WEG-VERWALTUNG: LADEINFRASTRUKTUR VERSICHERN

Autor/in: Silvana Sand

Quelle:AIZ 9/2021

Ladeinfrastruktur richtig versichern

Die Elektromobilität gewinnt in Deutschland an Schwung. Dabei fördert die deutsche Bundesregierung den Umstieg vom Verbrennungsmotor nachhaltig — auch mit dem Errichten von Ladestationen. Doch wie sieht der passende Versicherungsschutz für notwendige Ladepunkte aus?

Immer mehr Verbraucher setzen auf Elektroautos, um die Umwelt zu schützen. Das Vorhaben wird nicht zuletzt durch unterschiedliche Normen (EU- Richtlinie 2018/844) und Gesetze (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz) nachhaltig gestärkt. Der „Masterplan Ladeinfrastruktur“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sieht einen Ausbau der Ladepunkte vor: So sollen bis 2030 eine Million öffentlich-zugängliche Ladestationen für zirka zehn Millionen zugelassene Elektroautos installiert werden.

Dank der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes vom 1. Dezember 2020 kann schon heute jeder Eigentümer auf dem eigenen Grundstück oder in der Garage eine Elektroladestation errichten. Hierbei muss jedoch auf die gesetzlichen und behördlichen Anforderungen an die Installation geachtet werden. Diese gelten nicht nur in öffentlichen Bereichen, sondern auch in Wohnanlagen, Gewerbeimmobilien und weiteren Gebäuden. Wird eine Ladestation installiert, stellt sich außerdem die folgende Frage: Wie versichere ich diese passend?

Entscheidender Faktor: Standort des Ladepunktes

Befinden sich die Ladeeinrichtungen auf dem Versicherungsgrundstück des Versicherungsnehmers, sind sie in der Regel als Zubehör über die Gebäude Versicherung gegen die dort aufgeführten Gefahren mitversichert — also zum Beispiel Feuer, Leitungswasser, Sturm und — sofern vereinbart — auch gegen böswillige Beschädigung.

Doch nicht jeder Versicherer agiert entsprechend, sodass es einer individuellen Prüfung bedarf. Auch entspricht der geschilderte Umfang nicht dem tatsächlichen Bedarf. Deutlich weitergehender sind Elektronik-Versicherungen, die einen Allgefahrencharakter haben und zudem unvorhergesehen eintretende Schäden wie unter anderen Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Konstruktions-, Material- oder Ausführungsfehler, Kurzschluss, Überstrom sowie Diebstahl absichern.

Komplexer wird der Sachverhalt, wenn sich die Ladeeinrichtungen außerhalb des Grundstücks des Versicherungsnehmers befinden, dieser als Eigentümer jedoch die Gefahr dafür trägt. Häufig lehnen Versicherer in diesen Fällen die Mitversicherung im Rahmen der Gebäude-Versicherung ab.

Haftungsrisiken nicht außer Acht lassen

Der Blick sollte parallel auch auf mögliche Haftungsrisiken gelegt werden:Wer betreibt die Ladestation und welcher Kreis nutzt diese? Wer trägt die Verkehrssicherungs- und/oder Wartungspflichten? Zahlt die GebäudeVersicherung den Schaden, wenn ein Auto in der Tiefgarage brennt? Diese Fragen werden aktuell vielfältig diskutiert. Mangels tragfähiger Statistiken tappen jedoch auch Versicherer hier noch im Dunkeln und können das Risiko noch nicht abschließend für sich bewerten.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat seine Anforderungen zu „Ladestationen für Elektrostraßenfahrzeuge“ im Merkblatt 3471 zusammengestellt. Diese Publikation gibt einen guten Überblick über verschiedene Ladebetriebsarten für Elektrostraßenfahrzeuge inklusive Pedelecs. Zusätzlich erhält sie Hinweise zu den verschiedenen Lademöglichkeiten und Umgebungen, in denen Ladestationen betrieben werden.

Funk hat eine Versicherungslösung entwickelt, welche sowohl den Sachschaden an der Ladeinfrastruktur selbst als auch die gesetzliche Haftpflicht aus dem Betrieb und der Unterhaltung entsprechender Anlagen vollumfänglich absichert.

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