Saarbrücken, 21.08.2026 – An der Saar sind die Kaufpreise für selbstgenutzte Wohnimmobilien in den vergangenen zwölf Monaten weitestgehend stabil geblieben. Insbesondere der Markt für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen bewegt sich kaum. Auch die Wohnungsmieten zogen im Durchschnitt nur minimal an. Dies geht aus dem Preisspiegel Wohn- und Gewerbeimmobilien Saarland 2026 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor, in dem die aktuellen Immobilienpreise für 20 Städte und Gemeinden dargestellt werden.
„Die Immobilienpreise an der Saar sind gerade im bundesweiten Vergleich günstig, ein nennenswerter Anstieg ist nicht in Sicht,“ erläutert Burkhard Blandfort, Vorsitzender des IVD West und Immobilienunternehmer aus Saarlouis. Dennoch sind die Vermarktungsphasen lang: „Der Neubausektor lahmt weiterhin, im Angebot sind oft sanierungsbedürftige Bestandsimmobilien. Und hier treten die Banken immer stärker auf die Finanzierungsbremse, die Kreditvergabe wurde zuletzt noch einmal restriktiver gehandhabt.“ Daher kommen beim Immobilienkauf fast ausschließlich Haushalte mit ausreichendem Eigenkapital zum Zuge. Für ein größeres, qualitativ gutes und vor allem ausreichendes Angebot an Wohneigentum für breite Schichten der Bevölkerung müsste deutlich mehr gebaut werden. Blandfort: „Der IVD fordert daher u.a. dringend die Absenkung der Grunderwerbsteuer, weitere Initiativen zur Nivellierung der Baustandards und effektive Förderprogramme für den Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums.“
Folgendes Bild ergibt sich bei den Preisen für freistehende Eigenheime: Die drei teuersten Städte im Saarland bleiben hier Saarbrücken, Saarlouis und Perl mit aktuellen Kaufwerten zwischen 415.000 Euro und 520.000 Euro (guter Wohnwert, bezugsfrei, inkl. Garage und Grundstück). In Völklingen muss für eine vergleichbare Immobilie mit einem Preis von 300.000 Euro gerechnet werden, wogegen Schmelz, Bexbach, und Losheim am See jeweils unter 200.000 Euro liegen.
Die teuersten Luxusimmobilien im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro finden sich in Saarbrücken und in Saarlouis. Das günstigste Wohnhaus wurde im Berichtszeitraum in Losheim am See für 80.000 Euro verkauft.
„In der Landeshauptstadt Saarbrücken tendiert die Nachfrage im Berichtszeitraum wie im ganzen Land etwas lebhafter. Doch das Angebot ist weiterhin knapp und das Preisniveau stabil,“ beschreibt Ulrich Lorscheider, Vorstandsmitglied des IVD West für die Region, die Situation am Markt. „Aufgrund weiterhin niedriger Baugenehmigungszahlen ist im Neubaubereich leider nicht mit einer Entspannung zu rechnen“, warnt Lorscheider.
In Saarbrücken und Saarlouis ist auch der Markt für Eigentumswohnungen vergleichbar. Bestandswohnungen im guten Wohnwert sind Preis-stabil und kosten in beiden Städten nun zwischen 2.500 und 2.950 Euro pro Quadratmeter. Perl tendiert noch etwas teurer. Im Neubau werden dort im gleichen Segment Preise von 4.300 Euro und mehr bezahlt. Dudweiler, Eppelborn und St. Wendel liegen im entsprechenden Bestandssegment mit Werten zwischen 1.870 und 2.350 Euro preislich im Mittelfeld.
Allerdings kommen auch Wohnungen auf den Markt, die am unteren Ende der Preisskala rangieren. Einfach ausgestattete Altbauwohnungen kosten bspw. in Wadern oder Ottweiler lediglich zwischen 550 und 700 Euro pro Quadratmeter. Doch je älter und schlechter in Schuss das Objekt, desto größer ist der Sanierungsstau. Die drohenden Mehrkosten für Dämmung und Heizungserneuerung und Probleme bei der Finanzierung schrecken viele Interessenten vom Kauf ab.
Auch in den letzten zwölf Monaten stiegen die Wohnungsmieten im Saarland im Landesschnitt leicht an, weil weiterhin zu wenig Mieter auf den Kaufmarkt wechseln. Während es beispielsweise in St. Ingbert und Sulzbach kaum Veränderungen gab, stiegen die Mieten in Schmelz und Bexbach in allen Segmenten zwischen 4 und 6 Prozent an. In Saarbrücken und Saarlouis war das Plus mit 1 bis 2 Prozent moderat.
Für Bestandswohnungen im mittleren Wohnwert werden Mieten zwischen 6,70 Euro (in Heusweiler) und 9,30 Euro (in Saarbrücken) verlangt. Nur der Sondermarkt Perl sticht mit 13,- Euro Mietzins etwas heraus. Neubaumieten im entsprechenden Segment liegen im gesamten Bundesland zwischen 6,80 Euro und 11,- Euro.
Eine besonders günstige Wohnungsmiete von 4,50 Euro pro Quadratmeter wird bspw. in Sulzbach (Altbau, einfacher Wohnwert) verlangt. 16,- Euro Miete hingegen finden sich als Spitzenwert in Perl (Neubau, sehr guter Wohnwert). Beide Werte sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Weitere Preise – auch für Reihenhäuser, Baugrundstücke und Gewerbe – in verschiedenen Kategorien und Segmenten können im aktuellen Preisspiegel des IVD West nachvollzogen werden.
Der „Preisspiegel Wohn- und Gewerbeimmobilien Saarland 2026“ kann hier bestellt werden.
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