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Köln, 15.04.2024 – Der „Wohnimmobilien-Preisspiegel NRW 2024“ des Immobilienverband Deutschland IVD West wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Köln veröffentlicht. Darin ist die Entwicklung der Kaufpreise für Wohnimmobilien an Rhein und Ruhr in den vergangenen zwölf Monaten genauso dokumentiert wie die Lage am Mietmarkt. Verkaufspreise und Neuabschlussmieten für insgesamt 146 NRW-Kommunen werden in der Datensammlung präsentiert. Wichtigste Botschaft: Die Verkaufspreise für Wohnimmobilien sind in NRW erstmals seit 15 Jahren flächendeckend gesunken.

Der Markt für freistehende Eigenheime, Reihenhäuser und Eigentumswohnungen hat sich NRW-weit in den letzten zwölf Monaten eingetrübt. In allen Regionen sind erstmals seit einigen Jahren flächendeckend Preisrückgänge von durchschnittlich bis zu 10 Prozent zu verzeichnen gewesen – unabhängig von Größe und Lage der jeweiligen Städte und Gemeinden. „Diese Entwicklung ist eine direkte Folge vielfältiger Krisen in den letzten beiden Jahren: Ukrainekrieg, Energie- und Baukostensteigerungen, Zinsanstieg, Einbruch der Neubautätigkeit und die Diskussion um die Bewältigung der Klimawandelfolgen (u.a. Gebäudeenergiesetz). Einzige Ausnahme ist die Metropolregion Köln/Düsseldorf mit umliegendem Speckgürtel: Hier blieben die Verkaufspreise für selbstgenutztes Wohneigentum weitestgehend stabil“, analysiert Peter Wallisch, 1. Stellv. Vorsitzender des IVD West, das nun vorgelegte Zahlenwerk.

Nach einer langen Phase beständig steigender Nachfrage ist das Immobilien-Preisniveau trotz der zu konstatierenden Delle weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Markt in NRW ist allerdings äußerst heterogen. Wenn Käufer also in Köln oder Düsseldorf für ein freistehendes Eigenheim in mittlerem Wohnwert zwischen 640.000 und 720.000 EUR investieren müssen, lohnt bisweilen ein Blick ins Umland. Eine vergleichbare Immobilie kostet beispielsweise in Mettmann 430.000 EUR, in Kaarst 450.000 EUR, in Willich 470.000 EUR und in Neuss 500.000 EUR. Im Kölner „Speckgürtel“ sind folgende Preise zu beobachten: Pulheim 600.000 EUR, Frechen 500.000 EUR, Bergisch-Gladbach 440.000 EUR, Brühl 425.000 EUR, Hürth 410.000 EUR und Leichlingen 380.000 EUR.

In etwas weiter entfernten Kommunen lassen sich im gleichen Segment auch noch Angebote unterhalb der 300.000-EUR-Schwelle finden. Hier sind bspw. Nettetal, Bedburg, Erftstadt, Goch oder Wesel zu nennen.

„Aufgrund weiterhin zäher Neubautätigkeit ist allerdings generell das Angebot knapp und es ist zeitnah mit erneuten Preissteigerungen zu rechnen“, wagt Peter Wallisch einen Blick in die nahe Zukunft.

Ganz Ähnliches gilt für das Segment der Bestands-Eigentumswohnungen. Auch hier sind zuletzt aufgrund weiterhin spürbarer Kaufzurückhaltung teils deutliche Preisabschläge zu beobachten gewesen. Die Fertigstellung neu gebauter Eigentumswohnungen hingegen war wegen der angespannten Gesamtsituation im abgelaufenen Berichtszeitraum zahlenmäßig geringfügig. Daher blieben bei den wenigen stattgefundenen Transaktionen die Preise hier im Durchschnitt relativ stabil. Die Entwicklung über die letzten beiden Dekaden verdeutlicht auch hier die unterschiedlich strukturierten Regionalmärkte. Während bspw. in Duisburg eine gleichmäßig moderate Steigerung der Kaufpreise zu beobachten ist, haben sich in Köln die Preise neuer Eigentumswohnungen seit zehn Jahren nahezu verdoppelt.

Wohnungsmieten steigen weiter

Die Wohnungsmieten hingegen sind in den letzten zwölf Monaten in ganz NRW weiter angezogen. „Nachdem im Vorjahr nur in den größten Städten des Landes wieder Mietsteigerungen zu beobachten waren, ist NRW inzwischen flächendeckend betroffen,“ erläutert Julia Braschoß, Stellv. Vorsitzende des IVD West aus Köln. „Aufgrund der krisenbedingten Unsicherheiten wagten viele Mieter – anders als in den Vorjahren – nicht den Schritt ins Eigentum.“ Die so begründete längere Verweildauer und der ausbleibende Wohnungs-Neubau sind die wesentlichen Gründe für gestiegene Mieten in ganz Deutschland und somit auch in NRW.

Unabhängig davon, ob es sich um Altbau, Bestand oder Neubauwohnungen handelt, stiegen die Mieten landesweit durchschnittlich um zwei bis acht Prozent. Während in Städten wie Münster, Neuss oder Bielefeld nur relativ geringe Steigerungen zu beobachten waren, haben sich bspw. in Recklinghausen, Aachen oder Köln die Mieten im Schnitt um mehr als fünf Prozent verteuert: Mieter müssen dort inzwischen für Bestandswohnungen im guten Wohnwert 9,60 EUR (Recklinghausen), 10,80 EUR (Aachen) und 15,- EUR (Köln) Kaltmiete pro Quadratmeter zahlen. Mit 5,30 EUR wohnen Mieter in Lüdenscheid in diesem Segment hingegen NRW-weit am günstigsten.

Ansprechpartner

IVD West

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit