die vereinbarten Mieten häufig nicht erzielt werden. Das betrifft vor allem Gewerberäume, in einigen Fällen aber auch Wohnungen. Für die steuerliche Behandl

Mehr erfahren
Steuern
07.04.2021 | IVD | Steuern

Die verbilligte Überlassung einer Wohnung an Arbeitnehmer

Seit dem 1.1.2021 ist die verbilligte Überlassung einer Wohnung an Arbeitnehmer nicht nur von der Lohnsteuer, sondern auch von den Sozialversicherungsbeiträgen befreit. Gute Mitarbeiter zu finden

Mehr erfahren
07.04.2021 | IVD | Steuern

Umsatzmiete: Welcher Steuersatz gilt 2020?

von Hans-Joachim Beck Vor allem in Einkaufszentren sowie für Hotels und Kinos wird häufig eine sog. Umsatzmiete vereinbart. Dabei zahlt der Mieter zusätzlich zu einer Grundmiete einen bestimmten

Mehr erfahren
Steuern
31.03.2021 | IVD | Steuern

Berücksichtigung der Instandhaltungsrückstellung bei der Grunderwerbsteuer

BFH, Urteil vom 16. September 2020, II R 49/17 Beim Kauf einer Eigentumswohnung oder von Teileigentum ist der vereinbarte Kaufpreis als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer nicht um die anteil

Mehr erfahren