Berlin hat die Chance, in den kommenden zwei Jahrzehnten zur internationalen Blaupause für nachhaltige Stadtentwicklung zu werden. Der IVD Berlin-Brandenburg bekennt sich ausdrücklich zu diesem Weg – und erklärt, was das für den Immobilienstandort Berlin bedeutet.
Am 7. November 2025 haben führende Verbände und Organisationen der Berliner Wirtschaft ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet: das „Bekenntnis der Berliner Wirtschaft zur Zukunftsdekade 2034–2044“. Auch der IVD Berlin-Brandenburg steht hinter dieser Initiative. Denn was hier auf den Weg gebracht wird, ist weit mehr als ein Veranstaltungskalender – es ist eine strategisch verknüpfte Investitions- und Stadtentwicklungsstrategie mit direkten Auswirkungen auf den Berliner Immobilienmarkt.
Die Berliner Zukunftsdekade auf einen Blick
Ein Jahrzehnt als Investitionszyklus
Was das Papier auszeichnet, ist sein systemischer Ansatz: Die einzelnen Großereignisse werden nicht isoliert betrachtet, sondern als aufeinander aufbauende Stufen eines integrierten Investitionszyklus konzipiert. Die IBA 2034–2037 legt städtebaulich und architektonisch den Grundstein – mit innovativen Wohnkonzepten, klimaresilientem Bauen und zirkulärer Stadtentwicklung. Die daraus entstehenden Quartiere und Infrastrukturen sind von Anfang an als Vorleistung für die EXPO und die Olympischen Spiele gedacht.
Das hat eine unmittelbare immobilienwirtschaftliche Relevanz: Wohnbauprojekte der IBA – darunter explizit ein künftiges Olympisches Dorf – sollen nach den Spielen dauerhaft dem Berliner Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Das ist ein klares Signal: Hier entstehen keine weißen Elefanten, sondern nachhaltig genutzte Stadtstrukturen.
Wirtschaftliche Kerngrößen
Was die Zukunftsdekade für den Immobilienmarkt bedeutet
Aus Sicht des IVD Berlin-Brandenburg sind die Implikationen für den Immobilienstandort erheblich. Großveranstaltungen dieser Größenordnung haben historisch bewiesen, dass sie als Katalysator für Infrastrukturinvestitionen wirken, die sonst über viele Jahrzehnte verteilt oder gar nicht getätigt würden. Das Positionspapier benennt das explizit: EXPO und Olympia sollen als Hebel zur Akquise von Bundesmitteln in zweistelliger Milliardehöhe für Verkehr, Energie und Wohnen dienen.
Für den Berliner Immobilienmarkt bedeutet das: verbesserte Verkehrsanbindungen erschließen neue Lagen, Infrastrukturmaßnahmen steigern die Attraktivität ganzer Stadtteile, und der internationale Sichtbarkeitseffekt macht Berlin dauerhaft attraktiver für Unternehmensansiedlungen und qualifizierte Fachkräfte – beides Faktoren, die die Nachfrage nach Wohn- und Gewerbefächen strukturell stärken.
„Die Berliner Zukunftsdekade ist mehr als die Summe ihrer Teile – sie ist ein strategisch integrierter Investitionskreislauf, der schon heute angestossen werden muss.“
Bekenntnis der Berliner Wirtschaft zur Zukunftsdekade 2034–2044, November 2025
Die vier Säulen der Zukunftsdekade
- 2034–2037 | IBA – Stadtentwicklung mit Substanz
Klimaresilienter Wohnungsbau, zirkuläre Stadtentwicklung und hochwertige Baukultur als Fundament für alle nachfolgenden Projekte. - 2035 | EXPO – Nachhaltige Weltausstellung
Dezentral entlang der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele organisiert – Berlin als gesamtdeutsches Innovationsschaufenster mit globalem Publikum. - 2037 | 800 Jahre Berlin
Das Stadtjubiläum profitiert von bereits fertiggestellter Infrastruktur und kann Berlin als transformierte, moderne Metropole feiern. - 2040/2044 | Olympia & Paralympics
Der krönende Abschluss der Dekade – auf einem Fundament aus Investitionen, gesellschaftlicher Akzeptanz und fertiggestellter Infrastruktur.
Mittelstand und lokale Wirtschaft im Mittelpunkt
Ausdrücklich begrüßen wir, dass das Papier die Einbindung des Berliner Mittelstands als strukturelle Anforderung formuliert: angepasste Ausschreibungsverfahren sollen sicherstellen, dass die regionale Wertschöpfung nicht an internationale Großkonzerne abfließt, sondern bei Berliner KMU verbleibt. Das schließt auch die Immobilienwirtschaft ein – von Architektur- und Planungsbüros über Bauunternehmen bis hin zu Maklern und Verwaltern.
Kurz- und mittelfristige Stärkung darf nicht warten
Das Bekenntnis enthält eine wichtige Mahnung, der wir uns vollständig anschließen: Die Orientierung auf die Zukunftsdekade darf nicht dazu führen, dass die kurz- und mittelfristige Förderung des Wirtschafts- und Immobilienstandorts Berlin vernachlässigt wird. Bestehende Unternehmen müssen gestärkt, Investitionen erleichtert und Fachkräfte heute gesichert werden – denn nur eine handlungsfähige Immobilienwirtschaft kann die Umsetzung der Zukunftsdekade begleiten und tragen.
Der IVD Berlin-Brandenburg wird sich aktiv in die Diskussion über die konkrete Ausgestaltung dieser Projekte einbringen – insbesondere, wenn es um Fragen der Flächenentwicklung, der Wohnraumversorgung, der Nachnutzungskonzepte und der immobilienwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geht.
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IVD Berlin-Brandenburg
Geschäftsführer Verband & Bildungsinstitut
