MIETVERWALTUNG + WEG-VERWALTUNG: DIGITALISIERUNG IN DER MESSDIENST- UND ENERGIEBRANCHE

Autor/in: Henry Möller

Quelle:AIZ 6/2021

Offene Messdienstlösungen bringen Mehrwert und Transparenz

Immobilienunternehmen wissen selbst nur zu gut, mit welch komplexen Themen sie heute zu tun haben. Gleich vier Entwicklungsfelder in der Messdienst- und Energiebranche verschaffen ihnen neue Möglichkeiten, ihre Prozesse zu optimieren – und mit neuen Lösungen mehr Wertschöpfung zu generieren.

Durch schlankere Prozesse und höhere Autonomie ergeben sich deutliche Kostenvorteile für das Immobilienunternehmen. Der Aufwand für Fremddienstleistungen verringert sich, versteckte Kosten aufgrund ineffizienter und nicht immer transparenter Prozesse zwischen vielen beteiligten Parteien entfallen. Die folgenden Parameter sollten die Unternehmen beachten.

Messdienste schaffen teure Abhängigkeiten

Kunden brauchen mehr denn je die Hoheit über Daten und Prozesse bis hin zur Infrastruktur der Zähler und Ablesung. Doch oft nehmen traditionelle Messdienstleister diese Kundenanforderung nicht im benötigten Umfang auf. So hat das Bundeskartellamt in seiner Sektoruntersuchung der Messdienste
festgestellt: Zu lange Vertragslaufzeiten, proprietäre Hard- und Software, hohe und intransparente Preismodelle und damit hohe Abhängigkeit von einem Anbieter behindern den Wettbewerb.

Regulierung bietet neue Chancen

Europaweite Regelungen zur Energiewende fordern, dass Verbrauchsdaten zu Strom, Gas, Wärme und Wasser demnächst auch den Lieferanten, Gebäude betreibern und Verbrauchern zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung voran, um das Ablesen zu modernisieren: So sind seit 2018 Smart Meter für Großverbraucher mit mehr als 10.000 kWh Stromverbrauch im Jahr Pflicht, seit 2020 gilt dies auch für Verbräuche von mehr als 6.000 kWh. Das Ziel: Stromfresser besser erkennen — und Prozesse für Vermieter und Wohnungsunternehmen vereinfachen.

Richtige Standards reifen

Postkartenablesung war gestern. Das Open Metering System OMS ermöglicht heute gesetzkonform, Sensoren und Zähler perfekt in eine einheitliche Infrastruktur einzubinden. Cloudbasierte Software hat sich durchgesetzt und browserbasierte Verbrauchsabrechnungen per Smartphone oder Tablet sind längst Gegenwart.

Der Immobilienmarkt verändert sich stark

Der Immobilienmarkt ist hart umkämpft. Ob Nebenkosten von Mietern, Rendite vorgaben von Gesellschaftern oder immer wettbewerbsintensivere Verwalterpauschalen, viele Marktteilnehmer suchen die Lösung genau dort.

Alles transparent und in einer Hand

Mit einer Kombination neuester Technologien und Software in der Mess- und Abrechnungswelt steigern Unternehmen ihre Wertschöpfung — zu 100 Prozent automatisiert, digital und ausschließlich per Funk. Die Immobilienunternehmen übernehmen so selbst die Hoheit über ihre Daten und Prozesse. Es ermöglicht ihnen die vollständige Transparenz all ihrer Liegenschaftsdaten, die sie problemlos ganz nach Bedarf analysieren und nutzen können. Immobilienmanager oder Verwalter führen so Abrechnungen auf einfachste Weise selbst durch — und aktivieren bisher ausgelagerte Wertschöpfung für ihre Zwecke.

Modular auf die jeweiligen Bedürfnisse ausgerichtet

Basierend auf standardisierten Funkprotokollen, Gateways für alle Zählermedien und einer systemoffenen IT aus der Cloud entsteht ein einzigartiges und modulares Angebot. Hier entscheidet das Immobilienunternehmen ganz einfach selbst, welche Datentiefe und Abrechnungsschritte es im eigenen Haus handhaben möchte. Die Wertschöpfung der Zukunft liegt in der richtigen Nutzung der eigenen Daten.

Vorteile der Digitalisierung

Die Vorteile der Digitalisierung liegen klar auf der Hand. Sie ermöglicht die einfachste Selbstabrechnung. Bei maximal automatisierter, digitaler Infrastruktur erfolgt die Abrechnung nahezu ohne Aufwand und sonst übliche Abstimmungen mit diversen Parteien entfallen.

Außerdem ist die Transparenz aller Daten gegeben. Verbrauchsdaten können mit maximaler Taktung erhoben werden, bei Stromzählern maximal im Zwei-Sekunden-Takt. So können Ineffizienzen identifiziert und behoben werden.

Digitalisierung nach höchstem Standard (BSI) ermöglicht es, dass alle Datenschutzanforderungen des zuständigen Bundesamts erfüllt und alle Parteien vor unsachgemäßer Datenerhebung geschützt sind.

Ein weiterer Vorteil ist die Wertschöpfung durch den Messstellenbetrieb. Die Messung der Hauptzähler für Strom und Gas im Gebäude und die Meldung des Verbrauchs an die Energielieferanten ermöglichen eine weitere Wertschöpfung und Prozessvorteile.

Im Gegensatz zum traditionellen Messdienstmodell gehören die Daten nun dem Immobilienunternehmen selbst. Das ermöglicht eine maximale Flexibilität und Unabhängigkeit.

Strategisch exzellent ist, dass Smart-Meter-Gateways in den Liegenschaften seit 2021 zur exklusiven Nutzung der Daten führen können. Eine Abrechnung zum 1. Januar kann immer zum schnellstmöglichen Zeitpunkt erfolgen: Außer den Kosten der Primärenergie liegen alle Daten im eigenen Haus.

Der Vergleich spricht für sich

Wo der traditionelle Messdienst an seine Grenzen stößt, bieten die neuen Möglichkeiten der Automatisierung und Digitalisierung mehr Flexibilität, verbesserten Service, genauere Abrechnung und langfristige Zukunftssicherheit. Ein Grund, jetzt vielleicht umzudenken und sich beraten zu lassen.

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