MIETVERWALTUNG + WEG-VERWALTUNG: ERDGAS, HEIZÖL, FERNWÄRME...PREISSTEIGERUNGEN

Autor/in: IVD-Bundesverband

Quelle:AIZ 8/2022

Erdgas, Heizöl, Fernwärme… mit diesen Preissteigerungen ist zu rechnen

Aufgrund der derzeitigen Versorgungs- und Preislage bei fossilen Rohstoffen ist bei Heizöl und Erdgas in diesem Jahr wahrscheinlich mit Preiserhöhungen gegenüber dem Vorjahr um 100 Prozent oder mehr für die Verbraucher zu rechnen, beim Erdgas tendenziell sogar noch höher. Auch bei der Fernwärme, in deren Preisen sich die Preise der Brennstoffe zeitverzögert niederschlagen, müssen 2022 Preiserhöhungen von mindestens 70 Prozent bis über 100 Prozent angenommen werden.

Sollte sich beim Energiebezug eine Knappheit einstellen, könnten sich Weltmarktpreise für Erdöl, Erdgas und Kohle im nächsten Winter noch deutlich darüber hinaus erhöhen und entsprechend auf die Preise für Verbraucher durchschlagen.

Dies gilt insbesondere für Erdgas, für das die Versorgung für den Winter 2022/2023 derzeit nicht sicher gegeben ist. Hier ein Überblick.

Entwicklung der Gaspreise Deutschland 2022

Die Gaspreise im Markt steigen aufgrund der bestehenden Gasknappheit in diesem Jahr sehr stark an. Da die Gasknappheit weiter besteht und sich gegebenenfalls sogar verschärfen wird, ist davon auszugehen, dass die Lage sich nicht entspannt und die Gaspreise in den nächsten Monaten sogar noch weiter ansteigen werden.

Die Preise für Haushalte im Einfamilienhaus (EFH) und für Haushalte im Mehrfamilienhaus (MFH) haben sich folgendermaßen entwickelt.

Entwicklung der monatlichen Gasrechnung für Haushalte

  • Für Haushalte in EFH bedeutet dies für 2022 eine mittlere Erhöhung der monatlichen Rechnung von 117,58 Euro auf 229,43 Euro (+95 %).
  • Für Haushalte in MFH bedeutet dies für 2022 eine mittlere Erhöhung der monatlichen Rechnung von 70,50 Euro auf 147,29 Euro (+109 %).

Weiterer Ausblick

Nach IVD-Recherchen werden nach einer kurzzeitigen extremen Spitze Anfang März die Großhandelspreise nun weiter kontinuierlich ansteigen, sodass es wahrscheinlich ist, dass sie im 3. Quartal 2022 und im 4. Quartal 2022 noch höher liegen werden. Sollten im 2. Halbjahr 2022 Gasknappheiten und damit Versorgungsprobleme auftreten, sind noch höhere Preisspitzen bei der Entwicklung der Gaspreise möglich.

Empfehlung

Es sollten bereits jetzt Rücklagen für die zu erwartenden hohen Gaskosten für 2022 gebildet werden. Ebenso sollten möglichst schnell kurzfristige Maßnahmen zur Senkung des Gasverbrauchs beziehungsweise des Heizungsaufwandes umgesetzt werden.

Preissteigerungen im Wärmebereich

Die durch die allgemeine Lage stark gestiegenen Preise des fossilen Energiebezugs (Heizöl, Erdgas, Steinkohle) sowie die Erhöhung der Brennstoffsteuer schlagen zeitlich verzögert auf die Energiepreise für Verbraucher durch.

Schon für Mai 2022 sind nach IVD-Recherchen bereits deutliche Preiserhöhungen in den Verbraucherpreisen sichtbar (Grafik: Steigerung der Verbrauchspreise Mai 2022).

Steigerung der Einfuhrpreise Mai 2022

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Fernwärme

Fernwärmepreise werden regelmäßig automatisch an die Preisentwicklung unter anderem der Einfuhrpreise von Steinkohle und Erdgas angepasst, allerdings mit einem Vierteljahr oder halbem Jahr Verzögerung. Insbesondere die besonders starke Erhöhung der Einfuhrpreise für Steinkohle wird sich deshalb in vielen Fernwärmegebieten in einer Erhöhung von ca. 60 – 70 Prozent des Arbeitspreises der Fernwärme niederschlagen, wenn man die bestehenden vertraglichen Preisgleitklauseln anwendet.

Die Preiserhöhungen beim Erdgasbezug führen analog zu Preissteigerungen von weiteren 10 – 35 Prozent (je nach Brennstoffstruktur der Erzeugung) bei den Fernwärme- Arbeitspreisen.

Für Fernwärme sind deshalb Arbeitspreissteigerungen von insgesamt 70 – 105 Prozent in diesem Jahr wahrscheinlich. Hinzu kommen mögliche Erhöhungen des Grundpreises.

In einzelnen Versorgungsgebieten kam es 2022 bereits zu hohen Preissteigerungen bei der Fernwärme.

Erdgas

Bereits im 2. Quartal 2022 sind für neue Abschlüsse von Erdgasverträgen weitere, zusätzliche Preissteigerungen zu verzeichnen.

Die Preissteigerungen zeigen, dass die höheren Bezugspreise an die Verbraucher weitergegeben werden, sobald dies vertraglich möglich ist. Der Trend zu Preiserhöhungen über 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr wird sich deshalb sehr wahrscheinlich fortsetzen.Angesichts möglicher weiterer Verknappungen des Erdgasbezuges sind auch Preissteigerungen über diese Größenordnung hinaus im Jahr 2022 möglich.Sollten Preissteigerungen beim Erdgasbezug auch gegen bestehende vertragliche Regelungen mit den Kunden an diese weitergereicht werden, würde der Trend zu deutlichen Preiserhöhungen für alle Verbraucher weiter beschleunigt werden.

Leichtes Heizöl

Die Bezugspreise für Erdöl haben sich im Juni und Juli stabilisiert. Tendenziell ist – wie in vielen Jahren bisher auch – jedoch eine weitere Preissteigerung zum Jahresende hin zu erwarten. Sollte es beim Erdöl zu Verknappungen kommen, sind auch höhere Preissteigerungen möglich.

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