MIETVERWALTUNG + WEG-VERWALTUNG: SMARTE THERMOSTATE

Autor/in: Thomas Ahlborn

Quelle:AIZ 11/2021

Energiesparen in Mehrparteienhäusern

Die Energiemarkt-Krise macht das deutlich, was sich seit Jahren schon im wohnungswirtschaftlichen Klimaschutz zeigt: Der bisherige Fokus auf Gebäudehülle und Energietechnik erreicht häufig nicht die errechneten Ziele. Beim Energiesparen müssen daher die Bewohner stärker in den Mittelpunkt der Betrachtungen rücken. Dafür gibt es digitale Produkte, die die Nutzer aktiv einbeziehen, Energiesparen ermöglichen und minimal-investiv sowie schnell umsetzbar sind.

Mehr denn je stehen aktuell die Energieversorgung und die sich vervielfachenden Versorgungskosten im Fokus. Die Gebäudeversorgung droht für alle Beteiligten teurer zu werden. Den wohnungswirtschaftlichen Klimaschutz auf Gebäudehülle und Energietechnik zu konzentrieren, hat bislang nicht die gewollten Einsparziele gebracht und wird daher auch kurzfristig nicht helfen können, wie beispielhaft die Verfügbarkeit von Wärmepumpen zeigt. Trotz allem tragen viele der heutigen Klimaschutz-Maßnahmen schon zu mehr Sparsamkeit bei: neben der Technik und Dämmung ist hier auch die verbrauchsabhängige Abrechnung in Mehrparteienhäusern ein signifikanter Hebel.

Schon mit der CO2-Abgabe im Wohnungsbau war die Zeit reif, auch in der Wohnungswirtschaft vom indirekten Steuern über die Verbrauchstransparenz zur direkten Einbindung der Bewohner über das individuelle Verbrauchssteuern zu kommen. Heute, vor dem Hintergrund der drastisch steigenden Energiekosten, sind schnelle Lösungsperspektiven für Wohnungsunternehmen, Verwalter oder Bewohner ungleich mehr erforderlich.

Energiepolitischer und rechtlicher Hintergrund

Die energie- und klimaschutzpolitische Gesetzgebung hat in der jüngeren Vergangenheit — auch aufgrund der Energieknappheit am Markt und der damit stetig steigenden Energiepreise — zu vielen neuen Gesetzen und Verordnungen sowie verschärfenden Novellierungen zur Effizienzsteigerung geführt. Neben den bestehenden Normen (Gebäudeenergiegesetz — GEG, Heizkostenverordnung — HeizkostenV, Messtellenbetriebsgesetz — MsbG, Brennstoffemissionshandelsgesetz — BEHG, Klimaschutzgesetz — KSG, et cetera) wurden jetzt von der Bundesregierung noch die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen (Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung — EnSikuMaV) und die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über mittelfristig wirksame Maßnahmen (Mittelfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung — EnSimiMaV) beschlossen. Durch die dort geregelten Energiesparmaßnahmen soll der Versorgermarkt beruhigt und sichergestellt werden, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland, zum Beispiel im Falle einer weiteren Einschränkung der Gaslieferungen, gewährleistet bleibt.

Mit anderen Worten: Der regulatorische Druck im wohnungswirtschaftlichen Kessel steigt weiter an, alle Akteure im Wohnbereich müssen handeln.

Smarte Heizungssteuerung

Die Hamburger Unternehmensgruppe noventic entwickelt mit seinen Spezialisten, dem Sensorikhersteller Qundis, dem Messdienstleister Kalo, dem Plattform- und Software-Entwickler beyonnex.io sowie dem Proptech tado° eine smarte, ganzheitliche Lösung zur optimierten Steuerung der Zentralheizungssysteme in Mehrparteienhäusern. Eine schon seit über zehn Jahren erfolgreich in Einfamilienhäusern betriebene Lösung steht damit auch der Wohnungswirtschaft beziehungsweise den Mietern oder Bewohnern zur Verfügung und wurde entsprechend der besonderen Bedürfnisse der Branche weiterentwickelt. Die mögliche weitere Nutzung der bereits bestehenden Heiztechnik macht einen schnellen Einsatz ohne große Investitionen oder bauliche Aufwände möglich.

Smart-Heating im Mehrparteienhaus

Hierfür werden smarte Thermostate an den Heizkörpern der Wohnungen installiert. Über Assistenzprogramme, wie einer Fenster-offen-Erkennung oder raumindividuelle Routinen, wird die Wohnraumerwärmung optimiert und so eine Effizienzsteigerung von im Mittel rund 20 Prozent erreicht — bei bleibendem, individuellen Wohnkomfort.

Das Retrofit-System der Smarten Thermostate ermöglicht eine Kompatibilität mit allen gängigen Heizkörper-Typen. Auf die Wohnungswirtschaft zugeschnitten, umfasst das Angebot bereits den Montage-, User-Onbording- sowie ServiceProzess. Nutzer mit Mindsets fern der Themen „Smart Home“ oder „sparsames Heizen“ können auch von den Assistenzfunktionen profitieren. Die Smarten Thermostate werden vom privaten WLAN der Bewohner entkoppelt und über professionelle, stabile und sichere Funknetze betrieben — optional auch über die Funknetze des Submeterings. Analog den Eichzyklen von Wasser- und Wärmezählern betragen die Batterielaufzeiten der Thermostate ein Vielfaches der aktuell verfügbaren Consumer-Produkte. So sind Montage- und Service-Prozesse auch im wohnungswirtschaftlichen Mietgeschäft sehr wirtschaftlich darstellbar.

Sicherung der verauslagten Energiekosten

Zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Gebäudeenergieeffizienz gewinnen nicht zuletzt vor dem Hintergrund drohender Zahlungsausfälle aufgrund der drastisch gestiegenen Energiekosten an Bedeutung. Die Preissteigerungen belasten damit die privaten Haushalte wie die Bestandshalter
gleichermaßen — vor allem in der Hälfte der Bestandsgebäude mit schlechterer Energiebilanz. Da das individuelle Heizverhalten der Bewohner einen großen Einfluss auf die Energiebilanz eines Gebäudes hat, kann vor allem hier mit Hilfe von Smarten Thermostaten effektiv, schnell und minimal-investiv Energie gespart werden.

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